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Ostprignitz-Ruppin Seltene Zeitzeugnisse in Gantikow
Lokales Ostprignitz-Ruppin Seltene Zeitzeugnisse in Gantikow
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00:35 26.07.2015
Der Dachstuhl der Gantikower Kirche ist im Wesentlichen noch derselbe wie bei ihrem Bau im 13. Jahrhundert. Quelle: Alexander Beckmann
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Gantikow

Auf der einen Seite können die Gantikower stolz auf die Sorgfalt ihrer Vorfahren sein. Die haben die Kirche im Ort so gut gepflegt, dass jetzt bei der Sanierung Spuren aus der Bauzeit auftauchen, mit denen selbst Fachleute kaum gerechnet haben. Auf der anderen Seite bedeuten so wertvolle Zeugnisse der Vergangenheit natürlich zusätzliche Kosten. Aber der Reihe nach.

Seit gut einem Jahr wird an der Kirche gebaut. Nachdem der Turm wieder hergerichtet war, machten sich die Bauleute ans Kirchenschiff – und das barg sowohl innen als auch außen einige Überraschungen, und zwar positive. Das Bauwerk befindet sich teilweise in weit ursprünglicherem Zustand, als man rund 750 Jahre nach seiner Errichtung erwarten sollte. So fand man an der Fassade in den Fensterlaibungen Reste von aufgemalten Ornamenten, die ganz offensichtlich aus der Bauzeit stammen. „Der Außenputz wurde immer nur ausgebessert, nie komplett erneuert“, berichtet Angela Städeke vom Gemeindekirchenrat, die das Baugeschehen genau im Auge behält. „Das ist noch die allererste Malerei. Und die ist auch nur mit zwei Schichten Farbe überdeckt.“

Reste alter Wandmalereien

Ob die Gantikower über Jahrhunderte extrem traditionsbewusst waren oder ob es ihnen einfach am Geld für Modernisierungen an der Kirche fehlte, lässt sich kaum mit Sicherheit klären. Fakt ist: Auch Experten sehen so etwas nicht alle Tage. „Die Leute, die Ahnung von so was haben, sind hellauf entzückt“, berichtet Angela Städeke, die selbst eine Leidenschaft für Geschichte hegt.

Auch im Kircheninneren traten jetzt unter dem schlichten Wandanstrich Reste ganz alter Wandmalereien zu Tage. Es handelt sich vorwiegend um geometrische Muster und Symbole. Zum Einsatz kam wohl nur Rot auf weißem Grund. „Das wurde damals angelegt wie eine Freskomalerei – also direkt auf den feuchten Putz“, erklärt Angela Städeke. „Deshalb ist das auch so haltbar.“

Erntedankfest soll schon in der Kirche gefeiert werden

Und erhalten soll es bleiben. „Wir wollen das zumindest sichern und wieder freilegen, weil da unter den späteren Anstrichen wirklich noch viel zu finden ist.“ Um das bezahlen zu können, hat die Kirchengemeinde jetzt eine Spendenaktion gestartet. „Eine richtige Restaurierung wäre dann sicherlich erst ein nächster Schritt“, schätzt die Frau vom Gemeindekirchenrat ein. Große Sprünge kann man sich eben nicht leisten. Die Kirche hat ja noch mehr zu bieten. „Ein Kleinod ist auch der originale gotische Dachstuhl“, schwärmt Angela Städeke. Das uralte Holz wird bei der Sanierung jetzt nur da angerührt, wo es unumgänglich ist. Im Grunde erfüllt die Konstruktion noch immer ihre Aufgabe. Lediglich einige zusätzliche Balken sollen für mehr Stabilität und lange Haltbarkeit sorgen. „Die Leute, die hier arbeiten, sind alle echte Könner. Das haben wir schnell gemerkt“, lobt Angela Städeke die bisherige Leistung der Baufirma aus Müncheberg.

„Auch dadurch, dass der Winter so mild war, liegen wir mit dem Bau sehr gut im Plan.“ Die Bauleute haben kaum mal eine Pause eingelegt. „Wir hoffen, dass wir zum Erntedankfest schon in der Kirche feiern können.“

Spenden: Mehr zur Aktion für die 750 Jahre alten Wandmalereien unter www.kirchengemeinde-kyritz.de (im Gemeindebrief).

Von Alexander Beckmann

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