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Ostprignitz-Ruppin Selbsthilfegruppe für Alkoholikerinnen geplant
Lokales Ostprignitz-Ruppin Selbsthilfegruppe für Alkoholikerinnen geplant
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16:51 28.07.2017
Kristin Köppen von der Kontakt- und Beratungsstelle der Arbeiterwohlfahrt in Wittstock will die Frauen bei der Gründung einer Selbsthilfegruppe unterstützen und Räume zur Verfügung stellen. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Ihren ersten Kontakt mit Alkohol hatte Simone Grätz (Name von der Redaktion geändert) in ihrer Jugendzeit. Mal auf Partys etwas trinken, mal ein Glas Sekt zum Feiern. Bis vor vier Jahren hatte die heute 30-Jährige noch alles im Griff. Sie gründete eine kleine Familie, arbeitete in der Pflege. „Nach Feierabend habe ich in Gesellschaft aber auch allein getrunken“, blickt die Wittstockerin zurück.

Doch aus einigen Gläsern wurden zuletzt zwei Flaschen Wein pro Tag. Simone Grätz gehörte langsam aber sicher zur Gruppe der sogenannten Spiegeltrinker. „Ich brauchte einen gewissen Alkoholspiegel, um funktionieren zu können“, erklärt die junge Frau. Funktionieren, das hieß für ihren Mann und ihren Sohn da sein und ihrer Arbeit nachzugehen. „Während der Arbeitszeit habe ich aber nie getrunken“, versichert die 30-Jährige. Im Nachhinein sollte sie die Sucht aber dann doch den Job kosten.

Als sie vor einem Jahr keinen Tropfen Alkohol mehr im Haushalt vorfand zeigten sich aber deutliche Symptome von Alkoholismus. „Ich bekam einen Krampfanfall, wachte erst im Krankenhaus wieder auf“, erinnert sich Simone Grätz. Nach ihrer Entgiftung sei alles wieder gut gewesen. „Doch dann dachte ich mir, ein Glas Wein kann ja nicht schaden“, berichtet sie.

Wenig später wurden daraus wieder zwei Flaschen. Sie trank heimlich, wie sie sagt. Eine weitere Entgiftung folgte. Oft seien es Langeweile oder Bagatellen, die sie wieder zum Trinken animiert hätten. Schon bei der zweiten Entgiftung sei sie für ein vierteljährliches Entwöhnungsprogramm in Bad Liebenwerda angemeldet worden, wohin sie auch ihr Kind mitnehmen konnte.

Zur Überbrückung und um wieder einen ordentlichen Tagesrhythmus zu bekommen, besuchte Simone Grätz die Psychiatrische Tagesklinik in Wittstock. „Sucht ist eine psychische Erkrankung und begünstigt diese“, erklärt Kristin Köppen, Sozialpädagogin in der Klinik und Mitarbeiterin der Kontakt- und Beratungsstelle (KBS) der Arbeiterwohlfahrt OPR in Wittstock.

Viele Frauen hatten das gleiche Problem

In Bad Liebenwerda traf Simone Grätz dann Frauen, die unter dem gleichen Problem litten. „Sie kamen aus allen Gesellschaftsschichten, waren jung bis alt“, berichtet die 30-Jährige. Ihre Sucht sei von Bier bis zu hartem Alkohol ausgeprägt gewesen. „Alkoholismus gerade unter Frauen gehört nach wie vor zu den Tabuthemen unserer Gesellschaft“, sagt Kristin Köppen. Dabei sei es gerade wichtig, über das Problem zu reden.

Das konnte Simone Grätz bei der Entwöhnung. „Ich habe dort viele Freunde gefunden“, blickt sie zurück. Der Austausch und das Wissen, dass sie nicht allen mit dem Problem konfrontiert sei, habe geholfen. Diese Hilfe möchte die Wittstockerin auch über den Aufenthalt in Bad Liebenwerda hinweg in Anspruch nehmen und weitergeben. Deshalb möchte sie zusammen mit Kristin Köppen eine Selbsthilfegruppe in der Dossestadt ins Leben rufen. „Ich habe jeden Tag das Ziel, heute nichts zu trinken“, bekräftigt sie ihre Motivation, nüchtern zu bleiben. Die Motivation könne in einer Gruppe, die sich etwa alle 14 Tage trifft und gemeinsam etwas unternimmt, aber sich auch mit dem Problem auseinandersetzt, noch stärker werden. Räumlichkeiten würde die Gruppe in der Tagesklinik finden, bietet Kristin Köppen an. „Wenn es den Betroffenen schlecht geht, ist die Gruppe für sie da“, berichtet Köppen aus ihrer Erfahrung. Nun müssten sich nur noch weitere Teilnehmerinnen finden. Die könnten auch gerne aus der Wittstocker Umgebung oder aus dem Pritzwalker und Kyritzer Raum kommen.

Der Kontakt für Interessierte und Angehörige ist über Kristin Köppen möglich: Tel. 03394/40 25 16 oder per E-Mail unter k.koeppen@ruppiner-kliniken.de

Von Christian Bark

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