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Ostprignitz-Ruppin Segeletz: Kirchensanierung muss warten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Segeletz: Kirchensanierung muss warten
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00:18 13.02.2016
Der Innenraum muss neben Dach und Turm saniert werden. Quelle: Sandra Bels
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Segeletz

„Unsere Kirche darf nicht verfallen.“ Dieses Ziel hat sich der Gemeindekirchenrat Segeletz gestellt. Und es sieht nicht so schlecht aus für eine Sanierung. Eine Baugenehmigung liegt bereits vor. Ebenso hat die Kirchengemeinde den notwendigen Eigenanteil zusammen. „Dafür haben wir jahrelang gespart und Spenden gesammelt“, sagt Pfarrer Stephan Scheidacker. 50 000 Euro muss die Gemeinde beisteuern.

Was jedoch fehlt, ist die Förderung aus dem Leader-Topf. Ohne dieses Geld ist die Sanierung nicht zu schaffen. „Der Förderantrag kann jedoch seit Monaten nicht abgegeben werden, weil der Verein für die Regionalentwicklung noch immer kein Regionalmanagement-Büro verpflichten konnte“, sagt die Vorsitzende des Gemeindekirchenrats Elke Frambach. Sie gehört zusammen mit weiteren Segeletzern sowie Barbara Linke aus Barsikow, zur Interessengemeinschaft, die sich für die Sanierung des Gotteshauses gegründet hat. Barbara Linke bringt ihre Erfahrungen mit ein, die sie bei der Sanierung der Barsikower Kirche gewonnen hat.

Nichtchristliche Angebote neben den Gottesdiensten

Gemeinsam planen die Mitglieder verschiedene Angebote, um weitere Geldspender zu finden. Dabei steht eins im Vordergrund und wird vor allem vom Förderkreis „Alte Kirchen“ immer wieder betont: Neben Gottesdiensten muss es auch nichtchristliche Angebote in der Kirche geben. „Mittlerweile geben große Stiftungen wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz nur dann finanzielle Unterstützung, wenn schon im Förderantrag klar herausgearbeitet ist, dass die Fördermittelverwendung zu mehr Öffentlichkeit in der Kirche führt“, sagt Elke Frambach. Das Konzept dafür liege vor, fügt sie an. Pfarrer Scheidacker hofft, dass der Leader-Verein noch in diesem Jahr einen Fördermittelbescheid herausgibt. „Dann könnten die Arbeiten im Frühjahr 2017 beginnen“, sagt er.

Saalbau mit Turm

Die Segeletzer Kirche ist ein Saalbau aus Feldsteinquadern mit einem eingezogenen, annähernd quadratischen Chor aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Der Turm der Kirche entstand um 1830 bei einer umfassenden Erneuerung in neugotischen Formen. Als Verbindung zur Kirche hat er eine Art Brücke, die gleichzeitig Vorhalle zum Kircheneingang ist.


Auf der neugotischen Westempore befindet sich die Orgel, die 1888 von Friedrich Hermann Lütkemüller aus Wittstock gebaut gebaut wurde. Sie wird heute noch gespielt.

Es wird höchste Zeit, denn das Dach des Kirchenschiffs ist wellenförmig, was ein Indiz dafür ist, dass der Dachstuhl darunter beschädigt ist. Ein extra angefertigtes Holzgutachten belegt das. Das Schiff muss neu eingedeckt werden. Zudem ist das Mauerwerk der Kirche trocken zu legen, besonders auf der Friedhofsseite. Dort muss außen das Erdreich abgetragen werden. Durch die vielen Beerdigungen wurde es immer weiter aufgeschüttet. Die aufsteigende Feuchtigkeit hat dem Feldsteinmauerwerk geschadet. Auch im Innenraum sind die Folgen zu sehen. „Weil die Feuchtigkeit und die daraus resultierenden Flecken im Innenraum als unschön empfunden wurden, verkleidete man den unteren Bereich mit Platten“, so Scheidacker. Das geschah etwa vor etwa 35 Jahren. Diese Platten müssen aber dringend abgebaut werden.

Die Kirche steht direkt an der Bundesstraße 5. Quelle: Sandra Bels

Auch am Kirchturm sind Arbeiten notwendig. Unter anderem stehen Reparaturen am Mauerwerk im oberen Bereich an. Dort sind die Kalkfugen ausgewaschen.

Besondere Kirchenfenster mit Davidstern

Den Kirchenfenstern misst der Pfarrer besondere Bedeutung bei. „Sie sind einfach, aber doch ganz besonders“, sagt er. In die Fenster ist der Davidstern eingearbeitet, was in christlichen Kirchen eigentlich nicht üblich ist. Sie müssten neu verbleit werden.

Der Davidstern wurde in alle Kirchenfenster eingearbeitet. Quelle: Sandra Bels

400 000 Euro sind zunächst für die Sanierung, die in mehreren Abschnitten erfolgen soll, veranschlagt worden.

Danach könnte zum Beispiel eine Dauerausstellung „Hamburger Chaussee“ in der Kirche installiert werden. Wegen der Lage an der Bundesstraße 5 stellt sich der Gemeindekirchenrat auch vor, Durchreisenden die Möglichkeit zu geben, in der Kirche einen Ort der Stille und des Gedenkens zu finden.

Von Sandra Bels

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