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Ostprignitz-Ruppin Senioren als Brückenbauer in der Schule
Lokales Ostprignitz-Ruppin Senioren als Brückenbauer in der Schule
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00:18 12.03.2017
Das von Elke und Hartmut Hanke angebotene Mentaltraining ist besonders bei den Schülern der 7. und 8. Klassen beliebt. Es hilft den Jugendlichen, sich besser zu konzentrieren. Quelle: André Reichel
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Kyritz

Immer mittwochs, kurz nach 8 Uhr, steuern Elke und Hartmut Hanke aus Holzhausen mit ihrem dunkelblauen Wagen die in der Pritz­walker Straße von Kyritz gelegene Carl-Diercke-Oberschule an. Einen Parkplatz vor dem Schulhaus zu bekommen, ist um diese Zeit reine Glückssache. Deshalb fahren die beiden Senioren auch immer gleich die ausgefahrene löchrige Buckelpiste hinauf, die zum Wirtschaftshof am Giebel der Schule führt. Dort ist immer genug Platz, der eigentlich aber Handwerkern und Zulieferern vorbehalten ist. Der Hausmeister sieht das deshalb gar nicht so gern, doch bei dem sympathischen Rentnerpaar drückt er jedes Mal ein Auge zu.

Flotten Schrittes eilen Elke und Hartmut Hanke durch die am Wirtschaftshof gelegene Cafeteria, dann ein kurzes Stück durch den Schulflur im Erdgeschoss. Schon haben sie die Schulbibliothek erreicht und stellen sofort symbolträchtig ein paar Schilder im Flur auf, mit denen die Schulmediatoren unmissverständlich darauf hinweisen wollen, dass sie als Ansprechpartner nun verfügbar sind. „Eigentlich wissen die Kinder, dass wir da sind, schließlich machen wir das hier seit zehn Jahren“, berichtet Elke Hanke.

Mitglied im Verein „Seniorpartner in School“

Die 74-Jährige und ihr ein Jahr älterer Mann sind Mitglied im Verein „Seniorpartner in School“, kurz auch „SiS“ genannt. Erklärtes Ziel des in Brandenburg seit 2006 aktiven Vereins ist es, dass Kinder und Jugendliche mit Hilfe der überall immer im Doppelpack agierenden Senioren einen friedlichen Umgang miteinander lernen. Als Mediatoren helfen sie streitenden Schülern, ihre Konflikte zu lösen.

Lange brauchten Elke und Hartmut Hanke nicht zu warten, denn schon bald kam eine Schülerin, um mit ihnen über ihre Probleme zu sprechen. Ein aufmerksamer Lehrer hatte bemerkt, dass mit dem Mädchen etwas nicht stimmt und schickte sie zu den Hankes. „Das ist eine Ausnahme, denn meistens kommen die Schüler aus eigenem Antrieb zu uns“, sagt Hartmut Hanke.

Schulleiterin Christine Kruschel ist vom Engagement und Ideenreichtum der beiden Schulmediatoren begeistert. Quelle: André Reichel

Diskretion und Verschwiegenheit in solchen Angelegenheiten sind für Elke und Hartmut Hanke oberstes Gebot. „Viel Verständnis und Einfühlungsvermögen sind weitere sehr wichtige Voraussetzungen, die man mitbringen sollte, wenn man bei „SiS“ aktiv werden will“, sagt Hartmut Hanke in seiner ihm eigenen gelassenen Art. Nach dem vertraulichen Gespräch mit der Schülerin gingen Elke und Hartmut Hanke mit ihrer Klangschale zu Stundenbeginn in eine der beiden 7. Klassen. Das nun folgende Ritual ist immer gleich. Ein Schüler darf die Klangschale anschlagen. Bis diese nach langem Nachhall verstummt, schweigen auch die Schüler andächtig. Dann liest Elke Hanke eine kurze Weisheitsgeschichte zum Thema „Richtiger Umgang miteinander“ vor. Es ist eine Pause, die zum Nachdenken anregen soll, sagt das Rentnerpaar. „Besonders gut funktioniert dieses Mentaltraining vor großen Klassenarbeiten, die Schüler gehen dann gelassener und konzentrierter an diese Herausforderung heran“, sagt Hartmut Hanke.

Als Rentner suchten sie sich ein neues Betätigungsfeld

Als eine Art von Herausforderung verstanden es Elke und Hartmut Hanke auch, als sie vor rund zehn Jahren Rentner wurden und sie sich nach neuen Betätigungsfeldern umschauten. „Wir wollten uns ehrenamtlich engagieren und lasen damals in der MAZ, dass bei „SiS“ noch Leute gesucht werden“, berichtet Hartmut Hanke. Das Rentnerpaar meldete sich und nahm gemeinsam mit anderen an einer 80-stündigen Weiterbildung teil. Vorher aber gingen sie in Schulen der Region, um zu fragen, ob überhaupt Interesse an einer Zusammenarbeit mit ihnen und dem Verein besteht. „Allein in der Diercke-Schule wollte man was von uns wissen“, erinnert sich Elke Hanke.

Als frischgebackene Mediatoren kehrten Elke und Hartmut Hanke also in die Diercke-Schule zurück und stürzten sich mit Begeisterung in ihre Arbeit. Viel haben Elke und Hartmut Hanke in den zehn Jahren dazu gelernt. Nicht wenige Kinder von einst, heute längst Erwachsene, bedanken sich bei dem Paar für die damals geleistete Hilfe. Vom Engagement der beiden Schulmediatoren ist auch die Leiterin der Schule, Christine Kruschel begeistert:„Wir sind froh, dieses Angebot in unserer Schule zu haben.“ Was Hankes Sorgen bereitet, sind Nachwuchssorgen: „Irgendwann müssen wir den Staffelstab weitergeben.“

Seniorpartner suchen noch Mitstreiter

Der Landesverband Brandenburg des Vereins „Seniorpartner in School“ bietet interessierten Menschen mit genügend Lebenserfahrung demnächst die Möglichkeit, sich zum Schulmediator weiterbilden zu lassen.

Der nächste Kurs beginnt am 22. März, wird in drei Seminarblöcken durchgeführt und findet in Potsdam und Kirchmöser statt. Die Kosten übernimmt der Verein. Weiterer Informationen unter www.sis-brandenburg.de oder 0331/95 13 05 59.

Von André Reichel

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