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Ostprignitz-Ruppin Seniorenwoche in OPR gut besucht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Seniorenwoche in OPR gut besucht
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00:18 20.06.2016
Frank Matthus plauderte am Donnerstag im Haus der Begegnung in Neuruppin aus dem Nähkästchen. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Die 23. Brandenburger Seniorenwoche ist auf der Zielgeraden, im Landkreis Ostprignitz-Ruppin laufen die letzten von insgesamt 29 Veranstaltungen. Sigrid Schumacher, Vorsitzende des Kreisseniorenbeirates, ist mit der Resonanz zufrieden. So hätten sich bei der Politikerrunde in Wusterhausen am Mittwoch mehr als 60 Senioren eingefunden, um mit Bundestags- und Landtagsabgeordneten, dem Landrat und mehreren Bürgermeistern ins Gespräch zu kommen.

„Früher hatten wir Politikerrunden mit mehr Politikern als Senioren. Das hat sich geändert“, sagte Schumacher. Aus ihrer Sicht gelte es, nicht nur zu feiern, sondern auch inhaltliche Schwerpunkte zu setzen. „Bezahlbare Wohnungen, Teilhabe und Integration, die Gestaltung eines sicheren Umfeldes und die medizinische Versorgung auf dem Land waren Themen, über die gesprochen wurde“, so Schumacher. Diese Aspekte wolle man auch in die weitere Arbeit des Beirats mitnehmen.

Der Chor des Wittstocker Gymnasiums sang bei der Auftaktveranstaltung des Kreises in der Aula. Quelle: Björn Wagener

Gleichwohl freute sich Sigrid Schumacher über bunte Nachmittage wie in Wittstock oder Bechlin, die ebenfalls viel Zuspruch erfuhren. Im Haus der Begegnung in Neuruppin fanden im Rahmen der Seniorenwoche, die unter dem Motto „Für ein lebenswertes Brandenburg – sicher und geborgen“ steht, gleich mehrere Veranstaltungen statt. Bei einer von ihnen war Frank Mat­thus, Leiter der Kammeroper Rheinsberg, zu Gast.

Moderatorin Margarete Jungblut entlockte dem Theater- und Musikexperten am Donnerstag durch mal charmante, mal direkte Fragen einige Feinheiten. So isst Frank Matthus am liebsten Eisbein und Wild, trägt die Haare auf Wunsch seiner Frau lang und singt dem 7-jährigen Sohn im Auto schon mal „Spaniens Himmel“ vor. Ob Luca seinen Vater – und seinen Großvater – irgendwann als Intendant beerben wird, stehe in den Sternen, so Matthus, das Interesse für Musik sei auf jeden Fall vorhanden. Er selbst habe die ernste Seite und „das Wohlüberlegte“ vom Vater und den Drang, auf der Bühne zu stehen, von der Mutter geerbt, erzählte er den knapp 30 Besuchern. Den Zuhörern versprach er zudem: „So lange ich in Netzeband lebe, wird es den Theatersommer geben.“

Der Kyritzer Shantychor „De goode Winds“ trat in Hennigsdorf auf. Quelle: Marco Paetzel

Trotz der interessanten Einblicke und gelungenen Veranstaltungen, zeigte sich Sigrid Schumacher ein Stück weit in Sorge um den „Nachwuchs“. Es sei schwierig, die „jungen Alten“ anzusprechen. „Wir haben ganz viele engagierte über 75-Jährige, die sind mit der Volkssolidarität groß geworden“, erklärte Schumacher. Die Jüngeren seien hingegen nicht so organisiert. Vielleicht liege es daran, nach dem Ausstieg aus dem Berufsleben erst einmal Zeit für sich haben zu wollen oder auch an der Themenauswahl. So seien Fachvorträge aus dem Bereich Gesundheit nicht jedermanns Sache. „Vorträge über Diabetes oder Hüftprobleme will mit 60 noch niemand hören“, sagte Schumacher. Man sei jedoch bemüht, künftig auch Themen für die Jüngeren zu finden.

„Die Seniorenwoche wurde ursprünglich mit dem Ziel ins Leben gerufen, um auf die Senioren und vor allem die wachsende Anzahl an Senioren hinzuweisen“, sagte Schumacher. Derzeit sei rund jeder fünfte Brandenburger über 65, im Jahr 2030 würde es nach Prognosen bereits jeder Dritte sein.

Von Seiten des Landkreises war zu hören, dass „Senioren nicht nur in der Seniorenwoche, sondern das ganze Jahr wichtig sind“. Sie hätten große Bedeutung für Ostprignitz-Ruppin. „Die Älteren sind oft vielfältig ehrenamtlich engagiert und bereichern unsere Gesellschaft an vielen Stellen“, so der Kreis. Auf dieses Engagement wies auch Sigrid Schumacher hin. „Die Senioren haben die höchste Quote unter den Ehrenamtlern.“

Von Mischa Karth

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