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Schweinepest – Jäger nehmen Frischlinge ins Fadenkreuz

Brandenburger Jäger sorgen sich Schweinepest – Jäger nehmen Frischlinge ins Fadenkreuz

In Polen ist die Afrikanische Schweinepest schon aufgetreten. Nun sorgen sich Brandenburgs Jäger, dass die tödliche Tierseuche bald auch in heimische Wälder eingeschleppt wird. Um die Krankheit zu bekämpfen fordern die Jäger Unterstützung von der Politik und kündigen bereits Maßnahmen an.

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Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. In Estland, Lettland, Litauen und Polen ist die Afrikanische Schweinepest bereits aufgetreten, nun blickt auch Brandenburg sorgenvoll auf das Virus. Die tödliche Tierseuche, die Wild- und Hausschweine befällt, ist für den Menschen ungefährlich.

Die betroffenen Tiere bekommen hohes Fieber, fühlen sich schlecht und wollen nicht fressen. Später kommen Blutungen und Nervenstörungen hinzu. Bereits 2007 ist die Afrikanische Schweinepest in Russland aufgetreten, im vergangenen Jahr auch im Baltikum und in Polen. Durch verseuchte Fahrzeuge oder Lebensmittel, die aus diesen Ländern kommen, könnte das Virus auch nach Deutschland eingeschleppt werden.

Jagdverband: „Wir benötigen Unterstützung“

Für den Landesjagdverband Brandenburg ein Besorgnis erregender Gedanke. Er appelliert deshalb an die Jäger, von erlegten Wildschweinen Blutproben zu nehmen und für eine Untersuchung an das zuständige Veterinäramt zu schicken. „Wir warnen allerdings davor, die alleinige Verantwortung auf die Schultern der Jäger abzuladen“, sagt Tino Erstling, Pressereferent des Landesjagdverbands. „Wir benötigen in dieser so wichtigen Frage Unterstützung. Wir sind darauf angewiesen, dass die Politik uns nicht im Regen stehen lässt.“

Jäger warnen vor Kosten in Milliardenhöhe

Um die Seuche erfolgreich abzuwehren, wollen die Jäger nun noch mehr Wildschweine schießen. „Vor allem ist es dringend angeraten, Frischlinge zu erlegen, um den Bestand zu reduzieren“, sagt Tino Erstling. In diesem Zusammenhang fordert der Jagdverband die Aussetzung der Gebühr für die Trichinenproben bei Wildschweinen bis 20 Kilogramm. Durch die Umstrukturierungen in den Landkreisen müssen Jäger aber oft lange Fahrten in Kauf nehmen, um die Proben im Labor abzugeben. Fahrtkosten und Gebühren sind dann oft höher als der Wildfleischpreis, den die Jäger für Frischlinge bekommen. Hinzu kommt ein hoher zeitlicher Aufwand. „Die Jäger gehen in den späten Abendstunden auf die Jagd und schlagen sich die Nacht um die Ohren. Am nächsten Tag müssen sie beim Veterinäramt die Proben abgeben. Das ist ein hoher zeitlicher Aufwand, der verringert werden muss“, sagt Erstling. Der Jagdverband fordert ein engeres Netz von Probenahmestellen sowie verlängerte Öffnungszeiten. Die höheren Kosten zur Prävention seien nach Ansicht des Brandenburger Jagdverbands vernachlässigbar, wenn man an den Ernstfall denkt. „Dann gehen die Kosten in die Milliarden“, sagt der Sprecher.

Findet der Jäger ein Wildschwein, das nicht durch einen Schuss oder einen Verkehrsunfall zu Tode gekommen ist, so muss er das Veterinäramt, beziehungsweise den Dienst habenden Tierarzt verständigen. Er entscheidet welche weiteren Maßnahmen eingeleitet werden sollen.

Von Cornelia Felsch

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