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Schwarzer Humor im Wittstocker Kino

Kabarett „Schwarze Grütze“ Schwarzer Humor im Wittstocker Kino

„Schwarze Grütze“ heißt das Bühnenprogramm von Dirk Pursche und Stefan Klucke. Hintersinniger schwarzer Humor trifft auf Musikalität. Am Freitagabend erlebten 136 Gäste im Wittstocker Kino Astoria, was dabei herauskommt.

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Stefan Klucke (links) und Dirk Pursche bei ihrem Gastspiel am Freitagabend im Kino Astoria.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Wenn zwei Männer in einem Kino stundenlang Zungenakrobatik betreiben und alle dabei zuschauen können, dann ist das zum Totlachen – jedenfalls, wenn die beiden Männer Dirk Pursche (Bass) und Stefan Klucke (Gitarre/Klavier) heißen. Dank ihnen wurde es am Freitagabend in Wittstock nicht nur dunkel, sondern schwarz. Denn zum Abendbrot kredenzten sie im Kino Astoria „Schwarze Grütze“ – ein Kabarett-Programm, das wie ein Lauffeuer durch die Welt des Schwarzen Humors jagt und zum 20-jährigen Bühnenjubiläum „Das Besteste“ verspricht. Nichts ist vor ihnen sicher. Mal gehen beider Stimmen in einem Quasselgewirr unter, um plötzlich wieder synchron zu werden – und dann ein Tempo zu erreichen, das einen ständigen Wettlauf zwischen den Ohren der Zuhörer und den Zungen der Akteure vom Zaune bricht. Wer ist schneller? Zugegeben: Manchmal gewinnen die Zungen, wenn die Geschwindigkeit in der Reimerei um Barbara und Rhabarber oder Knut und Beirut Maschinengewehr-Tempo erreicht. Und dann sind da diese Lieder – etwa von der Eintagsfliege; vom hässlichsten Menschen der Welt; Schüttelkind – oder Ritalin (er hat schon lang’ nicht mehr geschrien). Stellenweise blitzt Heinz Erhardts „Theaterstück mit G“ durch, wenn Pursche und Klucke eine schwarzhumorige Autofahrt allein mit dem Anfangsbuchstaben T beginnen lassen. Aber alles ist schneller, schnodderiger als beim Altmeister aus den 1960ern. Im Hochhaus-Lied geht es um einen beabsichtigten Sprung aus demselben, es entpuppt sich dann aber als eine urkomische Persiflage auf die heutige Mediengesellschaft. Für Facebook hält sich Klucke ohnehin für zu langsam, weil er überlegt, bevor er was schreibt und es dann ja schon wieder überholt ist. In „Die Lache des Chinesen“ geht es um „Geld“ (Gerd) und Sprüche wie „Sich legen blingt Segen“ oder „Lutsch mil den Buckel luntel“. Pursche und Klucke schnorren Sekt aus Gläsern von Sabine, Elke oder wem auch immer aus der ersten Reihe. Immerhin hatten sie zu Beginn Blumen an die Besucher vorn verteilt, für deren Mut, sich dort zu platzieren. „Wir sind keine Band für eine Nacht“ singen die versierten Musiker. Später gibt Klucke den Jimi Hendrix – mit den Zähnen an den Saiten. Als ihm eine reißt, zückt Pursche zur Überbrückung sein Witzebuch. Es hätte auch zum Programm gehören können.

136 Besucher erlebten es im voll besetzten Kinosaal. „Wir hätten noch viel mehr Karten verkaufen können“, sagt Hausherrin Viola Terzijska. Gemeinsam mit Veranstalter Egbert Schröder hatte sie sich die Kabarettisten zuvor im Theaterschiff in Potsdam angesehen. Beide waren begeistert und holten sie nach Wittstock.

Klucke und Pursche sind tatsächlich keine Band für eine Nacht, eher sehenswerte Unterhaltungsarbeiter für einen Abend.

Von Björn Wagener

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