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Sexy: Zauber der Travestie im Stadtgarten

Neuruppin Sexy: Zauber der Travestie im Stadtgarten

Auch in diesem Jahr lassen es die „Mädels“ vom Zauber der Travestie wieder krachen: Mit einem Feuerwerk an Pailletten, derben Witzen, coolen Songs und vielen lustigen Anekdötchen rund um Mann und Frau begeisterten die sechs Dragqueens am Freitag ihr Publikum im Neuruppiner Stadtgarten.

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Zauber der Travestie im Stadtgarten Neuruppin

Quelle: Regine Buddeke

Neuruppin. „Luise muss k...“ – Marcel Bijou – Freunde dürfen sie Marcella nennen – hat kein Problem mit K-Wörtern und während Luise ihren Geschäften nachgeht, verrät ihre Kollegin, dass Luise chronisch „untervögelt“ ist. „ Aber das kennen Sie gewiss auch“, plaudert sie mit unschuldigem Blick in den Saal des Neuruppiner Stadtgartens, wo sich am Freitag 300 Leute bereits vor Lachen fast von ihren Sitzen kugeln. „Sie sollen heute Spaß haben“, verspricht die glitzernde Gestalt auf schwindelerregend hohen Stilettos unter ihrer Walleperücke und unendlich langen Klimperwimpern. „Und ihre Probleme zu Hause lassen. Obwohl – einige haben ihrs ja mitgebracht“, staunt sie angesichts der Männer im Publikum. „Keine Nanny gefunden?“, fragt sie und parliert, wa Männer unbeaufsichtigt so alles anstellen können. „Ich habe ja nie geheiratet“, verrät sie. „Wegen so bissel Wurst muss ich ja nicht das ganze Schwein nehmen“, lässt sie wissen und plaudert über Eheprobleme. Etwa wenn der Kerl erst nachts um drei besoffen nach Hause kommt. Egal, wie leise er ist, die Frau merkts und eine stundenlange Standpauke ist sicher. „Besser ist es, richtig Krach zu machen. Und laut zu rufen: Rat mal, wer jetzt f... will.“ Mit F-Worten hat Marcella auch kein Problem. „Was glaubst du, wie tief sie dann schläft.“ Der Saal kriegt sich kaum wieder ein.

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Schrill, schlagfertig, sexy: Die Herren alias Damen lassen beim „Zauber der Travestie“ im Neuruppiner Stadtgarten nichts anbrennen und fahren alle Waffen auf, die sie haben: Glitzerfummel, Gesang und Gags am Fließband. Das kam bei den Fans bestens an.

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Natürlich wird nicht nur geplaudert beim „Zauber der Travestie“. Versaute Witze sind nur die Würze. Die paillettenübersäten Gestalten tanzen und singen auch – live. Und gehen gern auf Tuchfühlung mit den Fans. „Mich kriegste heute Abend nicht“, neckt Marcel Bijou einen Gast. „Und wenn, würdest du Sachen finden. Die willste gar nicht finden“, fährt sie fort und singt Bonnie Tylers „It’s a heartache“ – „aber auf meine Perversion“, lacht sie.

„Jetzt kommt unsere einzige Jungfrau. Mit Hornhaut auf dem Jungfernhäutchen“, kündigt Marcel Bijou an.Fräulein Luise – die Urmutter und Gründerin der seit 20 Jahren tingelnden Show – ist fertig mit ihrem Backstage-Job und stürmt die Bühne. Ob diesmal der richtige Hirsch im Saal sitzt? Hinter den Aschenbecherbrillengläsern kann sie es schlecht erkennen. Sie lässt es drauf ankommen und die Hüllen fallen – zuerst das prächtige Pferde-Gebiss. „So schön kann doch kein Mann sein“, trällert sie und offenbart, dass nicht nur das Jungfernhäutchen Rost angesetzt hat, sondern auch die Bikinizone derart blondmähnig zugewuchert ist, dass man das RTL-Dschungelcamp darin abhalten könnte. Das Publikum amüsiert sich königlich.

Glitzernde Kleider und sexy Gesten: die „Mädels“ gaben alles

Auch die anderen Damen hauen auf den Putz: France Delon singt mit dem Saal „Simply the best“, Denisse Zambrana gibt die spanische Tänzerin und fegt wie ein Torero mit Hut über die Bühne. Jhonny Boy dagegen mutiert vom Entertainer zur heißen Tina-Turner-Imitation. Und Leslie Anderson, das kölsche Mädel, das gerade sein „freiwilliges asoziales Jahr“ absolviert, tanzt und erzählt böse Trump-Witze. Kokett lupft sie das Röckchen über den wohlgeformten Schenkeln und offeriert die Travestie-CD mit „wirklich tollen Titten – äh – Titeln“.

„So schön aus dem Leben gegriffen – so viel Wahrheit dahinter. Man erkennt sich wieder“, schwärmt Inge Bennarndt, die sich wie viele andere Fans in der Pause mit den Stars ablichten lässt.

Von Regine Buddeke

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