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Ostprignitz-Ruppin Schwedische Nachtigallen in Rheinsberg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schwedische Nachtigallen in Rheinsberg
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00:21 20.03.2018
Wohlklang pur: Das schwedische Ensemble Vokalharmonin unter Leitung von Fredrik Malmberg gastierte in der Musikbrennerei Rheinsberg. Quelle: Regine Buddeke
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Rheinsberg

Schweden und Rheinsberg? Da drängt sich doch sofort die Assoziation Tucholsky – Rheinsberg – Schloss Gripsholm auf. Indes – es hat nichts mit der Partnerstadt der Prinzenstadt zu tun, dass das schwedische Ensemble „Vokalharmonin“ in der Musikbrennerei gastiert, erklärt Regina Fröhlich von der Musikkultur Rheinsberg, die das Ensemble ausgewählt und eingeladen hat.

„Es ist die allererste Kooperation der Musikkultur mit der Musikbrennerei“, erklärt sie. Und gewiss nicht die letzte. Jammerschade ist nur, dass die neun sangesfreudigen Schweden – ein Ex-Leipziger ist auch dabei – vor recht überschaubarem Publikum singen. Nur 15 Gäste sind am Freitagabend in die Musikbrennerei gekommen. Die Betreiber sehen das fast gelassen – wissen sie doch, dass ihre Lokation thematisch eher Schöngeister als den Mainstream bedient und demzufolge selten brechend voll ist.

Auch Auftritt beim Aequinox-Fest

Trotzdem – Klassikfreunde haben etwas verpasst, so sie nicht da waren. „Wunderbare Musiker, die wir uns als Musikbrennerei allein gar nicht hätten leisten können“, stellt Gastgeberin Jane Zahn die Schweden vor, die am Samstag im Rahmen der Aequinox-Musiktage noch einen Auftritt in Wittstock hatten.

Seltener Wohlklang: Rodrigo Sosa singt in der Tonlage Alt. Quelle: Regine Buddeke

„Von Bach zu Bäck and back“ lautet der launige Titel des Programms, das mit einem lieblich-süßen ’Komm, Jesu komm’ eröffnet wird, sich über diverse schwedische Komponisten bis hin zu Sven Erik Bäck schlängelt, dessen Werk von Bach inspiriert wurde und wieder mit einer Bach-Motette endet. Der Kreis schließt sich wieder.

Klanggewaltig mit Bach

Schon die erste Motette des Altmeisters bezaubert. Zwei Soprane, zwei Alt-Stimmen, zwei Tenöre und zwei Bässe lassen ihre Stimmen in raffiniertem Arrangement miteinander verschmelzen. Filigran ineinander verwobene Melodiesequenzen schwellen sachte zu Klang-Kathedralen an. Wenn Bach komponiert, ist das immer klanggewaltig.

Mit sicherer Hand leitet Ensemble-Gründer Fredrik Malmberg seine Sänger durch die Höhen und Tiefen der Partitur. Sein Anliegen ist es, neben den alten Meistern wie Bach oder Buxtehude hauptsächlich Vokalmusik schwedischer Komponisten des vergangenen Jahrhunderts zu präsentieren.

Ein Sopran wie Elfengesang

Im Programm sind Madrigale von Sven Erik Johansson zu hören, die auf Shakespeare-Sonetten basieren und Musik der englischen Renaissance spiegeln. Es folgen Lieder für Solisten: etwa Rodrigo Sosa, der mit für einen Mann eher unüblichen Alt-Stimme singt. Elin Skorups Sopran schwebt von der Empore wie Elfengesang herab.

Fredrik Malmberg hat das Ensemble 2004 gegründet und leitet es seither. Quelle: Regine Buddeke

Sven Erik Bäck hat die Passions-Motetten „Jesus, denke an mich“ und „Wir gehn hinauf nach Jerusalem“ in Musik gemeißelt – man hört, wie sehr der Schwede, der 1994 starb, von Bach inspiriert war.

Konzert hätte mehr Publikum verdient

Ein wunderbares Stück Gesang ist Ludwig Normans „Jordens oro viker“ – kaum wagt man zu atmen angesichts von so viel Schönheit.

„Wunderschön – und so stimmgewaltig“, schwärmt Zuhörer Peter Kunte aus Zechlinerhütte. „Jeder einzelne Sänger hätte auch als Solist auftreten können. Schade, dass so wenig Leute da waren. Das Konzert hätte auch einen viel größeren Saal füllen können.“

Neues Projekt am 21. April

„Mich hat das Programm gereizt“, erklärt Regina Fröhlich, warum ihre Programmwahl auf Vokalharmonin gefallen ist. „Ich fand es spannend, dass das mal so aufgefächert wird – und man sehen kann, dass die Vokalmusik des 20. Jahrhunderts seine Wurzeln auch in Bach hat.“ Man höre ja das Sakrale, das so typisch für Bach ist.

Ein Folgeprojekt mit Musikkultur und Musikbrennerei steht schon: ’Klee-Blätter’. Am 21. April stellt die Musikbrennerei die Künstler und die Musikkultur die Lokation: Im Schlosstheater treffen sich dann zwei klangpräparierte Flügel, vier Pianisten und drei Schlagzeuger zu einer Reise durch die abstrakten Bildwelten des Künstlers Paul Klee.

Von Regine Buddeke

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