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Shen Katiofsky ist Hundetrainerin

Seebeck Shen Katiofsky ist Hundetrainerin

Shen Katiofsky mag Hunde schon, seit sie denken kann. Deshalb hat sie nicht lange gezögert, als sich ihr 2014 die Chance bot, auf einen Hof zu ziehen, der genug Platz für eine Hundeschule bot. Dort trainiert sie nun Vierbeiner und deren Halter.

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Shen Katiofsky (l.) und ihre Schwester Sarah mit ihren Hunden auf dem großen Übungsplatz.

Quelle: Regine Buddeke

Seebeck. Shen Katiofsky hat ihr Herz an Hunde verloren. „Als Kinder hatten wir immer nur Katzen und Vögel“, erinnert sie sich. „Aber mit 16 habe ich einfach einen Bernhardiner mit nach Hause gebracht.“ Gismo hieß der. „Ein Gremlin: ganz lieb, aber verrückt“, sagt die 32-Jährige über ihren „Erstling“. Mit dem suchte sie schnell den Weg zur Hundeschule, wo Gismo die Begleithundprüfung bestand und später die Ausbildung zum Rettungshund absolvierte.

Derzeit hat die Neu-Seebeckerin zwei Hunde, den Chiuhahua Flecki und Shadow, einen Bernhardiner. „Shadow ist unser einziger von und zu, und anerkannter Deckrüde beim VDH“ (Verband für das Deutsche Hundewesen – Anm. d. Red).

Ihr Partner hat einen Jagdhundmischling. Shen Katiofskys Schwester Sarah – die später auch auf dem Hof wohnen soll, so beider Wunsch – hat Terrier-Mix Bully und Lou, einen Siberian Husky mit auf den Hof gebracht. Dass sich darüber hinaus noch andere Hunde auf dem Hof und Hundetrainingsplatz der Familie wohlfühlen, ist erklärtes Ziel.

Shen Katiofsky und ihre Hunde haben Spaß miteinander

Shen Katiofsky und ihre Hunde haben Spaß miteinander.

Quelle: Regine Buddeke

Shen Katiofsky ist 2014 nach Seebeck gezogen, um sich ihren Traum zu erfüllen. „Das hing auch mit meiner Schwangerschaft zusammen“, erklärt die gebürtige Wittstockerin, die zusammen mit ihrem Partner nach einem Hof auf dem Land suchte, um Platz für die Familie aber auch für Tiere zu haben. Die Idee, Hunde zu trainieren, hatte sie damals schon vage im Kopf. Entweder Hundeschule oder eine Hundepension. Vielleicht sogar beides: „Mir war schnell klar, dass ich weiter Hunde ausbilden möchte“, sagt sie rückblickend.

Shen Katiofsky hat nicht nur Landwirtschaft studiert sondern in Wittstock bereits stolze 14 Jahre ehrenamtlich in der Rettungshundestaffel mitgearbeitet. 2011 erwarb sie ein Zertifikat für die Ausbildung von Rettungshunden. Seitdem hat sie reichlich Seminare und Fortbildungen rund um den Hund besucht. Das kommt ihr nun zugute, genauso wie den Hundebesitzern, die bei Shen Katiofsky lernen, wie man Hunde erzieht und versteht. Und die vielleicht sogar bald ihre Hunde dort in Kurzzeit-Pension geben können – daran arbeitet die Familie gerade mit Hochdruck. „Ein Service für meine Hundeschüler“, erklärt Katiofsky.

Trampolin geht auch mit vier Beinen

Trampolin geht auch mit vier Beinen.

Quelle: Regine Buddeke

Was Hundetraining eigentlich genau sei? „In erster Linie bedeutet es, die Menschen zu trainieren, dass sie die Signale ihrer Tiere besser verstehen können“, sagt die Trainerin und lacht. Es gehe viel um Beobachten. „Es geht nicht darum, dem Tier den eigenen Willen aufzuzwingen, sondern vielmehr um Kommunikation zwischen Tier und Mensch. Die müsse natürlich an das Verständnis des Hundes angepasst werden. Wenn man erkenne, was der Hund einem mitteilt, kann man sein eigenes Verhalten anpassen.

Wenn ein Hund signalisiere, dass man sich ihm besser nicht nähert, sollte man das ernst nehmen. Als Beispiel führt Shen Katiofsky aggressive Hunde an. Obschon: „Aggression beim Hund gibt es selten. Sie entsteht zumeist aus Angst“, macht sie deutlich. Wenn ein Hundeführer das nicht sehe und mit starker Dominanz trainiert, sei das genau der falsche Weg. „Der Hund fühlt sich dann unverstanden.“ Angst, von einem Hund verletzt zu werden, hat sie nicht. „Klar, Hunde haben Zähne“, winkt sie ab. „Es ist ein Kommunikationsmittel der Tiere.“ Welches aber nur in letzter Not verwendet werde.

Sicher ist: Shen Katiofsky trainiert nicht die Hunde selbst. Sie gibt vielmehr den Haltern das nötige Rüstzeug an die Hand, selbst aktiv zu werden. Insofern kommt ein Training ohne Herrchen oder Frauchen nicht infrage. „Das ist eine sehr private und persönliche Angelegenheit“, erklärt die Hundetrainerin. Mit den Hunden hätte sie eigentlich nie ein Problem. „Aber die Chemie zwischen dem Halter und mir muss schon stimmen.“ Ein gut Teil Empathie und Menschenkenntnis gehören quasi zu ihrem Beruf dazu.

Die Besitzer lernen, besser zu verstehen, was ihre Tiere sagen wollen

Bei ihren Trainingsmethoden setzt sie auf Abwechslung: Gehorsam ist integriert in Übungen aus der Personensuche, Dummy-Arbeit, Agility und allem anderen, was den Hunden Spaß macht. Es sei natürlich auch immer abhängig, was der Hundehalter von seinem Hund verlange. „Mein Hund ist Profi bei der Suche nach meinen Schlüsseln, weil ich die immer verlege“, verrät Shen Katiofsky und lacht. Man könne Hunde gut in den Alltag integrieren. Einmal habe sie den kranken Hund eines Hundeschülers trainiert, der wegen eines Beckenbruchs stark gehandicapt war – der Parcours auf ihrem Hof war für ihn tabu. „Den habe ich stattdessen ausschließlich geistig beschäftigt – mit Clickertraining.“ Die Hündin könne jetzt die Stehlampe an und aus machen, erklärt sie und schwärmt: „Mit Hunden kann man ewig arbeiten.“ Langweilig werde das nie: „Den Hunden nicht und mir auch nicht.“

www.hundeschule-seebeck.de

Von Regine Buddeke

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