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Ostprignitz-Ruppin Sicherheit für den Stadtbauhof
Lokales Ostprignitz-Ruppin Sicherheit für den Stadtbauhof
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00:18 01.01.2018
Simone Deter leitet bisher den Stadtbauhof von Neuruppin. Quelle: Reyk Grunow
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Neuruppin

Bammel? Hat Simone Deter nicht. Seit 20 Jahren leitet sie den Stadtbauhof von Neuruppin. 20 Jahre lang war sie von der Arbeit ihrer Leute überzeugt. Jetzt kommt die größte Änderung seit zwei Jahrzehnten auf die 25 Mitarbeiter zu. Ab Montag gibt es den Stadtbauhof in seiner bisherigen Form nicht mehr. Aus dem Bauhof wird der Stadtservice. Bisher war das Unternehmen ein Eigenbetrieb der Stadt Neuruppin; ab Januar ist der Stadtservice ein Teil der Stadtwerke.

Simone Deter ist froh, dass die Stadtverordneten der Idee zugestimmt haben. Dass die Mitarbeiter des Bauhofs und die Frauen und Männer der Stadtwerke künftig sprichwörtlich unter einem Dach arbeiten, hält sie für genau die richtige Entscheidung, um für die Zukunft gerüstet zu sein. „Wir haben 20 Jahre lang gute Arbeit geleistet und wir werden das auch weiterhin tun“, sagt sie. „Aber es ist gut, jetzt einen so starken Partner an der Seite zu haben.“ Einen Partner, der mit moderner Technik, gemeinsamen Projekten und dem Wissen und Können vieler Fachleute helfen kann, dass sich auch der Bauhof weiterentwickeln kann.

Mit 25 Mitarbeitern ist der Bauhof maßgeblich dafür verantwortlich, dass Neuruppin aussieht, wie es aussieht. Die Mitarbeiter des Bauhofes kümmern sich um 13 Friedhöfe, mähen jedes Jahr mehr als drei Millionen Quadratmeter Rasen, pflegen 42 Spielplätze (34 in der Stadt und acht in den Ortsteilen) mit zusammen 227 Spielgeräten, schneiden rund 8,5 Kilometer Hecken, fegen 2700 Kilometer Straße im Jahr (zusammen rund zwei Millionen Quadratmeter) und leeren die 330 Mülleimer und Papierkörbe in der Stadt und den Ortsteilen im Jahr insgesamt 75 000-mal. Der Bauhof muss 410 Kilometer Straße und 125 Kilometer Gehwege in Schuss halten, ist für 15 Brücken, 23 Bahnübergänge und 3200 Verkehrsschilder zuständig.

Einst waren es 156 Mitarbeiter, heute sind es noch 25

Angefangen hat alles 1991. Damals entschlossen sich die Stadtverordneten, einen eigenen Bauhof zu gründen. Der war allerdings noch eng an die Stadtverwaltung geknüpft. Damals hatte Neuruppin am Jahnbad sogar noch eine eigene Stadtgärtnerei. Erst 1997 entstand der bisherige Eigenbetrieb. Der unterstand zwar grundsätzlich weiter der Stadtverwaltung, verfügte aber über ein eigenes Budget, auch wenn Simone Deter jedes Jahr bangen musste, wie hoch das ausfällt. Als kommunaler Eigenbetrieb ist der Bauhof eingeschränkt: Sein Hauptauftraggeber ist die Stadt Neuruppin, von dort kommt auch das meiste Geld. Theoretisch könnten die Bauhofmitarbeiter auch Aufträge für private Kunden übernehmen – doch dafür war angesichts der Arbeit in der Stadt oft wenig Zeit.

In den 90er Jahren hatte der Bauhof bis zu 156 Mitarbeiter, heute sind es noch ein Sechstel. Damit hat der Neuruppiner Stadtbauhof weniger Angestellte als ähnliche Bauhöfe in vergleichbaren Städten. Das hatte eine Untersuchung durch die Beratungsgesellschaft Kienbaum vor fünf Jahren ergeben. Weniger Leute können auch nicht alle Arbeiten erledigen, für die Bauhöfe andernorts zuständig sind – obwohl die Neuruppiner laut Kienbaum sehr effektiv arbeiten.

Mit den Stadtwerken an ihrer Seite hofft Simone Deter endlich Projekte voranbringen zu können, die der Stadtbauhof allein bisher nicht umsetzen konnte. Seit Jahren gibt es Pläne für ein sicheres Salz­lager und für eine Kompostanlage für Laub und Rasenschnitt. Bei beidem wollen die Stadtwerke helfen. Auf dem Gelände der Kläranlage an der Neuruppiner Gentzstraße planen sie bereits einen völlig neuen Bauhof – samt Siloanlage für das Streusalz des Winterdienstes und großer Laubverarbeitung. Das Silo fürs Salz könnte schon bald stehen, bis der komplette neue Bauhof fertig ist, dürften allerdings noch einige Jahre vergehen.

Neuruppin sagt Aufträge für 20 Jahre zu

Die Stadt hat den Stadtwerken einen Auftrag für 20 Jahre zugesagt, wenn sie den Stadtbauhof übernehmen. Aufträge für wenigstens zwei Millionen Euro im Jahr gehören mit zur Vereinbarung. Das ist ein Stück Sicherheit. „Gerade für unsere vielen jungen Kollegen ist das ganz wichtig“, sagt Simone Deter. In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken sieht sie noch viel mehr Chancen, etwa bei der Anschaffung gemeinsamer Technik. Irgendwann wären vielleicht auch moderne Elektrofahrzeuge sinnvoll.

In der letzten Stadtverordnetenversammlung in diesem Jahr verabschiedete Bürgermeister Jens-Peter Golde die bisherige Bauhofschefin und ihren Stellvertreter Christian Wacker mit reichlich Lob für sie und ihre Mitarbeiter. Simone Deter kommen immer noch die Tränen, wenn sie daran denkt: „Wir haben unsere Arbeit schließlich immer mit viel Herzblut gemacht.“ Genauso viel Herzblut werden alle auch weiter in den Betrieb stecken, das ist für sie keine Frage. Sich vom Bauhof in seiner bisherigen Form zu verabschieden, ist für sie eine sehr emotionale Angelegenheit. Auch wenn sie weiß, dass sich so viel nicht ändern wird, wenn ihre Kollegen am Dienstag in den Betrieb kommen: „Wir werden unsere Arbeit machen, wie wir sie immer gemacht haben“, sagt Simone Deter. Irgendjemand muss den Silvestermüll wegräumen. Veränderungen gehören dazu.

Von Reyk Grunow

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