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Ostprignitz-Ruppin Der Wolf in der Nachbarschaft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Der Wolf in der Nachbarschaft
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00:25 21.03.2018
Beim Wolfstag in Kuhlmühle lernten die Besucher das Fährtenlesen. Quelle: Christamaraia Ruch
Kuhlmühle

„Wir machen weder Wolfstouren noch Safaries“, sagt Rüdiger Ewald. Gemeinsam mit Timm Büscher brachte er am Sonnabend in Kuhlmühle das Thema Wolf dem Publikum näher. Beide Männer sind Feldbiologen, arbeiten mit der Wildnisschule Hoher Fläming in Bad Belzig zusammen und setzen sich seit fünf Jahren intensiv mit dem Wolf auseinander.

Gegen Populismus zu Isegrim

Simon van der Velden vom Zentrum für soziale und ökologische Nachhaltigkeit, Permakultur und Naturverbundenheit in Kuhlmühle entwickelte die Idee für den Wolfstag. „Es geht mir um eine inhaltliche Ausrichtung bei diesem Thema, gegen Populismus. Es gibt kein Gegeneinander, wir müssen uns arrangieren und einem gemeinsamen Weg gehen“, sagt van der Velden.

Auch in der Region Wittstock spielt der Wolf eine zunehmende Rolle. „Es geht um eine sachliche Diskussion“, sagt er.

Rüdiger Ewald und Timm Büscher wollen, „das Thema versachlichen.“ Dabei sehen sie den Wolf aus der Sicht des Fährtenlesens. Eine Fährte ist zunächst einmal nur eine Spur im Boden. Doch wer sie aufnimmt, kann daraus einen Faden spinnen und viel über das Tier erfahren, das sie hinterlässt.

Zum Seminar brachten sie Abdrücke von Wolfsspuren mit. „Der Wolf ist ein Politikum, aber wir möchten die Thematik aus ökologischer Sicht näher bringen“, sagt Timm Büscher.

Hysterie wegen Wolf verurteilt

Das Fährtenlesen ist sinnvoll und eröffnet eine weitere Sicht auf den Wolf. „Wer hier unterwegs ist, soll auch seinen Nachbarn besser kennen lernen“, sagt Rüdiger Ewald. Beide Feldbiologen verurteilen Hysterie.

„Der Wolf muss keine blinde Angst schüren, man sollte sich grundsätzlich mit diesem Tier auseinandersetzen“, sagt Ewald. Eine Grundregel lautet: Immer einen respektvollen Abstand zum Tier wahren. Für Timm Büscher steht die Frage im Raum: In welchem Umfang ist Wildheit in der Kulturlandschaft möglich?

Hütehunde schützen Herdentiere

Beim Beuteschema steht Rehwild an erster Stelle. „Bei weniger als ein Prozent der Nahrung werden domestizierte Tiere angegriffen“, sagt Timm Büscher. In Hütehunden sehen beide Biologen einen sinnvollen Schutz der Herdentiere.

18 Teilnehmer folgten dem Ruf nach Kuhlmühle, darunter Besucher aus Berlin oder Brüssel. Doris Brod aus Wittstock erfuhr aus der MAZ vom Seminar. „Der Wolf fasziniert mich, es wird so viel geredet, und mit keinem anderen Tier gibt es so viel vermeintliche Sorgen“, sagte sie. Weil sie oft im Wald unterwegs ist, möchte sie erfahren, welche Verhaltensweisen notwendig sind.

Gucken, was der Wolf macht

„Ich weiß jetzt, dass man stehen bleiben und gucken muss, was der Wolf macht“, sagte sie.

Von Christamaria Ruch

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