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Sie haben die Absicht, an dieser Mauer zu bauen

Schutzwall in Wittstock Sie haben die Absicht, an dieser Mauer zu bauen

Vor vier Jahren gründete sich der Förderverein zum Erhalt der Wittstocker Stadtmauer. Mittlerweile sind dort 80 Frauen und Männer aktiv. Seit mehreren Tagen liegt die Baugenehmigung für die Sanierung vom gesperrten Südtor vor. Allerdings muss noch die nächste Hürde genommen werden: Die Suche nach Fördermitteln für dieses Projekt.

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Kyritzer Ackerbürger sind unvergessen

Am Durchgang Wolfsloch zeigen seit zwei Jahren Rissmonitore, wie sich die Statik verändert.

Quelle: Christamaria Ruch

Wittstock. Die Wittstocker Stadtmauer schützte einst die Einwohner früherer Generationen. Mittlerweile ist das Gegenteil eingetreten und die Bürger engagieren sich für den Erhalt des 2435 Meter langen Gemäuers. Der Förderverein zum Erhalt der historischen Stadtmauer ist dafür der beste Beweis.

Die Backsteine im Klosterformat sind charakteristisch für die Mauer und einzigartig in Deutschland. Backsteine sind auch das wesentliche Element der Bausubstanz in Wittstock.

Aktuell sind 80 Frauen und Männer in dem Förderverein aktiv. Seit Gründung im April 2011 wuchs die Anzahl von anfangs 26 Mitgliedern um das Dreifache. Nun geht es darum, gezielt Mittel aus verschiedenen Töpfen einzuwerben, unterstreicht der Vereinsvorsitzende Jürgen Pawlitta zukünftige Ziele.

„Wir werben immer wieder neue Mitglieder und einige in unserem Verein sind dabei sehr aktiv und erfolgreich“, sagt er. Pawlitta hält die Fäden zusammen, koordiniert die Aktivitäten in Abstimmung mit dem Vorstand und arbeitet zumeist im Hintergrund. „Der Verein ist eine respektable Größe und Institution“, so Vorstandsmitglied Markus Hennen. In Abstimmung mit der Stadt Wittstock als Eigentümer der Stadtmauer schreiten die Aktivitäten zum Erhalt der Stadtmauer voran. Dabei stellt die Stadt auch Finanzmittel für die Vorhaben bereit.

Jürgen Pawlitta (l) und Roland Grubetzki am gesperrten Südtor der Stadtmauer

Jürgen Pawlitta (l.) und Roland Grubetzki am gesperrten Südtor der Stadtmauer. Dort soll im kommenden Jahr saniert werden.

Quelle: Chrstamaria Ruch

Derzeit richten die Vereinsmitglieder das größte Augenmerk auf die Sanierung vom Südtor in Höhe der Kreismuseen Alte Bischofsburg sowie den Durchgang am Wolfsloch. „Für das Südtor liegt seit einigen Tagen die Baugenehmigung vom Landkreis vor“, so Jürgen Pawlitta.

Vorstandsmitglied und Architektin Martina Grubetzki bereitete dafür in Absprache mit der Stadt den Bauantrag vor. Alle weiteren Planungen wie Kostenhöhe oder die Suche nach Fördermitteln und der Beginn der Maßnahme stehen dafür noch in den Anfängen.

Am Wolfsloch befinden sich seit zwei Jahren Rissmonitore. Diese geben Aufschluss über die weiteren Veränderungen in diesem Abschnitt.

Es grenzt an ein Wunder, dass die Stadtmauer „überhaupt erhalten geblieben ist“, so Markus Hennen. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts, also vor 200 Jahren, sprachen sich die Verantwortlichen für den Schutz aus. „Viele andere Städte erhielten ihre Mauer nicht, weil sie die Stadtentwicklung und –ausdehnung vorantrieben“, sagt Hennen. Ein Erlass zur so genannten Entfestigung von Städten ermöglichte dies. Doch „die Wittstocker waren damals stolz auf ihre Mauer und gestalteten den Wallbereich zu einer Flaniermeile um, die dann in den heutigen Friedrich-Ebert-Park mündete“, sagt Hennen.

2013 erfolgte ein erstes großes Sanierungsvorhaben an der historischen Stadtmauer. Zwischen der Poststraße und dem Kyritzer Tor konnte die Mauerkrone nach Beseitigung vom Efeubewuchs saniert werden. 24 000 Euro kostete das Vorhaben. Davon stellte die Stadt 20 000 Euro bereit und nutzte dafür auch den Fördertopf Städtebau. Der Förderverein steuerte 4000 Euro sowie die Dachziegel für diesen Bauabschnitt bei. Dabei nutzen die Vereinsmitglieder auch Kontakte zu anderen Bauobjekten und sichern dort gut erhaltene Dachsteine. Erst in diesem Jahr kamen weitere 24 Paletten Ziegel- und Dachsteine aus dem gerade fertig sanierten Haus der Begegnung in der Gröper Straße 20 in Wittstock hinzu. „Seit 2012 organisieren wir jedes Jahr einen Frühjahrsputz“, sagt Jürgen Pawlitta. Volleyballer von den „Baulöwen“ sowie andere Ehrenamtliche wirken dabei als Helfer mit.

Ein eher langfristiges Projekt und somit noch Zukunftsmusik ist das geplante Baumkataster entlang der Stadtmauer. Dabei soll der Baumbestand erfasst werden. „Das Wittstocker Gymnasium hat signalisiert, dabei mitzuwirken“, sagt Markus Hennen. Im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft ab der 11. Klasse könnten dann Schüler, Lehrer sowie Fachleute aus den Bereichen Forst und Gartenbau gemeinsam mit den Fachbehörden vom Landkreis zusammenwirken. „Das ist nur auf lange Sicht realisierbar“, räumt Markus Hennen ein. Doch bei allen Aktivitäten steht eine Sache für Hennen immer im Vordergrund: „Wir müssen einen Einigung finden, so dass alle mit den Entscheidungen leben können.“

Neujahrsspaziergang entlang der Stadtmauer

Mitglieder des Förderverein zum Erhalt der historischen Stadtmauer regten an, den traditionellen Neujahrsspaziergang unter das Thema Stadtmauer zu stellen.

Am Freitag, 1. Januar 2016, um 13 Uhr ist dafür Treffpunkt an der Touristinformation in Wittstock. Stadt und Förderverein laden gemeinsam zu der Wanderung ein.

Dabei werden Stadtführer auch verkleidet in Aktion treten. Im Anschluss an die Wanderung werden bei der Fleischerei Lüdecke in der Kettenstraße ab 14.30 Uhr Bratwurst und Glühwein verkauft. Der Reinerlös fließt dem Förderverein zugute. cmr

Von Christamaria Ruch

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