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Ostprignitz-Ruppin Evi-Team zum fünften Mal beim Shell-Eco-Marathon dabei
Lokales Ostprignitz-Ruppin Evi-Team zum fünften Mal beim Shell-Eco-Marathon dabei
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15:45 29.06.2018
Das E-Fish-Team der Evangelischen Schule Neuruppin nimmt zum fünften Mal am Shell-Eco-Marathon in London teil. Am Freitag, 29. Juni 2018, wurde es groß auf dem Schulhof verabschiedet. Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti
Neuruppin

Zehn Zentimeter Luft bis zur Decke müssen sein. Dann ist man prädestiniert dafür, das E-Fish-Fahrzeug der Evangelischen Schule Neuruppin zu steuern. Jakob Rosenau erfüllt das Kriterium und ist zudem 16 Jahre alt. „Erst ab dem Alter darf man es fahren“, sagt der Zehntklässler. Er steuert dieses Jahr das Elektroauto, mit dem das Evangelische Gymnasium Neuruppin in einer Woche beim Shell Eco-Marathon (Europa- und Weltmeisterschaft zugleich) in London an den Start geht. Ersatzfahrer ist Jannik Noack, ebenfalls zehnte Klasse.

Strecke im Olympiastadtion

Vom 6. bis 8. Juli 2018 findet die Veranstaltung auf einer Strecke rund um das ehemalige Olympiastadion von London statt. Fahrzeuge aus 22 europäischen Ländern treten an, im Anschluss gehen die Sieger Europas, Amerikas und Asiens an den Start. Das Ziel beim Shell-Eco-Marathon ist, mit möglichst wenig Energie möglichst weit im Auto zu kommen. Da spielt auch das Gewicht eine Rolle, bei Fahrzeug und Fahrer. Das E-Fish-Mobil wiegt um die 100 Kilogramm, Jakob etwa 60 Kilogramm. Passt.

Der Zehnklässler Jakob Rosenau steuert das orangefarbene Fahrzeug mit zwei Elektromotoren in diesem Wettbewerb. Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti

Am Freitag, 29. Juni 2018, wurde das Wettbewerbs-Team elf Uhr mit großem Rambazamba auf dem Schulhof in der Regattastraße verabschiedet. Die Evi-Samba-Trommler sorgten für Stimmung, etliche Schüler verschiedener Jahrgänge waren gekommen.

Neugierig lugten sie in das tiefer liegende, orangefarbene Automobil, das mit seiner ovalen Form ziemlich futuristisch wirkte und setzten sich probehalber hinein. Was wegen des begrenzten Platzes ein Kunststück für sich war.

Schneller Einstieg

Wendig kletterte dagegen Pilot Jakob Rosenau für Fotos in den E-Fish – und wieder heraus. Nicht mal drei Sekunden brauchte er dafür. „Mehr als zehn dürfen es nicht sein“, sagt Jakobs Vater Christian Wenger-Rosenau, der selber in der Autoentwicklung ist und das Jetcar, das erste Elektro-Auto in Neuruppin, konstruiert hat. Dem Tüftler, mit Werkstatt in Nietwerder, ist es zu verdanken, dass seit nunmehr zwölf Jahren Schüler aus Neuruppin an dem ungewöhnlichen Wettbewerb mitmachen.

Wenger-Rosenau konnte dafür zunächst das Oberstufenzentrum in Neuruppin begeistern, vor fünf Jahren stieg auch die Evangelische Schule ein. Diese sei eher kreativ ausgerichtet, meint Christian Wenger-Rosenau, da wäre das Shell-Eco-Programm ein guter Kontrast: „Viele Jungs im Evi sind Technik-Freaks, die sammeln sich dann bei uns.“

Kindheitstraum wird wahr

So auch sein eigener Sohn. Für Jakob Rosenau wird jetzt als Pilot des E-Fish-Fahrzeugs ein Kindheitstraum war. „Seitdem ich vier bin, begleite ich meinen Vater zum Shell-Eco-Marathon. Endlich kann ich einmal selber drinsitzen und steuern“, freut sich der Teenager. Bis zuletzt tüftelte das Schülerteam mit Christian Wenger-Rosenau am Elektromobil. „Es ist das dritte Fahrzeug, mit dem wir antreten. Dieses ist aus Kohlefaser gebaut und mit leichtem Aluminium-Rahmen. Wir haben es ein halbes Jahr vor dem Wettbewerb auseinander genommen, und es noch effizienter gemacht. Den Motorenumbau haben die Schüler begleitet.“

Die Namen der beiden Fahrer Jakob Rosenau (Erstfahrer) und Jannik Noack stehen an der Tür. Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti

Das E-Fish-Mobil fährt jetzt mit zwei Elektromotoren. „Diese haben einen hohen Wirkungsgrad“, versichert der Chefentwickler, „bis 92 Prozent. Im Vergleich: Ein Verbrennungsmotor liegt unter 40 Prozent Wirkungsgrad.“ Würde man das umrechnen, bräuchte der E-Fish anderthalb Schnapsgläser Sprit auf 100 Kilometer. „Ein Benziner benötigt um die sechs Liter.“

Errechnete Energieeffizienz

Die Strecke im Londoner Olympiastadion ist 1,6 Kilometer lang. Zehn Runden werden gefahren. Macht 16 Kilometer. Um die Energieeffizienz zu errechnen, wird im Shell-Eco-Marathon hochgerechnet, wie weit man mit einem Liter Sprit kommen würde, erklärt Christian Wenger-Rosenau: „Mit dem E-Fish-Fahrzeug wäre das von hier bis fast nach Moskau.“ Allerdings muss man alle 40 Kilometer den Akku aufladen.

Wichtig für effizientes Fahren sei, nicht zu viel Gas zu geben, sagt Sohn und Pilot Jakob: „Und man sollte so wenig wie möglich bremsen. Einmal pro Runde muss man das allerdings, das ist Bedingung, um ein Stadtfeeling im Wettbewerb zu bekommen. Wie an einem Stoppschild auch.“ Fahren konnte Jakob das E-Fish-Mobil sofort. Technisch sei es nicht anders als andere Fahrzeuge. Privat hat der Zehntklässler ein Elektromotorrad. In Orange.

Kommenden Montag geht die Reise nach London für Jakob und sein Team, bestehend aus sechs Schülern zuzüglich Betreuer, los. Sie fliegen, der orangefarbene E-Fish, das E steht für die Evangelische Schule, der Fisch für das Schullogo, fährt bei Christian Wenger-Rosenau im Anhänger mit. Dienstag ist TÜV-Abnahme und das Training beginnt. Bisher ist Pilot Jakob Rosenau immer nur auf einer Teststrecke bei Nietwerder gefahren. Endlich darf er zum ersten Mal richtige Runden drehen.

Antrieb verbessert

2017 steuerte das Elektroauto Arik Noack im Shell-Eco-Marathon. Er ist diesmal als Team-Chef dabei. Seit letztem Jahr hat der 19-Jährige sein Abitur in der Tasche und ist bei Gauff Consulting in Berlin tätig, einer der Sponsoren des Programms. Lösen kann sich Arik vom Evangelischen Gymnasium in Neuruppin aber nicht so leicht.

Er ist überzeugt, dass das Team dieses Jahr einen guten Platz belegen wird: „Die Leute sind Wahnsinn. Alle spielen super zusammen. Wir haben extrem viel am Fahrzeug gemacht, hinten den Antrieb verbessert, damit wir besser fahren können als zuvor.“ Dafür gibt es von den Evi-Samba-Trommlern einen Extra-Tusch und Beifall von der Schülerschaft.

Freitag kommende Woche bis Sonntag, 6. bis 8. Juli findet die Europameisterschaft statt. Der Sieger zieht ins Finale und tritt gegen die Gewinner des Shell-Eco-Marathons aus. Anke Bachmann, Leiterin der Evangelischen Schule, wünscht dem Team dafür alles Gute: „Ihr kriegt es besser hin als die Fußballer. Mit eurem Teamgeist, euren Fähigkeiten wird das was.“ Letztes Jahr wurde das E-Fish-Team in London Dritter, durfte sogar beim Weltmeisterschaftslauf mitmachen, scheiterte aber im Halbfinale.

Besonderes Team

Das Evi-Team bildet bei diesem schon an sich außergewöhnlichen Wettbewerb eine Ausnahme. „Es ist eine der wenigen Mannschaften, in der Schüler mitmachen“, sagt Lehrer Stephan Panzer, der der Schüler nach London begleitet. Viele Autos werden von Studenten entworfen, gebaut und gesteuert.

Das ganze Evi drückt dem E-Fish-Team für die Europa- und Weltmeisterschaften in London die Daumen. Die Bedingungen für einen Sieg sind gut. Alle Hoffnungen liegen auf Pilot Jakob Rosenau, der lächelnd für ein letztes Bild am orangefarbenen Elektroauto lehnt.

Auf www.e-fish.online kann man das Team medial begleiten.

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

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