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Selbstständige junge Dessower

Jugendclub bleibt aktiv Selbstständige junge Dessower

In Dessow verwalten die Jugendlichen ihren Club weitgehend selbst – und meistens funktioniert es. Bei der 48-Stunden-Aktion in zwei Wochen werden sie etwas für die Werterhaltung tun, zum Maibaumfest tragen sie bei. Auch die Jüngsten im Dorf profitieren davon.

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Immer mittwochs spielen im und am Klub die Jüngsten.

Quelle: Alexander Beckmann

Dessow. Zwei Wochen noch, dann wird in vielen Jugendeinrichtungen der Region wieder ordentlich geackert. Zum 19. Mal hat die Berlin-Brandenburgische Landjugend (BBL) zur 48-Stunden-Aktion aufgerufen. Die BBL betreut eine Reihe von Einrichtungen in Kyritz und in der Gemeinde Wusterhausen – mittendrin den Jugendklub in Dessow.

„Die Großen richten den Raum für die Kleinen her“, kündigt BBL-Sozialarbeiterin Renita Schulz für den zweitägigen Arbeitseinsatz an. Draußen wolle man den Frühjahrsputz angehen.

Renita Schulz hält große Stücke auf die 15 bis 17 Jugendlichen aus Dessow und seinen Nachbardörfern, die den Klub regelmäßig besuchen. „Wenn was zu tun ist, kann man sie immer ansprechen.“

Zu tun wäre in der Baracke neben der Dessower Feuerwehr wahrscheinlich mehr, als die jungen Leute schaffen können. Der hölzerne Bau ist mindestens ein halbes Jahrhundert alt und kann das nicht verbergen. „Die Jugendlichen sind trotzdem zufrieden“, berichtet die Sozialarbeiterin. „Bevor sie gar nichts haben . . .“ Es handle sich eben um einen Raum, über den sie ganz allein verfügen können. „Sie nutzen den Klub auf eigene Verantwortung. Wir begleiten sie in ihrer Selbstständigkeit. Mit der aktuellen Gruppe funktioniert das sehr gut.“ Bei den monatlichen Klubversammlungen klärt man organisatorische Fragen. Da ist dann auch Renita Schulz mit dabei.

Unumstritten ist die Einrichtung trotzdem nicht. Die Betriebskosten liegen der Gemeindeverwaltung offenbar schwer auf der Seele – vor allem das Heizen im Winter. Dass das ins Geld geht, ist angesichts der Bausubstanz allerdings kein Wunder. Folgerichtig hält Ortsvorsteher Gerd Schütte Sparvorschläge schlicht für „Quatsch“. Er stellt klar: „So lange noch Jugend da ist, bleibt der Klub.“

In der Gemeinde gibt es momentan sowieso nur noch vier solcher Einrichtungen: neben Dessow in Nackel, Ganzer und Wusterhausen. Der Barsikower Jugendklub ist inzwischen geschlossen. In Segeletz ruht der Betrieb aktuell.

Dabei können Dörfer von einer halbwegs organisierten Jugendarbeit durchaus profitieren. In Dessow etwa gibt es im „Nachwuchsklub“ wöchentlich einen Spielnachmittag für Kinder ab sechs. Zudem beteiligen sich die Klubbesucher beispielsweise an den Vorbereitungen des Maibaumfestes am 30. April. „Da werden die Jugendlichen den Maibaum schmücken“, kündigt Beate Klünder an. Die Wusterhausenerin unterstützt die Jugendarbeit in der Gemeinde. „Die Kleinen werden ihren Spaß haben und die Größeren übernehmen die Arbeit.“

Auch Bildung ist im Angebot. „Wir fahren mit den Jugendlichen nach Trebnitz“, sagt Beate Klünder. „Da ist das Schulungszentrum der BBL.“ Neben Themen wie Integration oder Zukunftsperspektive steht da natürlich viel Spaß auf dem Programm.

Von Alexander Beckmann

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