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Seminar gegen Rassismus in der Klosterkirche

Neuruppin Seminar gegen Rassismus in der Klosterkirche

Die interkulturellen Wochen in Ostprignitz-Ruppin laufen, am Donnerstag fand in diesem Rahmen eine Veranstaltung unter dem Thema „Warum gut gemeint nicht gut gemacht sein muss“ in Neuruppin statt. Die Antidiskriminierungs-Expertin Tupoka Ogette tauschte sich dabei mit Sozialarbeitern aus. Gemeinsam ging man der Frage nach, wie Rassismus entsteht.

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Aus Vorurteilen erwächst Rassismus.

Quelle: Mischa Karth

Neuruppin. Tupoka Ogette hat derzeit viel zu tun. Ogette ist Expertin für Vielfalt und Antidiskriminierung und ihre Expertise ist bundesweit gefragt. Um mit Sozialarbeitern und engagierten Bürgern ins Gespräch zu kommen, ist Ogette ständig unterwegs. „Jede Woche gebe ich zwei bis drei Seminare“, erzählt die Wahl-Berlinerin mit deutsch-tansanischen Wurzeln. Am Donnerstag war Ogette auf Einladung von Heinrich-Böll-Stiftung und Esta Ruppin nach Neuruppin gekommen und referierte in der Klosterkirche zum Thema „Warum gut gemeint nicht gut gemacht sein muss“. Dabei ging es um Vorurteile und Rassismus und wie sich diesen entgegentreten lässt. Die Veranstaltung war eingebettet in das Programm der Interkulturellen Wochen, die derzeit im Landkreis stattfinden.

Tupoka Ogette hat zuletzt beobachtet, dass sich durch die Ankunft vieler geflüchteter Menschen in Deutschland die Situation verändert hat – und Redebedarf herrscht. „Die Unsicherheit ist gestiegen“, sagt Ogette. Gerade in Schulen und Kitas tauche häufig die Frage auf, wie man mit Konflikten aufgrund der Herkunft umgehe. Das stelle die Sozialarbeiter vor ganz neue Herausforderungen. Bei der Heinrich-Böll-Stiftung sieht man in der Stärkung einer lokalen Willkommenskultur „eine zentrale Aufgabe in den meisten Brandenburger Kommunen“. So habe die Integration Geflüchteter „in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft“ nicht nur „viel Engagement und Hilfsbereitschaft“ gezeigt, sondern auch „Vorurteile und Diskriminierungen, die sich in unserem (beruflichen) Alltag und in unserem sozialen Umfeld auswirken, offenbart“.

Teilnehmer engagieren sich in Willkommensinitiativen

Gemeinsam mit den zehn Teilnehmern – allesamt engagiert in verschiedenen Willkommensinitiativen – war Ogette zunächst darum bemüht, eine Antwort darauf zu finden, was Rassismus ist beziehungsweise was ihn ausmacht. „Verkürzt gesagt“, so Ogette, „ist Rassismus eine Kombination aus Vorurteilen und Macht.“ Die Bewertung anderer Menschen führe zusammen mit einer Hierarchisierung zu eben jenem Rassismus.

Ogette ist davon überzeugt, dass viele Menschen zunächst mit Unverständnis oder Wut auf Veränderungen in ihrem Lebensumfeld reagieren. Dies sei in der Regel aber nur ein vorübergehender Zustand, denn „irgendwann merken sie, dass das Leben weitergeht“, so Ogette. Dennoch sei es wichtig, Rassismus aktiv entgegenzutreten. „Wir alle sind mit einer rassistischen Prägung sozialisiert worden“, so Ogette, „durch unsere Sprache oder durch das, was wir lesen“. Deshalb sei der erste Schritt, bei sich selbst anzufangen und sich fortlaufend kritisch zu hinterfragen, welche Vorurteile man mit sich herumtrage. Im nächsten Schritt gehe es dann darum, in den Dialog mit Menschen zu treten, die andere Ansichten haben, und dabei die eigenen Positionen durchaus offensiv zu vertreten. „Der dritte Schritt ist es dann, Räume zu gestalten“, sagt Ogette.

Von Mischa Karth

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