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Ostprignitz-Ruppin Schwermetaller rocken in Protzen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schwermetaller rocken in Protzen
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15:37 15.06.2014
Festival-Fans außer Rand und Band Quelle: Regine Buddeke
Protzen

Der Hangar bebt. Die Bässe ballern wie Maschinengewehrfeuer in die Halle, Gitarrenseiten schwirren bis kurz vor dem Reißen, der Drummer ist kurz vorm Kollabieren.

Mit rauer Stimme brüllt der Sänger die Texte ins Mikrofon. Die Menge tobt. Immer wieder recken sich Hände in die Höhe, Zeige- und kleiner Finger zur "Pommesgabel" ausgestreckt - der Teufelsgruß, seit Jahrzehnten Markenzeichen der Metal-Szene. So grüßt Wacken. Und so grüßt auch Protzen, wo am Wochenende das kleine, feine Protzen Open Air (POA) stattfand.

Am Freitagnachmittag steht die erste der geladenen 18 Bands auf der Bühne. Bereits jetzt ist das Gelände des Motorrad-Clubs "Deadland" gut gefüllt. Zelte stehen neben Autos, Menschen neben Bierzelten und vor der Bühne. Das Wetter ist durchwachsen, die Stimmung sonnig. Es wird gelauscht und geredet, geraucht und getrunken, geküsst und gelacht. Der Name Deadland - ursprünglich dem nahen Friedhof geschuldet, passt zum Death-Metal wie die Faust aufs Auge. Totenschädel und andere Szenen-Symbole prangen auf den vorwiegend schwarzen Shirts der Besucher, dazu viel Leder, reichlich Tattoos und viel Metall an der Kleidung oder direkt in der Haut.

"Wir sind überwältigt und es tut uns für alle leid, die kein Ticket im Vorverkauf ergattert haben, aber wir sind ausverkauft! Wir können niemanden mehr ohne Ticket auf das Gelände lassen. Es grüßt eine geplättete POA-Crew", so steht es seit Freitagabend bereits auf der Website und bei Facebook. "Ich musste Leute wegschicken, die aus Stuttgart gekommen sind", sagt Andrea Grimmer vom POA-Team am Sonnabend, ihr Mund bereits fusselig. Es sei das erste Mal in der Festival-Geschichte, dass die Tickets nicht reichen. Die Regeln haben sich die vielen Mitstreiter um Organisator Mario Grimmer und die "Deadländer" selbst gesetzt. 1000 Leute sind das Limit - das soll auch so bleiben. Das jährlich 70 000 Besucher anziehende Wacken ist kein Vorbild, als eine kommerzielle Großveranstaltung will das POA sich nicht sehen. Im Namen der Sicherheit für die familiäre Stimmung. Und im Sinne der Protzener, die das Fest nicht boykottieren, sondern entspannt nehmen und unterstützen - mit Quartieren für die Bands, mit Helfern beim Auf- und Abbau. Und im Sinne derer, die einfach zum Zuhören kommen, wie Steven, Maxi und Patrick. Die drei Jungs tragen Metal-Shirts, sind aber keine Fans der harten Musik. "Macht trotzdem Spaß", sagt Steven.

Samstag, 21 Uhr. Fast alle Bands sind inzwischen aufgetreten. Jetzt warten die Fans auf "Vader" und "Napalm Death" - Kultbands der Szene aus Polen und Großbritannien. Der 16-jährige Eric, der in seinem Schottenrock auffällt und mit seinem Stiefvater Marlon zum zweiten Mal in Protzen ist, ist gespannt. "Ich persönlich finde es hier schöner als in Wacken", sagt Marlon. Auf der Bühne erscheinen mittlerweile aus Dampfschwaden die Mannen von "Vader". Markenzeichen neben den langen Haaren und der fantasievollen Kluft ist bei ihnen eindeutig das sogenannte Headbangen. Die Musiker wirbeln mit den Köpfen, bis der Schweiß fliegt und Mediziner sorgenvoll an ausgekugelte Genicke denken. Das Publikum kümmert es nicht, es lässt die Köpfe ebenso fliegen wie ihre Idole. Die Stimmung ist ansteckend. "Seid ihr bereit für mehr?", ruft der Sänger auf Englisch. Jaaa, brüllt der Saal, keine Frage. Wieder und wieder recken sich die Hände. Dann stürmen "Napalm Death" die Bühne, als Krone wird noch eins draufgesetzt, die Briten machen Grindcore. Ganz hart, ganz laut, ganz ohne Melodie - aber die ist ohnehin beim Death-Metal kein Thema. Der Sänger sieht aus wie der nette Mann von nebenan, fegt aber über die Bühne wie unter Strom. Der Kopf zuckt, die Stimme brüllt heiser durch die Kakophonie der restlichen Band. "Napalm Death" ist für anarchistische, linksorientierte Texte bekannt. "No church, no government, no fucking business" (keine Kirche, keine Staatsgewalt, kein verdammtes Business), wettert Sänger Mark "Barney" Greenway gegen das Establishment und wirft wenig später ein Shirt mit Hakenkreuz-Verbotsschild in die Menge.

Die Fans verfallen in kollektive Ekstase, vor der Bühne wird getanzt. Das geht beim Metal dergestalt, dass die Tänzer mit Wucht und Anlauf gegeneinander prallen. Was wie der Beginn einer Schlägerei aussieht, ist indes pure Lebensfreude. Man sucht den Körperkontakt, ein um's andere Mal wird neben den Fäusten auch ein Fan nach oben gehoben.

Von Regine Buddeke

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