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Ostprignitz-Ruppin Seit Generationen Treffpunkt für die Jugend
Lokales Ostprignitz-Ruppin Seit Generationen Treffpunkt für die Jugend
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03:10 31.08.2017
Maurice Rauch (v. l.), Tom Panzer und Lucas Stahr nutzen den Jugendclub, um in den Ferien etwas zu „chillen“. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

Der graue Plattenbau an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße Ecke Vorstadtweg ist so manchem Wittstocker ein Begriff. Das Gebäude beherbergt seit 18 Jahren den Jugendclub C60. „Die Platte ist erst falsch herum aufgebaut worden“, erinnert sich Thomas Horn an das Jahr 1989. Damals war er schon im Bauamt und hatte die Errichtung des Jugendclubs mit vorangetrieben. „Viele hätten lieber die alte Baracke behalten“, sagt René Hartwich, der wie Thomas Horn lange Zeit im Jugendclub aktiv war. Die stand damals an der Röbeler Straße, war ursprünglich für die Versorgung von Bauarbeitern errichtet und ab 1977 als Räumlichkeit für den Jugendclub C60 genutzt worden.

René Hartwich (l.) und Thomas Horn waren in den 80ern im C60 aktiv. Quelle: Christian Bark

„Als Antwort auf den ’Zenti’“, erklärt Heidi Schäfer, die in den 70er Jahren für die Jugendarbeit in Wittstock zuständig war. Sie hatte wenige Jahre zuvor den Zentral-Jugendclub mit ins Leben gerufen, der sei dann aber fast zu gut besucht gewesen. „Wir waren zwar unter dem Dach der FDJ, bei uns ging es aber immer etwas freier zu“, erklärt Heidi Schäfer. Das Verhältnis 60 Prozent Ost- und 40 Prozent Westmusik habe man sowieso nie eingehalten. Früher sei auch Alkohol ausgeschenkt worden, regelmäßig habe es Tanzveranstaltungen gegeben.

Erst Baracke, dann Platte

1977 wurde der C60 anlässlich des 60. Jahrestages der russischschen Oktoberrevolution in Wittstock gegründet.

Bis 1989 saß er in einer Arbeiterversorgungsbaracke in der Röbeler Straße. Im Oktober des Jahres zog er in die Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße.

Seit 2011 ist die Stadt Wittstock wieder Träger des Clubs. Fünf Mitarbeiter betreuen die Einrichtung, die dienstags bis samstags von 13 bis 19 Uhr geöffnet ist. Bis zu 16 Jugendliche kommen täglich.

„Die Jugendlichen haben fast alles selbst organisiert“, berichtet Thomas Horn. Die Clubs seien Treffpunkte für junge Leute bis zu 31 Jahren und echte Kulturzentren gewesen. „Unter den Clubs gab es sogar Konkurrenz“, sagt René Hartwich. Immerhin habe es neben dem „Zenti“ und dem C60 noch weitere zwei Jugendclubs in Wittstock gegeben. Von ihnen blieb bis heute nur der C60 erhalten, doch dessen Konzept hat sich gegenüber den 70er und 80er Jahren grundlegend verändert, wie René Hartwich und Thomas Horn feststellen. „Früher war mehr Eigeninitiative“, sagen sie.

Disco gab es früher häufiger im C60. Quelle: Christian Bark

Heute ist der Club Anlaufpunkt von Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 18 Jahren, wie C60-Betreuerin Ilona Soicke berichtet. Sie würden häufig Angebote wie Workshops oder Ausflüge wahrnehmen. Im Club gebe es auch Gelegenheit für Hausaufgaben oder Freizeitspiele jeder Art. Das nutzen jetzt in den Ferien auch Maurice Rauch, Tom Panzer und Lucas Stahr. Zum „chillen“, wie sie sagen. Gern spielen sie Billard, Tischkicker, Basketball oder quatschen mit „Ilona“. Über die Geschichte des Clubs können sie sich seit Mittwoch schlau machen, denn Ilona Soicke hat mithilfe von René Hartwich und Thomas Horn eine kleine Collage mit Fotos und Texten erstellt. Die können sich am Freitag auch die Gäste der Geburtstagsparty anschauen. Zudem wird C60-Mitbegründer Klaus Rudolf in die Vergangenheit zurückblicken.

Ab 13 Uhr beginnt am Freitag die Geburtstagsparty. Am Eingang gibt es Lose zur Teilnahme an der Tombola. Die Wittstocker Jugendfeuerwehr rückt mit einem Löschzug an, der Verein Windpferd mit seinem Spielmobil. Zudem gibt es einen Trödelstand, ein Fußballturnier, Spiele, eine Hüpfburg, eine Schokokussmaschine und vieles mehr. Die Party endet gegen 19 Uhr.

Von Christian Bark

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