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Ostprignitz-Ruppin Seit 50 Jahren Bodendenkmalpfleger
Lokales Ostprignitz-Ruppin Seit 50 Jahren Bodendenkmalpfleger
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00:18 28.11.2016
Jens May (r.) vom Landesamt für Bodendenkmalpflege gratulierte Manfred Teske zu seinem Jubiläum und ehrte ihn für sein Engagement. Quelle: André Reichel
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Wusterhausen

Mit einem großen Bahnhof wurde Manfred Teske am Donnerstag für sein 50-jähriges Jubiläum in seiner Tätigkeit als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger gewürdigt. Freunde, Verwandte, alte Weggefährten und zahlreiche Heimatfreunde aus der Region gratulierten dem 77-jährigen Wusterhausener.

Auch Jens May vom Landesamt für Bodendenkmalpflege in Wünsdorf kam eigens nach Wusterhausen, um Manfred Teske zu beglückwünschen. Jens May würdigte den Heimatforscher für sein Engagement und überreichte ihm ein Dankesschreiben vom Landersarchäologen Franz Schopper und ein Fachbuch. „Manfred Teskes Forschungen sind für die Region von großer Bedeutung“, sagte Jens May.

Der 1974 von Teske (l.) beim Schulneubau entdeckte Einbaum. Quelle: privat

Manfred Teske scheint die Leidenschaft für die Urgeschichte in die Wiege gelegt worden zu sein. Schon als Schüler erforschte der in Rehfeld groß gewordene die Umgebung und machte bereits damals bedeutsame Entdeckungen, wie etwa bronzezeitliche Urnen auf einer Anhöhe nahe Rehfeld. Nach Wusterhausen kam Manfred Teske 1963 und wirkte ab 1966 als Meliorationsfacharbeiter und später als Meister bei der Regulierung von Dosse, Jäglitz und Königsfließ mit und machte dabei zahlreiche Funde. Im selben Jahr – vor nunmehr 50 Jahren, wurde Manfred Teske zum Bodendenkmalpfleger berufen. Bedeutende Funde machte Teske auch bei Arbeiten am Dreetzer See und bei Bauarbeiten in der Wusterhausener Innenstadt. Seine unermüdliche Stadtkernforschung bildet bis heute einen äußerst wichtigen Grundstock. Die Liste seiner Funde und Entdeckungen in der gesamten Region ist schier unendlich.

Über die Region hinaus bekannt wurde der Wusterhausener spätestens durch seinen spektakulären Münzschatzfund in der Gemarkung Plänitz im Jahr 2004 und auch durch seine Ausgrabungen in der Wusterhausener „Schiffahrt“ vor 20 Jahren, bei der Teske die bislang älteste frühdeutsche Hafenanlage Brandenburgs nachwies und dokumentierte.

Der von Manfred Teske entdeckte slawische Münzschatz von Plänitz. Quelle: Privat

Trotz der für Teske am Donnerstag erfreulichen Ehrung seitens des Landesamtes ließ er sich auch zu kritischen Tönen hinreißen – und zwar mit Blick auf seine Dossestadt. „Es ist ein Unding, dass meine Erkenntnisse zum 900 Jahre alten Wusterhausener Hafen nicht gewürdigt werden, dass die Stadt dieses Jubiläum und damit eine große Chance für eine landesweite, wenn nicht gar bundesweite Beachtung jetzt verpasst, und dass dieses Kapitel nicht mal im Museum berücksichtigt wird“, sagte Teske.

Zudem stehe das Museum, das sich als Wegemuseum spezialisiert hat und landesweit einzigartig ist, im Schatten einer „falschen Gebäudebezeichnung“. Es sei fatal, stets vom Herbst’schen Haus zu sprechen. Dies sei lediglich ein Vermächtnis von Akteuren aus dem Kulturverein. „Das ist entweder das Wegemuseum im Haus der alten Posthalterei, in dem nun mal auch die Bibliothek untergebracht ist, oder besser nur das Wegemuseum.“ Vom Herbst’schen Haus zu sprechen, sei zudem nicht nur im touristischen Sinne unklug, sondern auch noch irreführend: Diese namensgebende Familie habe nur von 1917 bis 1960 dort gelebt und das in bekanntlich nicht nur ruhmreichen Jahren. „Und wenn überhaupt, sollte man lieber die Erbauer aus dem 18. Jahrhundert mit der Bezeichnung Werkenthin’sches Haus würdigen.“

Aus seinem Forscherleben

Schon als Kind machte Manfred Teske erste Funde in und um Rehfeld, dem Dorf, in dem er aufwuchs. Die Entdeckung von Urnengräbern in der Jugend stellten bei ihm endgültig die ­Weichen Richtung Heimatforschung.

Als ideal betrachtet Manfred Teske die Kombination von Meliorationsarbeit und bodendenkmalpflegerischer Tätigkeit. Viele Entdeckungen resultieren daraus. Die Entdeckung des Plänitzer Münzschatzes und der Nachweis des Wusterhausener Hafens gehören zu den wichtigsten Momenten.

Von André Reichel

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