Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Selbstversorgerin aus Überzeugung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Selbstversorgerin aus Überzeugung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 27.06.2016
Gerlinde Völter hat bei der Sommerhitze dieser Tage alle Hände voll zu tun, um die Pflanzen in ihrem Garten ausreichend mit Wasser zu versorgen. Quelle: André Reichel
Anzeige
Schönermark

Unerbittlich brennt die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel herab. Gerlinde Völter nutzt den temperaturmäßig noch halbwegs erträglichen frühen Morgen, um hinten im Garten nach dem Rechten zu sehen und um die Blumen sowie das Gemüse zu gießen. Das kostbare Nass im großen Regenwasserfass geht langsam zur Neige. „Diesmal reicht es allemal noch aus“, stellte Gerlinde Völter fest. Das eine um das andere Mal läuft die Schönermarkerin mit der blauen Plastikgießkanne den Weg vom Schuppen, wo das halb in der Erde versenkte Wasserfass steht, zu den Beeten hinten im Garten. Zuerst waren die Rosen an der Reihe.

Gerlinde Völter hält kurz inne, riecht an den rosafarbenen Blüten ihres Rosenstockes, der in diesem Jahr besonders prächtig blüht. „So gut sahen die schon seit Jahren nicht mehr aus“, sagte die 74-Jährige. Die genaue Bezeichnung mancher ihrer Blumen, die überall im Garten verteilt stehen, kennt Gerlinde Völter nicht. „Das ist mir auch nicht so wichtig, Hauptsache, sie sehen gut aus und blühen schön“, sagte die leidenschaftliche Hobbygärtnerin.

Dieser Rosenstock in Gerlinde Völters Garten blüht in diesem Jahr besonders prächtig. Quelle: André Reichel

Schon als Kind half Gerlinde Völter im elterlichen Garten in ­Sophiendorf und lernte dabei alles, was man wissen muss. Vielleicht wächst das Gemüse im Garten der Schönermarkerin deshalb auch so gut. Zweckmäßig ist sie angelegt, die grüne Oase von Gerlinde ­Völter. Die Kartoffeln reichen meistens bis zur nächsten Ernte. Gleiches gilt auch für die Mohrrüben, Zwiebeln, Kohlrabi und den Rotkohl. Selbst die wichtigsten Küchenkräuter wie Schnittlauch und Petersilie fehlen nicht. Letztere bekommen auch eine kleine Dusche aus der blauen Kanne.

Als Gerlinde Völter Nachschub wiederum aus der Wassertonne holen wollte, streifte ihr Blick hinüber zu den Erdbeeren. Tags zuvor erst hat sie einen großen Korb voller roter saftiger Erdbeeren geerntet und schon wieder sind viele neue herangereift. Manchmal weiß die Schönermarkerin schon gar nicht mehr, wohin damit: „Mal sehen, vielleicht backe ich heute noch einen Erdbeerkuchen.“

Diese Rosen sind ein Traum in rot-orange. Quelle: André Reichel

Viele Früchte weckt Gerlinde Völter ein oder macht Marmelade draus. Das gilt auch für das Obst, das dieses Jahr reichlich an den Bäumen hängt. Bald sind die roten, gelben und die schwarzen Johannisbeeren reif. Auch sie werden dann zur Selbstversorgung weiterverarbeitet. „Nichts geht im kalten Winter über Kompott aus dem eigenen Garten. Da weiß man, was man hat“, sagte Gerlinde Völter. Der 74-Jährigen ist klar, dass heutzutage längst nicht jeder mehr so denkt wie sie, doch das ist ihr egal. „Wir sind aus Überzeugung Selbstversorger und bei den vielen Umweltskandalen, von denen man hört, ist das wohl auch besser so.“

Einen kleinen Teil ihres grünen Reiches hat Gerlinde Völter an ihren Schwiegersohn abgetreten. In einem kleinen Folienzelt hat der Hobbykoch scharfen Chili, Paprika und Rote Bete angebaut.

Von André Reichel

Ostprignitz-Ruppin Ostprignitz-Ruppin: Polizeibericht vom 24. Juni - Neuruppin: Tierliebe wird zum Verhängnis

Weil er einer Katze ausweichen wollte, kam am Donnerstag gegen 18.50 Uhr ein 27-jähriger Kradfahrer in der Neuruppiner Lindenallee zu Fall. Bei dem Sturz wurde er so verletzt, dass er mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden musste.

24.06.2016

Arbeiten statt die Schulbank drücken: Rund 1 000 Schüler der Evangelischen Schule Neuruppin spenden ihre Tageseinnahmen für ein Hilfsprojekt im afrikanischen Uganda. Dort ist der Bau eines Schülerheims geplant.

27.06.2016

Der Abend des 23. Juni – die Johannisnacht: Vor 78 Jahren begann in der Prignitz die abenteuerliche Geschichte der kleinen Dott, erdacht von der Schriftstellerin Tamara Ramsay. Unsere Autorin hat sich das Jugendbuch zur Johannisnacht noch einmal vorgenommen und den Ort besucht, an dem die abenteuerliche Geschichte einst begann.

27.06.2016
Anzeige