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Seniorenzentrum Dreetz etabliert sich

Drei Jahre nach dem Start Seniorenzentrum Dreetz etabliert sich

Wo in Dreetz einst Kinder spielten und lernten, werden heute Senioren betreut. Vor drei Jahren richtete die Diakonie auf dem einstigen Schul- und Kita-Gelände ein Seniorenzentrum ein. Der Start auf dem Dorf war gar nicht so einfach.

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Kürzlich unterhielt ein Zauberkünstler die Nutzer des Seniorenzentrums.

Quelle: Beckmann

Dreetz. Altenpflegeeinrichtungen auf dem Dorf sind immer noch die Ausnahme. Meist entsteht so etwas in den Städten. Dort ist die Infrastruktur einfach besser, sind die Wege zu Ärzten und Serviceanbietern kürzer.

In Dreetz wagte das Diakonische Werk Ostprignitz-Ruppin trotzdem den Bau eines Seniorenzentrums. Neben der klassischen Pflege in Form einer Wohngemeinschaft gibt es die Tagespflege und das betreute Wohnen. Vor ziemlich genau drei Jahren zogen die ersten Nutzer ein.

„Die Einrichtung läuft und wir sind zufrieden“, schätzt Diakonie-Geschäftsführer Werner Böhm ein. Die zehn Zimmer der Wohngemeinschaft seien voll belegt. „Da haben wir sogar eine kleine Warteliste.“ In der Tagespflege werden regelmäßig 20 Menschen von morgens bis abends betreut. Bis aus Friesack und Breddin reisen sie Tag für Tag an. „Die meisten holen wir ab.“ Auch in diesem Bereich ist die Kapazität damit ausgeschöpft. Lediglich beim betreuten Wohnen sind derzeit zwei der sieben Wohnungen unbesetzt. „Aber das wechselt schnell mal“, lautet die Erfahrung von Werner Böhm. Er hält die Entwicklung der Einrichtung für positiv – gerade auch als Bestandteil des Dorflebens: „Seit etwa einem Jahr sind wir bei den Dreetzern angekommen.“

 Die Diakonie nutzt in Dreetz   einstige Kita-Gebäude

Die Diakonie nutzt in Dreetz einstige Kita-Gebäude.

Quelle: Alexander Beckmann

Pflegedienstleiterin Sandra Lüderitz schließt sich dieser Einschätzung an. Sie erinnert sich aber auch, dass der Start auf dem Dorf nicht ganz einfach war. Aber das habe keineswegs an den Dreetzern gelegen, sondern viel mehr an dem, was es im Ort eben nicht gibt. Für Mitarbeiter wie für Dienstleister seien die langen Wege zum Teil gewöhnungsbedürftig gewesen. Und auch, dass die Kaufhalle in der Nähe geschlossen ist, sei nicht gerade ein Pluspunkt.

Der Zuspruch von Seiten der Nutzer habe eine gewisse Anlaufphase gebraucht. „Seit Anfang letzten Jahres hat die Nachfrage aber sehr stark zugenommen. Wir könnten die Einrichtung direkt noch erweitern“, berichtet Sandra Lüderitz. Sie ist überzeugt, dass die Mitarbeiter mit ihrem Engagement dazu wesentlich beigetragen haben. Der gute Ruf, die persönliche Empfehlung seien für so eine Einrichtung unverzichtbar: „Die Leute finden vor allem durch Mundpropaganda zu uns.“

Spielenachmittag am 27. Juli in Dreetz

Das ist wohl ein Grund dafür, dass das Seniorenzentrum regelmäßig öffentliche Veranstaltungen anbietet. Am 15. Juni gibt es wieder den Angehörigennachmittag, bei dem jeder Interessent vorbeischauen kann. Am 27. Juli steht der nächste Spielenachmittag für jedermann mit Bingo, Mensch-ärgere-dich-nicht und Rommé auf dem Programm. „So etwas soll auch ein bisschen die Hürden des Kennenlernens abbauen“, sagt die Pflegedienstleiterin. Überhaupt sei jede Aktivität wie Feste oder Ausflüge auch therapeutisch von Bedeutung: „Es ist wichtig, dass die Leute gefördert werden.“ Ganz toll seien die gelegentlichen Besuche der Dreetzer Kita-Kinder zu Spiel und Sport: „Damit erreicht man auch die schwer an Demenz Erkrankten.“

2012 hatte der Umbau der ehemaligen Kita-Gebäude zum Seniorenzentrum begonnen. Gleich nebenan war kurz zuvor die Schule abgerissen worden. Für viele Dreetzer war das so etwas wie ein Sinnbild für den Zeitenwechsel: Statt Kinder sollten nun Alte betreut werden. Doch inzwischen hat sich die Einrichtung im Dorf etabliert. Wie es damit weitergeht, hängt zum Teil von ganz profanen Dingen ab. „Unser großes Problem ist der Fachkräftemangel“, sagt Geschäftsführer Werner Böhm.

Kontakt: Tel.  033970/1 45 98, mehr Informationen im Internet unter www.diakonie-opr.de.

Von Alexander Beckmann

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