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Serviettenfabrik schließt Ende März

Neuruppin Serviettenfabrik schließt Ende März

Die Ruppiner Papier- und Folienwerke, die ihren Sitz im Gewerbegebiet Treskow haben, stellen zum 31. März ihre Serviettenproduktion ein. 33 Mitarbeiter werden entlassen. Zumindest einige von ihnen dürfen darauf hoffen, vielleicht schon bald eine Stelle beim Schwesternbetrieb Forti-Folien zu bekommen.

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Jeden Monat wurden in den Papierwerken in Neuruppin etwa zwei Millionen Päckchen Servietten produziert.

Quelle: Henry Mundt

Neuruppin. Schlechte Nachrichten: Die Ruppiner Papier- und Folienwerke stellen zum 31. März ihre Serviettenproduktion im Neuruppiner Gewerbegebiet Treskow ein. 33 Mitarbeiter werden entlassen. Grund: Das Unternehmen kann in dem sich verschärfenden Wettbewerb nicht mehr mithalten.

Marktführer bei der Serviettenproduktion in Nord- und Mitteleuropa ist Duni. Der internationale Konzern, dessen Hauptsitz sich im schwedischen Malmö befindet, hat nach eigenen Angaben 2200 Mitarbeiter in 23 Ländern. Duni produziert nicht allein in Schweden und Deutschland, sondern ebenfalls in Polen und Thailand. In den Ruppiner Papier- und Folienwerken wurden bisher etwa zwei Millionen Päckchen Papiertücher mit saisonal unterschiedlichen Mustern hergestellt, monatlich.

Herber Rückschlag schon im vergangenen Jahr

Trotz dieser Stückzahl konnten die Ruppiner Papier- und Folienwerke nicht mit Duni mithalten. Das lag auch daran, dass das Neuruppiner Unternehmen schon im vergangenen Jahr einen herben Rückschlag zu verkraften hatte: Mit Einführung des Plastiktütenpfandes im April brachen die Umsätze bei den Tragetaschen dramatisch ein. Bis dahin hatten die Ruppiner Folienwerke 60 bis 70 Millionen Tragetaschen pro Jahr in Neuruppin produziert. Sie gingen an die großen Supermarktketten Rewe, Penny und Aldi.

Doch mit dem neuen Pfandsystem brach dieser Markt innerhalb nur weniger Monate zusammen. Dabei ist selbst bei Experten umstritten, ob es sinnvoll ist, die stabile Plastiktüte durch Papiertüten zu ersetzen, wie das derzeit vielfach in den Supermärkten passiert. Zum einen sind Papiertüten nicht so lange haltbar wie Taschen aus Kunststoff, zum anderen haben diese deutlich weniger als ein Prozent am Plastikmüll in Deutschland ausgemacht. Die Ruppiner Folienwerke mussten wegen des Umsatzeinbruches bereits im vergangenen Jahr 36 Mitarbeiter entlassen. Einige konnten zum Schwesternbetrieb, der Forti-Folien GmbH im Neuruppiner Gewerbegebiet wechseln. Diese produziert Alu- und Haushaltsfolien.

Muttergesellschaft sitzt in der Nähe von Köln

„Mittelfristig“ sei geplant, den Geschäftsbereich von Forti-Folien „deutlich“ auszubauen, sagte am Mittwoch Jens Boggel von der Vertriebsleitung der Victorgroup. Diese ist die Muttergesellschaft der Ruppiner Papier- und Folienwerke sowie von Forti-Folien. Die Victorgroup hat ihren Hauptsitz in Frechen bei Köln und erzielt mit ihren deutschlandweit mehr als 100 Mitarbeitern nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von gut 130 Millionen Euro. Allein bei Forti-Folien in Neuruppin gibt es aktuell 34 Beschäftigte, so Boggel.

Von Andreas Vogel

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