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Serenade bei Kerzenschein in der Stiftskirche

Heiligengrabe Serenade bei Kerzenschein in der Stiftskirche

Etwas Melancholie und Sehnsucht aber bestimmt viele emotionale Erinnerungen rief das Brandenburgische Konzertorchester Eberswalde bei seinem Konzert in Heiligengrabe am Samstagabend beim Publikum hervor. Die Musiker brachten Evergreens zu Gehör, die so ziemlich jeder kannte – und wem Titel und Komponist nicht einfiel, der bekam informative Nachhilfe.

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Die Konzertmeisterin Kremena Andreeva Stoianov (l.) begeisterte mit ihrem Geigen-Solo.

Quelle: Christian Bark

Heiligengrabe. Bei der Darbietung des Brandenburgischen Konzert­orchesters Eberswalde konnte das Publikum am Samstagabend in der Stiftskirche des Klosters Heiligengrabe so richtig die Seele baumeln lassen und in Erinnerungen schwelgen. „Wir wollen mit unseren Evergreens Ihr emotionales Gedächtnis anregen“, sagte die Oboistin Katrin Zimmermann.

Das Publikum schwelgte bei der Musik in emotionalen Erinnerungen

Das Publikum schwelgte bei der Musik in emotionalen Erinnerungen.

Quelle: Christian Bark

Unter dem Programmnamen „Serenade bei Kerzenschein“ – und Kerzen flackerten tatsächlich in der Kirche an diesem Abend – brachten die Musiker so manche bekannte Melodie klassischer Komponisten zu Gehör. Und wem nicht sofort Titel und Urheber einfiel, dem half Katrin Zimmermann mit allerlei wissenswerten Fakten zum Wer und zum Leben der Komponisten weiter. So berichtete sie vom großen Erfolg der Oper „Cavalleria Rusticana“ von Pietro Mascagni bei ihrer Uraufführung 1890 in Rom – sie sollte jedoch der einzige große Geniestreich des Italieners bleiben. Auch erfuhr das Publikum einiges aus dem Leben von Mascagnis Landsmann Luigi Boccherini, der 1787 sogar zum preußischen Hofkompositeur Friedrich Wilhelms II. avancierte, nach dem Tod des Preußenkönigs 1797 jedoch ein klägliches Auskommen hatte. Beim „Ständchen“ von Franz Schubert sollten sich die Zuhörer einen schmachtenden Liebhaber wie Romeo oder Cyrano de Bergerac vorstellen, die ihre Herzensdame mit einem romantischen Lied anhimmeln.

Kleine Nachtmusik ist Mozarts deutsche Serenade

Das Kind im Erwachsenen soll wohl Robert Schumann mit seiner „Träumerei“, die er 1838 komponiert hatte, wieder erweckt haben wollen. „Es wirkt unglaublich auf das Gemüt des Zuhörers“, fügte Katrin Zimmermann vor der Darbietung des Orchesters hinzu. Im vom Flötisten Ernst Urbach arrangierten Potpourri „Haydns Himmelsgrüße“ zeigte das Orchester zugleich seine Begeisterung für Joseph Haydn, den Katrin Zimmermann als einen der „Väter“ der Wiener Klassik bezeichnete. Ganz romantisch wurde es beim Klassiker „Melodie“ von Artur Rubinstein, dessen Klavierspiel schon zu seinen Lebzeiten mit dem von Franz Liszt verglichen worden sein soll. Plagiatsvorwürfen sah sich hingegen Johannes Brahms bei der Fertigstellung seiner „Ungarischen Tänze“ 1879/80 gegenüber. „Er hat zu derartigen Vorwürfen geschwiegen, was wohl die beste Antwort darauf gewesen war“, sagte die Oboistin.

Konzertorganisatorin Barbara Nürnberg bedankte sich bei den Musikern

Konzertorganisatorin Barbara Nürnberg bedankte sich bei den Musikern.

Quelle: Christian Bark

Welche Inspiration auf Antonín Dvorak bei der Fertigstellung dener Humoresken bis 1894 eingewirkt hatte, ist Katrin Zimmermann zufolge bis heute nicht ganz klar. Weil der Komponist zuvor in Amerika mit der Arbeit begonnen hatte, seien auch indianische Einflüsse ins Spiel gebracht worden. Näher liege jedoch die Musik schottischer und irischer Einwanderer, worauf der ursprüngliche Titel des Werks „Schottische Tänze“ hindeute. Zu den wohl volkstümlichsten Stücken überhaupt zählte Katrin Zimmermann „Eine kleine Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Sie sei eine Übersetzung der Serenade ins Deutsche. Die Serenade sei bevorzugt nachts unter freiem Himmel mit Bläsern gespielt worden – Mozart habe sie hingegen für Streicher komponiert und 1787 vollendet. Aufgeführt worden sei sie zu seinen Lebzeiten aber wohl nicht mehr.

Am Ende des Konzerts erinnerte sich Katrin Zimmermann an den bis dahin letzten Auftritt des Orchesters in Heiligengrabe vor gut 17 Jahren. „Wir wollen diesmal aber nicht so lange warten, bis wir wieder hier spielen dürfen“, sagte sie.

Das nächste Konzert „Ein Sommernachtstraum“ findet am kommenden Samstag um 19 Uhr in der Heiliggrabkapelle statt. Dann wird die Sopranistin Uta Mayer Lieder aus Renaissance und Barock zum Lautenspiel von Konrad Navosak singen.

Von Christian Bark

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