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Schwer in Fahrt: Lkw-Wiegen auf Rastplatz

Herzsprung Schwer in Fahrt: Lkw-Wiegen auf Rastplatz

Zu einer Wiegeaktion für Lkw luden Polizei und Dekra am Mittwochabend auf dem Parkplatz der Autobahnraststätte bei Herzsprung. Bußgelder musste niemand fürchten, denn das Ganze war eine Aktion innerhalb des Fernfahrerstammtisches.

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Polizist Karsten Weiland bittet einen Lkw-Fahrer, seinen Laster wiegen zu lassen.

Quelle: Björn Wagener

Herzsprung. Gleich mehrere Lkw-Fahrer wurden am Mittwochabend auf die Bretter geschickt. Verletzungen waren allerdings nicht zu befürchten, denn die sogenannten Bretter sind flache Waagen. Jede von ihnen verträgt bis zu acht Tonnen Gewicht. Sobald sie beidseitig von den Rädern belastet werden, steht fest, ob Lkw und Ladung zu schwer sind oder nicht. Darüber hinaus wird schnell klar, wie sich die Ladung verteilt. Möglichst mittig und gleichmäßig sollte es sein.

All das hatten Karsten Weiland vom Autobahnpolizeirevier Walsleben und Hans-Georg Klabunde von der Dekra in Oranienburg im Blick, als sie auf dem Parkplatz der Autobahnraststätte bei Herzsprung zum Lkw-Wiegen luden. Bußgelder hatten die Fahrer nicht zu befürchten, denn das Ganze war eine Aktion innerhalb der auf dem Rasthof stattfindenden Fernfahrerstammtische. Es ging vielmehr darum, die Fahrer für das Thema Ladung und mögliche Überladung zu sensibilisieren. Wenn den Achsen zuviel zugemutet wird, dann liege das oft am zuständigen Verlademeister. „Der Kutscher kann am allerwenigsten dafür“, sagt Klabunde. Das Problem, das Lkw mitunter zu schwer sind, sei ständig vorhanden, besonders bei Holzlastern. Im Limit zu bleiben, sei zwar auch bei Beladungen im Wald gut machbar, aber ein paar Tonnen mehr als erlaubt draufzupacken, komme immer wieder vor. „Da geht es um Geld, Zeit und Wettbewerbsvorteile.“ Das gehe nicht nur zu Lasten der Verkehrssicherheit, sondern beanspruche auch Brücken und Straßen über Gebühr. Ein bisschen Puffer sei immer, aber ab zehn Prozent Überladung werde die Weiterfahrt untersagt, so Klabunde.

Nicht viel zu beanstanden

Am Mittwoch aber gab es nicht viel zu beanstanden. Mal eine etwas ungleichmäßig verteilte Last – es handelte sich um Baumrinde; mal ein Hinweis auf ein nicht ganz mittig positioniertes Häuschen auf der Ladefläche eines dänischen Fahrers – alles eher Kleinkram. Es ging sogar auch anders herum: Von einem Lkw mit Schiffs-Kühlcontainer hinten drauf war Karsten Weiland fast schon begeistert: „Der ist top beladen“, lobte er.

Freiwillig wollte sich am Mittwoch jedoch kein Fahrer an der Wiegeaktion beteiligen. Karsten Weiland musste sie schon herauswinken. Der Ton war freundlich. Die Fahrer nahmen es durchweg gelassen, wollten meist nur rasch ihren Rastplatz finden, duschen. „Alles okay so weit“, sagt Weiland. „Bin ich also ein lieber Junge gewesen“, antwortet der Fahrer. Für die Zeit des Wiegens erhielten die Fahrer Bescheinigungen – damit es später keine Probleme mit dem Nachweis für diese Lücke gibt.

Zwischendurch kam plötzlich ein Pkw auf die beiden Männer mit den Waagen zugerollt. Der Fahrer wollte sein Gefährt allerdings nicht wiegen lassen, sondern einfach nur wissen, wo man hier noch etwas einkaufen könne. Weiland empfahl den Weg nach Wittstock.

Von Björn Wagener

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