Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Shamisen-Klänge in Bartschendorf

Frühlingsfest auf Japanisch Shamisen-Klänge in Bartschendorf

Ungewöhnliche Klänge hallten am Sonntag über dem Gelände des japanischen Gartens in Bartschendorf. In dem zur Gemeinde Dreetz gehörenden Dorf spielte das bundesweit einzige Shamisen-Orchester beim diesjährigen Frühlingsfest. Nebenher wurde erklärt, was es mit den seltsamen Instrumenten auf sich hat.

Voriger Artikel
Pittiplatsch ist vermutlich auch ein Kyritzer
Nächster Artikel
Rechenmaschinen von anno dunnemals

Shamisen-Spielerinnen im Konzert.

Quelle: Wolfgang Hörmann

Bartschendorf. Weiße Bluse, bunter Rock, grellrote Lippen und Kirschblüten im Haar – die junge Berlinerin wusste, was sie der Saisoneröffnung im japanischen Garten in Bartschendorf schuldig war. Ihr Kunstblütenkranz duftete natürlich nicht. Aber er war der deutlichste Fingerzeig auf das, was uns der Frühling in den nächsten Wochen bescheren wird. Den Vorgeschmack genossen am Sonntag hunderte Besucher im wunderschönen Refugium von Gesine und Reiner Jochems. Die Gäste flanierten zwischen den akkurat geschaffenen Anlagen, ließen sich an allen Ecken des Gartens, eine Schale Tee in der Hand, von der Sonne bescheinen und lauschten dabei einer seltenen Musik.

Neun junge Frauen vom deutschlandweit einzigen Shamisen-Orchester hatten sich zunächst aufgeteilt, um hier und da mit ihren Instrumenten den Augenschmaus noch akustisch schmackhafter zu machen. Dann begann ein einstündiges Konzert des gesamten Ensembles.

Das Shamisen ist ein Dreisaiteninstrument. Gespielt wird es mit imponierender Fingerfertigkeit und einem Bacci. Was für Rock-Gitarristen das Plättchen, mit dem sie die Saiten berühren, ist für das traditionelle japanische Musikspiel das Bacci. Es sieht aus wie eine Mischung aus Spachtel und Eiskratzer, ist aber als überdimensionales Plektrum unerlässlich, um dem Instrument mit dem langen Hals zirpende Töne in unterschiedlichen Lagen zu entlocken.

Auftritte in den Gärten der Welt und im Bonsai-Garten

„Wir sind schon das dritte Mal hier in Bartschendorf. Es ist der Beginn vieler weiterer Auftritte, zum Beispiel in den Gärten der Welt in Berlin-Marzahn und im Bonsai-Garten Ferch. Denn die Kirschblütenzeit steht ­bevor. Sie wird gebührend auch rund um Berlin und im Märkischen begangen“, sagt Juliane Lippok. Die Archäologin ist seit zwei Jahren in der Gruppe. Sie hat etwa 20 Mitglieder, die in den kommenden Wochen also reichlich Gelegenheit haben werden, ihr Können zu zeigen.

Gastgeberin Gesine Jochems war wie das Publikum sehr angetan vom Auftritt und auch von der guten Resonanz dieses ersten Aprilsonntags 2016. Gemeinsam mit Ehemann Reiner begann sie im Jahr 1992, das 7500 Quadratmeter große Gelände zu einem japanischen Garten zu gestalten. Letzte Ideen dürften die beiden bei einem zweimonatigen Aufenthalt im Land der Sonne bekommen haben, der damals gerade hinter ihnen lag. Mitte der 1990er Jahre luden sie erstmals Gäste ein, zunächst viermal im Jahr, bis die Idee heranreifte, von April bis Oktober an jedem Wochenende Besichtigungen zu ermöglichen.

Das Paar nutzt das Areal aus Bäumen, Sträuchern, Blumen, Wasser und Steinen auch als Musterobjekt. Ihr Planungsbüro „Roji“ („taubedeckter Waldweg“) berät Kunden bei der Gartengestaltung. Das Interesse ist längst international.

Shamisen-Spielerinnen im Garten

Shamisen-Spielerinnen im Garten.

Quelle: Matthias Anke

Von Wolfgang Hörmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg