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Sewekowerin engagiert sich fürs Plattdeutsche

Spürbarer Ruck im Land Sewekowerin engagiert sich fürs Plattdeutsche

Heidi Schäfer ist es nicht nur wichtig, dass die plattdeutsche Sprache rund um Wittstock und in der Prignitz erhalten bleibt. Sie engagiert sich auch auf Bundesebene für diese vom aussterben bedrohte Mundart. Die Signale der Landespolitik machen ihr Mut, dass die Unterstützung zunimmt.

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Heidi Schäfer schwört auf die Anwendung der plattdeutschen Sprache in der Pflege.

Quelle: Christamaria Ruch

Sewekow. Auf dieses Signal aus Potsdam haben Heidi Schäfer aus Sewekow und viele Mitstreiter lange gewartet. Der Landtag stimmte im Sommer einem Antrag der beiden Regierungsparteien SPD und Linke zu. Darin heißt es, dass der 2014 gegründete Brandenburger Verein für Niederdeutsch künftig auf „konkrete unterstützende Maßnahmen der Landespolitik“ setzen kann.“

„Damit hat die Landesregierung ihre Gesprächsbereitschaft zum Schutz der niederdeutschen Sprache deutlich formuliert. Jetzt kommt man nicht mehr an uns vorbei.“ Dies sagt Heidi Schäfer als Motor und Akteurin für Plattdeutsch in der Region Wittstock sowie auf Landes- und Bundesebene. Sie sitzt gemeinsam mit Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann im Vorstand des Landesvereins Niederdeutsch. Wie dieser Landtagsbeschluss in der Praxis umgesetzt wird, liegt im Verhandlungsgeschick. Für Schäfer steht fest: „Die Mitglieder vom Brandenburger Verein für Niederdeutsch können sich nun mit Vertretern des Landes an einen Tisch setzen.“ Möglich ist auch ein Gremium für die Plattsprecher im Land. Die Hilfe soll sich auch finanziell niederschlagen. Der Landesverein Niederdeutsch ist „Grundlage, um auf politischer Ebene endlich ernst genommen zu werden“, so Schäfer.

Rückblende: Im Jahre 2008 gründete sich die Wittstocker Initiative zum Erhalt der niederdeutschen Sprache. „Damit wollten wir vor allem Basisarbeit leisten und die Plattsprecher in Nordbrandenburg vernetzen“, sagt Heidi Schäfer. Die Mitglieder der Initiative nahmen Ende 2010 Kontakt zur Landesregierung auf. Darin forderten sie verlässliche Regelungen für den Schutz dieser Regionalsprache. „Dieser Antrag scheiterte 2011, weil das Land keine ausreichende Basisarbeit erkennen konnte“, erinnert sich Schäfer. Heute weiß sie, dass „eine Initiative kaum ernst genommen wird.“ In diesem Zuge entstand der Kontakt zu Meto Nowak. Er ist beim Brandenburger Kulturministerium als Referent des Landesbeauftragten für Angelegenheiten der Sorben und Wenden tätig. Seit vier Jahren unterstützt er die Plattsprecher. Viele Zusammenkünfte, Gespräche, zwei parlamentarische Tische in Wittstock und weitere Veranstaltungen gehen auf Initiative von Heidi Schäfer und deren Mitstreiter zurück.

Brandenburg erhielt erst 2013 ein schlechtes Zeugnis der Europäischen Union für den Umgang mit der niederdeutschen Sprache. Darin heißt es: Es liegt ein bedauernswerter Mangel an politischem Willen vor, die von 1999 stammende Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen umzusetzen. „Doch seit dem letzten Jahr geht ein spürbarer Ruck durch das Land“, so Schäfer. Mit der Gründung des Brandenburger Vereins für Niederdeutsch sind die Sprecher und Akteure nun breiter aufgestellt. Auch das Wittstocker Projekt „Platt in der Pflege“ (die MAZ berichtete) macht landesweit auf sich aufmerksam. „Das ist ein Brandenburger Pilotprojekt“, so Heidi Schäfer. Mit Blick nach vorn weiß sie: „Es geht wirklich voran und jetzt ist es ein Balanceakt für uns, überall präsent zu sein.“

Von Christamaria Ruch

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