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Ostprignitz-Ruppin Seegeschenk mit Tücken
Lokales Ostprignitz-Ruppin Seegeschenk mit Tücken
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18:00 28.09.2017
Der Vielitzsee ist seit Jahrzehnten mit Schadstoffen belastet. Trotz einiger Bemühungen hat sich die Wasserqualität ikaum verändert. Quelle: foto: Peter Geisler
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Vielitzsee

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul – über diese Binsenweisheit setzen sich die Gemeindevertreter von Vielitzsee jetzt hinweg. Sie wollen sehr wohl exakt wissen, was auf sie zukommt, wenn sie den gleichnamigen See übernehmen, zu dem der Hafen samt Uferstreifen gehört, sagt Bürgermeister Dieter Fischer. Genau deshalb haben sie jetzt auch die Entscheidung zur Übernahme des Gewässers zurückgestellt. Erst wenn sie mehr Informationen haben, was dieses Geschenk für die Kommune und die Natur bedeutet, wollen die Gemeindevertreter – voraussichtlich schon im Oktober – erneut über das Thema beraten.

Kontrovers diskutiert wird die Übernahme, weil die Wasserqualität des Vielitzsees seit Jahrzehnten zu wünschen übrig lässt, berichtet Dieter Fischer. Dass das ein Problem ist, ist zwar nicht neu. So haben Untersuchungen durch Fachleute vor bereits über zehn Jahren und dann noch einmal 2011 ergeben, dass in das Gewässer alljährlich hunderte Kilo Schadstoffe angeschwemmt werden, was zu Algenbildung, Sauerstoffmangel und geringer Sichttiefe im See führt. Getan habe sich seitdem wenig, sagt Amtsdirektor Danilo Lieske.

Zwar werden rund um den See die Gruben der Bungalowsiedlungen nach und nach beseitigt. Und es gab Gespräche mit anliegenden Landwirten, die im Verdacht standen, für das Umweltproblem mitverantwortlich zu sein. Lieske glaubt aber nicht, dass die Datschenbesitzer und die Bauern rund um den Vielitzsee die Hauptverursacher sind. Er geht vielmehr davon aus, dass bei dem mehrere Tausend Hektar großen Einzugsgebiet des Sees die meisten Schadstoffe von weiter herkommen. Zum Beispiel über den Zufluss Adderlaake, der aus dem Nachbarkreis Oberhavel Wasser in das Gewässer spült. Über die Ursachen gibt es aber keinen Konsens. Fischer und Lieske befürchten nun, dass sich das Land durch die Weitergabe des Sees aus der Pflicht stehlen könnte, anstatt an dem Problem zu arbeiten. Lieske beschreibt die Situation etwas drastischer. „Im Moment steht das Land allein unter Druck.“ Denn laut der EU-Wasserrahmenrichtlinie muss es für eine Verbesserung der Wasserqualität auch im Vielitzsee sorgen. „Wenn das Gewässer an die Gemeinde übergeben wird, dann wird diese Pflicht weiterdelegiert“, meint Lieske. Und dann – so die Vermutung des Bürgermeisters und des Amtsdirektors – wäre das Land ganz schnell mit Forderungen da. „Diese Auflagen müsste die Kommune dann ganz schell erfüllen – auch wenn das Land sich jahrelang genau darum gedrückt hat“, sagt Lieske. Er rät deshalb von der Annahme des Geschenks ab: „Das finanzielle Risiko ist für die Gemeinde viel zu groß.“ Schon einmal habe das Land versucht, die Kommune finanziell in Pflicht zu nehmen, berichten beide. Um das Sediment zu reinigen und dadurch eine bessere Wasserqualität zu erreichen, wollte das Land eine Filteranlage bauen. Nachdem die Gemeinde es aber abgelehnt hatte, ihren späteren Betrieb und somit die Unterhaltungskosten zu übernehmen, sei davon nicht mehr die Rede gewesen, sagt Lieske.

Dass der See für die Gemeinde überhaupt interessant ist, liegt daran, dass sie mit dem Gewässer zusätzliche Einnahmen einspielen könnte. „Als Eigentümer könnten wir dann die Grundstücke verpachten“, sagt Fischer. Und mehr Zweitwohnungssteuer einnehmen, so die Hoffnung. Ob dabei ein Plus entsteht, hänge aber davon ab, wie viel die Sanierung und die Pflege des Sees am Ende kostet. „Ich halte das nicht für wirtschaftlich sinnvoll“, stellt Lieske klar.

Von Celina Aniol

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