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Schwere Vorwürfe gegen Revierförster

Verdacht der Körperverletzung Schwere Vorwürfe gegen Revierförster

Ein Revierförster soll an einer Angelstelle am Tornowsee bei Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) einen Mann angefahren und leicht verletzt haben. Laut den Vorwürfen von drei Anglern hat sich der Förster zudem danach unerlaubt vom Unfallort entfernt und dabei auch noch die Papiere der Angler mitgenommen. Die Polizei ermittelt - ebenso wie die Forstbehörde.

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Bei der Polizei in Neuruppin liegen mehrere Anzeigen gegen den Förster vor.

Quelle: DPA-Zentralbild

Neuruppin. Geplant hatte Peter Will (53) einen gemütlichen Angelausflug mit seinem Sohn Christoph (28) und einem seiner Freunde am Tornowsee. Doch am Ende standen mehrere Anzeigen gegen einen Revierförster und völlig fassungslose Angler. Was war passiert?

Die drei hatten sich am Pfingstsonnabend getroffen und waren zum Flößersgrund am Tornowsee gefahren. Es ist ein idyllisches Fleckchen. Um dorthin mit dem Auto zu kommen, braucht man sowohl eine sogenannte Gestattung vom Landesforstbetrieb als auch von der Oberförsterei in Alt Ruppin. Beides hatte Peter Will, ebenso wie eine Jahresangelkarte, einen Fischereischein, eine Nachtangelgenehmigung sowie einen Ausweis des Anglerverbandes samt gültiger Marke. Der Nachmittag schien perfekt zu werden, als ein befreundetes Ehepaar mit dem Rad zum Kaffeetrinken vorbeischaute und eine Flasche Sekt zum Anstoßen mitbrachte. Eine Mitarbeiterin der Naturwacht, die die Genehmigungen der Angler kontrollierte, hatte auch nichts auszusetzen. „Sie hat uns noch schöne Pfingsten gewünscht.“ Daraus wurde nichts. Denn wenig später tauchte ein Mann mit einem Auto auf. „Er stellte sich nicht vor und fing gleich an, unsere Autos zu fotografieren.“ Peter Will und sein Sohn wollten wissen, was das zu bedeuten hat. „Eine Antwort bekamen wir nicht.“

„Ich bin die Polizei, und ich bin die Staatsanwaltschaft.“

Die Angler vermuteten, dass es sich um einen Mitarbeiter der Forst handeln könnte und baten ihn zur Angelstelle. Dort befanden sich ihre Unterlagen. Die Papiere nahm der Mann an sich – obwohl er sich bis dahin weder vorgestellt, noch ausgewiesen und gesagt haben soll, was er eigentlich von den Anglern will. Stattdessen soll der Mann einfach mit den Papieren in Richtung seines Autos gegangen sein. Die Angler drohten mit der Polizei. Daraufhin habe der Mann gesagt. „Ich bin die Polizei, und ich bin die Staatsanwaltschaft“, so Will. Am Auto wies sich der Mann schließlich kurz mit einer Marke als Revierförster aus. „Er ist mit den Papieren ins Auto gestiegen und gab Gas“, sagt Linke. Dabei habe einer der Besucher der Angler direkt vor dem Auto gestanden. „Der Förster hat ihn in voller Absicht angefahren“, so Linke. Der Mann erlitt nur eine leichte Verletzung am Knie, weil er beiseite sprang.

Die Angler verständigten sofort die Polizei. Zur ihrer Überraschung kam diese mit dem Förster zurück. Er gab die Papiere zurück. Die Angler erstatteten Anzeige wegen Körperverletzung, unerlaubtem Entfernen vom Unfallort, Diebstahl, Amtsanmaßung. Seitdem wird ermittelt – auch intern bei der Forstbehörde. Mit einem Ergebnis sei aber frühestens in vier Wochen zu rechnen, sagte am Freitag Annett Engelmann, Leiterin der Oberförsterei Neuruppin. Vorher wolle man sich nicht zu den Vorwürfen äußern.

Von Andreas Vogel

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