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Schwerer Arbeitsunfall: Metallsplitter im Auge

Freyenstein Schwerer Arbeitsunfall: Metallsplitter im Auge

Der 24. Juli veränderte das Leben von Thomas Koppermann aus Freyenstein. Der 47-Jährige ist Bauhofmitarbeiter der Stadt Wittstock und erlitt einen schweren Arbeitsunfall. Ein Metallsplitter durchschoss beim Abbauen von Mähmessern sein rechtes Auge. Auch nach mehreren Operationen an der Uniklinik in Rostock befindet sich der Fremdkörper neben dem Sehnerv.

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Auf den ersten Blick ist Thomas Koppermann die schwere Verletzung am rechten Auge nicht anzusehen.  

Quelle: Christamaria Ruch

Wittstock. Thomas Koppermann kennt die Arbeitsabläufe aus dem Effeff. Wenn er mit dem Rasentraktor in Freyenstein unterwegs ist, baut er regelmäßig die Mähmesser aus, um sie zu schärfen. Hammer und Schraubenschlüssel liegen sicher in beiden Händen. Auch am Montag, 24. Juli dieses Jahres, griff er routiniert zum Werkzeug. Doch dann liefen die gewohnten Handgriffe aus dem Ruder und er erlitt einen schweren Arbeitsunfall.

„Das ist eigentlich Alltag, wenn ich Mähmesser ausbaue“, sagt der 47-jährige Bauhofmitarbeiter der Stadt Wittstock. Der Hammer rutschte an diesem Montag jedoch gegen den Metallrahmen vom Fahrzeug. Dabei platzte ein Splitter ab und traf sein rechtes Auge. „Ich hatte nur kurz etwas gespürt, so als würde ein Ast gegen das Auge kommen“, sagt Thomas Koppermann. Auch die Schmerzen hielten sich in Grenzen. „Das Auge ist wenig von Nervenzellen umgeben“, sagt er. Der Rettungsdienst brachte ihn in die Augenklinik in Groß Pankow (Prignitz). „Erste Untersuchungen ergaben, dass etwas durch das Auge geschossen war, aber das hatte zum Glück den Sehnerv verfehlt. Die Ärzte aus Groß Pankow schickten mich dann mit dem Taxi in die Augenabteilung der Uniklinik in Rostock“, erinnert sich Koppermann.

Thomas Koppermann traf ein Splitter im rechten Auge

Noch am selben Tag wurde in Rostock eine Computertomographie von seinem Auge aufgenommen. „Dabei wurde ein drei Millimeter langer Splitter diagnostiziert“, sagt er. Anschließend wurde die Hornhaut seines rechten Auges genäht. „Das wurde gemacht, damit das Auge nicht ausläuft“, sagt Thomas Koppermann. Nun befinden sich fünf Nähte auf der Hornhaut. Einen Tag später folgte die zweite Operation – Linse und Glaskörper vom geschädigten Auge wurden dabei entfernt. „Dabei haben die Ärzte versucht, den Splitter zu entfernen, aber das war nicht möglich“, sagt er. Bei dieser Operation wurde zugleich Silikonöl in das Auge verfüllt, um das Ablösen der Netzhaut zu verhindern. Löst sich die Netzhaut, kann das zum Erblinden vom Auge führen.

Nach einer Woche Aufenthalt in Rostock konnte er wieder nach Hause entlassen werden. Anfangs musste er im Abstand von drei Tagen zur Kontrolle nach Groß Pankow und dann im Wechsel auch nach Rostock. Mittlerweile sind die Abstände der Arztbesuche größer geworden – doch am Gesundheitszustand hat sich noch nichts verbessert. Nach wie vor sitzt der Metallsplitter neben dem Sehnerv. Nach wie vor kann Thomas Koppermann mit seinem geschädigten Auge alles nur verschwommen wahrnehmen. „Ich habe auf diesem Auge derzeit nur zehn bist 15 Prozent Sehkraft, weil ja auch die Linse fehlt“, sagt er. Fast immer hält er das rechte Auge geschlossen.

Mehrere Operationen schlossen sich an

„Ich kann nicht viel machen“, sagt er fast entschuldigend. Er erledigt Hausarbeit und versorgt seine drei Kinder, bevor sie zur Schule fahren. Zu dieser Zeit ist seine Frau meistens schon zur Arbeit unterwegs. Die Hände in den Schoß legen ist nicht seine Sache. Neben seiner Arbeit als Bauhofmitarbeiter ist er schon viele Jahre in der Freiwilligen Feuerwehr seines Heimatortes Freyenstein aktiv und übernimmt als Zugführer Verantwortung. Als im September das 125-jährige Jubiläum der Ortsfeuerwehr gefeiert wurde, blieb ihm nur die Statistenrolle. Er ging mit der Kamera umher und hielt die Feier im Film fest. Eine dunkle Sonnenbrille schützte dabei seine Augen. Doch der Pieper für den Alarm geht nach wie vor bei ihm an. „Ich möchte schon mitbekommen, zu welchen Einsätzen die Kameraden ausrücken“, sagt er.

Der Splitter sitzt immer noch im Auge

Am Sonntag, 24. September, verspürte er starke Schmerzen im Auge. Seine Frau versuchte, über die Leitstelle in Potsdam einen Rettungswagen anzufordern, doch der Disponent verweigerte dies. Auch eine Dienstaufsichtsbeschwerde bei der Leitstelle führte ins Leere. Seine Frau fuhr ihn dann mit dem Auto nach Rostock. Dort wurde er einen Tag später erneut mehrere Stunden operiert. „Das Silikonöl war nach vorne gedrückt, die Pupille drückte an den Sehnerv und letztlich war der natürliche Abfluss verstopft“, sagt er. Auch bei dieser Operation versuchten die Ärzte, den Metallsplitter zu entfernen. Sie zogen Gesichts- und Hals-Nasen-Ohren-Chirurgen hinzu“, erinnert sich Koppermann. Doch auch dieser Versuch scheiterte. „Die Gefahr besteht nach wie vor, dass der intakte Sehnerv dabei verletzt wird und das Auge erblinden würde.“ Um Schmerzen wie am 24. September zukünftig zu vermeiden, muss Thomas Koppermann nicht nur den Kopf leicht nach vorne halten, sondern beim Schlafen möglichst auf der Seite oder dem Bauch liegen.

Arbeitsfähig ist Koppermann derzeit nicht

„Im Moment habe ich gar keine richtige Perspektive“, sagt er. Die nächste Operation ist für den 5. Dezember in Rostock angesetzt. Dann sollen die Fäden auf der Hornhaut entfernt werden.“ Wann eine künstliche Linse eingesetzt und das Öl gegen Gas getauscht wird, ist noch völlig offen. Trotz allem geht Thomas Koppermann weiterhin positiv mit den Umständen um. Weil er den Unfall während der Arbeit erlitt, kommt die Berufsgenossenschaft zum Zuge und er erhält nach wie vor 100 Prozent Lohnfortzahlung. „Ich muss mich weiterhin in Geduld üben und Zeit mitbringen“, sagt er. Frühestens im April kommenden Jahres kann er wieder mit der Arbeit anfangen. „Ich stehe mit dem Wiedereingliederungsmanagement der Stadt Wittstock schon im Kontakt“, sagt er. „Vor allem meiner Familie danke ich, dass sie mich so unterstützt. Aber auch viele Genesungswünsche kommen von allen Seiten“, sagt er. „So einen schweren Arbeitsunfall habe ich noch nicht erlebt, das ist traurig und war nicht absehbar“, sagt Hans-Joachim Mantey, Sachgebietsleiter Grünanlagen, Fuhrpark, Straßenreinigung bei der Stadtverwaltung in Wittstock, auf MAZ-Nachfrage.

Von Christamaria Ruch

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