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Ostprignitz-Ruppin Seenkette bietet viel Tourismus-Potenzial
Lokales Ostprignitz-Ruppin Seenkette bietet viel Tourismus-Potenzial
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00:17 07.11.2016
Der Staudamm passt zwar nicht ins Leitbild, wenn wieder mehr Wasser im Speicher ist, könnte man hier aber prima surfen. Quelle: Wolfgang Hörmann
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Stolpe

Zwei Jahre dauerte es, bis sich die Anrainer der Kyritzer Seenlandschaft darauf geeinigt hatten, wie das Nass zwischen Wusterhausen und Bork nicht nur für Bewässerung, sondern langfristig auch touristisch besser genutzt werden kann. Zwischen November 2011 und November 2013 versammelten sich Vertreter von Verwaltungen, Gemeinden, Vereinen, der Gastronomie und von Herbergen in Workshops und anderen ungezählten Sitzungen, bis es sich zu Papier bringen ließ – das „Entwicklungskonzept für die Kyritzer Seenkette als touristischer Schwerpunkt der Kleeblattregion“.

Was am Beispiel Bantikow kürzlich anklang, als es um die Gestaltung des Seeumfeldes ging, wurde ein bisschen so aufgefasst, als lüfte die MAZ den Schleier über einem gut gehüteten Geheimnis. Abzulesen war das an einigen Reaktionen. Das ist ein Irrtum. Die Kommunen Kyritz und Wusterhausen bieten auf ihren Internetseiten den kompletten Ideenspeicher jedermann zum Durchstöbern an.

37 Seiten Text mitbringen – da ist Geduld gefragt

Allerdings muss der Leser die Geduld für 37 Seiten Text mitbringen. Auf der Plattform des Kyritzer Rathauses ist der Plan, Stand: 20. Januar 2014, leicht zu finden (Startseite Kyritz > Konzepte > Kyritzer Seenkette). Wusterhausen macht es dem Suchenden da schwerer. Bauamtsleiterin Melanie Füllgraf gibt zu, dass die Veröffentlichung schwierig zu finden ist, verspricht aber im selben Atemzug: „Wir werden das ändern.“

Gut so, denn die Lektüre lohnt sich, geht es doch um interessante, anspruchsvolle Vorhaben, Überraschungen inklusive. Nehmen wir nur die „Entwicklungsfläche Stolpe“. Im Zusammenhang mit dem weit abgelegenen Kyritzer Stadtteil wird daran erinnert, dass es auch hier perspektivisch um die „Förderung eines sanften Naturtourismus“ gehe. Schließlich sei die Kyritzer Seenkette von besonderer Naturbelassenheit geprägt.

Der Staudamm fällt aus dem Rahmen

Einzig der Bereich des Staudammes passe „durch seine technische Vorprägung nicht in dieses Leitbild“. Dennoch sei die etwa 75 Hektar große Wasserfläche vor dem Damm ideal für Wassersportaktivitäten wie Windsurfen, Wasserski oder Wakeboarding. Letztgenannte Vergnügungen benötigen allerdings die Kraft starker Motorboote. Erlaubt sind bisher nur mit Muskelkraft oder E-getriebene Fahrzeuge, weil der Tourismus ja jetzt schon sanft daherkommen soll. Mal abgesehen von diesem kleinen Widerspruch geht das Konzept davon aus, dass „ergänzende Infrastruktureinrichtungen in Seenähe errichtet werden“ müssen.

Die Landesstraße 14 ist der Zubringer zur Autobahn, dem Tourismuskonzept aber irgendwie im Wege. Quelle: Wolfgang Hörmann

Denn: „Im Bereich des Staudamms befindet sich angrenzend die Bebauung der Ortslage Stolpe sowie am südlichen und östlichen Ufer eng anliegend die Landesstraße 14. Flächen für Sondernutzungen sind demnach nicht vorhanden.“ Um Platz in direkter Seenähe zu schaffen, müsste deshalb die L 14 verlegt werden. Das würde auch für Karnzower eine deutlich bessere Anbindung zum Wasser schaffen und gleichzeitig Gefahren im Ort beseitigen. Sowohl Teile von Stolpe als auch Karnzow könnten stark aufgewertet werden.

Caravanstellfläche direkt am See

Das Papier sieht noch andere positive Aspekte. Erosionen des Uferstreifens, die der benachbarten Straße langfristig gefährlich würden, ließen sich zum Beispiel vermeiden. Das Ostufer des Obersees zwischen Stolpe und Karnzow sowie der Bereich um das Waldschulheim würden zudem verkehrsberuhigt und dadurch touristisch interessant. Die Strecke des stillgelegten Zubringers zur Autobahn ließe sich für touristische Zwecke nutzen. Und die große befestigte Fläche direkt am See würde eine prima Caravanstellfläche abgeben.

Soweit einige Vorstellungen, die Stolpe betreffen. An dieser Stelle soll noch einmal erwähnt werden, dass es sich um ein Entwicklungskonzept handelt, das – ausschließlich, durch die touristische Brille betrachtet – erdacht worden ist. Die Machbarkeit steht auf einem anderen Blatt. Darüber müssten viele entscheiden, angefangen von Waldbesitzern über Landesbehörden und natürlich die gewählten Volksvertreter.

Von Wolfgang Hörmann

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