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Ostprignitz-Ruppin Seemühlen-Eiche wurde gefällt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Seemühlen-Eiche wurde gefällt
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16:30 20.09.2017
Erst in der vergangenen Woche war Rinde abgebrochen und hatte einen Zaun beschädigt. Quelle: Bauamt
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Wusterhausen

Ihr Tod kam auf Raten. Währte seit 2015. Am Mittwoch ist sie gefallen. Scheibchenweise. Die große Eiche in der Kyritzer Straße von Wusterhausen an der Einfahrt zu Seemühle. Die Straße wurde für die Fällarbeiten ab 8 Uhr halbseitig gesperrt. Eine öffentliche Ankündigung des Vorhabens war laut Bürgermeister Roman Blank nicht mehr möglich. „Wir haben erst am Montag entschieden, dass gefällt wird“, sagte er am Mittwoch auf MAZ-Nachfrage. Grund dafür war der Abbruch eines großen Rindenstücks etwa einen Meter lang und einen halben Meter breit. Es war auf den benachbarten Gartenzaun gefallen und hatte den Draht zu Boden gedrückt. „Das zeigt, welches Gewicht hier im Spiel war“, so Blank. Nach einem Vor-Ort-Treffen hatte sich herausgestellt, dass weitere Rindenteile abzustürzen drohten. „Außerdem fanden wir Sägemehl am Stamm“, sagt Blank. Ein Beweis dafür, dass Schädlinge im Innern bereits arbeiten. Die Gemeinde hatte daraufhin Kontakt zur unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Ostprignitz-Ruppin aufgenommen. „Gemeinsam kamen wir zu dem Schluss, dass die lose Rinde ein unkalkulierbares Risiko ist“, so der Bürgermeister. Und bei dieser akuten Gefahrenlage wurde am Montag die Fällung des toten Stammes beschlossen. Auftraggeber ist die Gemeinde.

„Es blieb uns keine Zeit, die Öffentlichkeit zu informieren“, sagte Blank. Zuschauer der Fällaktion hatten nämlich bemängelt, dass es unangekündigt zu Verkehrseinschränkungen gekommen war und dass manch Anlieger zeitweise sein Grundstück mit dem Auto nicht verlassen konnte.

Sie mutmaßten, dass die Gemeinde absichtlich nicht öffentlich informiert hatte, weil es bereits 2015, als es das erste Mal um eine Fällung ging, Proteste aus der Dossestadt gehagelt hatte. Geheim blieb die Fällung dann aber doch nicht. Sie wurde am Dienstagabend bei der Sitzung des Wirtschaftsausschusses bekannt gegeben.

Roman Blank findet es schade, dass die Eiche doch weichen musste. Für ihn zählt aber die Sicherheit mehr. „Das Leben der Menschen ist mehr wert als ein Baum, deshalb haben wir gehandelt, bevor jemand zu Schaden kommt“, sagte er.

Umweltfreunde hatten 2015 die Fällung des Baumes, der zu DDR-Zeiten als Naturdenkmal galt, verhindert. Damals hatte ein Ast den Gartenzaun von Joachim Kröhnert zertrümmert. Der erstattete Anzeige, auch weil er schon lange forderte, den Baum zu entfernen. Das rief damals etliche Proteste auf den Plan. So setzte sich unter anderem Günter Kerfin für die Seemühleneiche ein, und beantragte die erneute Unterschutzstellung. Zudem legte er dem Kreistag eine Unterschriftenliste zur Rettung des 250 Jahre alten Baumes vor.

Die untere Naturschutzbehörde erlaubte schließlich, den toten Stamm stehen zu lassen und beauflagte eine Kronenkürzung. Die damals ausgeführten Arbeiten gingen jedoch viel weiter. Alle Äste wurden entfernt. Die Baumkrone verschwand. Der wohl berühmteste Baum in Wusterhausen hatte damit das Ende seiner Lebenszeit erreicht.

Man hatte damals bei den Arbeiten festgestellt, dass die Schäden größer sind als zunächst angenommen, hieß es von Seiten des Landrates. der Stamm sollte nun am Straßenrand auf natürliche Weise verrotten und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen dienen. Das ist nun auch passé.

Immerhin ein Gutes hat die Fällung laut Blank noch: Aus dem Totholz sollen Sitzmöbel entstehen, die Wusterhausen im Seegebiet aufstellen lassen will. Ob der Bauhof oder eine Firma sie baut, war noch nicht klar. So bleibt die Eiche schließlich doch in Wusterhausen, eben nur in Stücken.

Von Sandra Bels

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