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Sie sorgen für Sicherheit auf dem Martinifest

Die Helden der Bauaufsicht Sie sorgen für Sicherheit auf dem Martinifest

Sie machen den Martinimarkt sicher: Gunnar König und André Rothermund prüfen, ob alle Aufbauvorschriften eingehalten sind, keine Stolperfallen bestehen ‒ und niemandem beim Karussellfahren ein Ast ins Gesicht schlägt.

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Mit Spanngurten müssen die Äste zur Seite gezogen werden, damit die Gondel des „No Limit“ keine Zweige streift.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Dass das nicht klappt, hat Gunnar König gleich gewusst. Ein Blick und dem Mann von der Bauaufsicht der Kreisverwaltung war klar: "Das passt nicht." Ein Meter Abstand muss zwischen der frei schwingenden Gondel des "No Limit" und den Ästen der Bäume Platz sein.

So ist es seit 2012 zur Sicherheit der Rummelbesucher vorgeschrieben. Auf dem Neuruppiner Schulplatz steht die Riesenschaukel so dicht an den kleinen Linden, dass die Gondel die Zweige berührt. Keine Chance ‒ so geben König und sein Kollege André Rothermund keinen grünen Stempel.

Die beiden Kontrolleure vom Bauamt sollen dafür sorgen, dass kein Besucher auf dem Neuruppiner Martinimarkt Angst um seine Gesundheit haben muss. Sie gucken, ob alle Aufbauvorschriften eingehalten sind, keine Stolperfallen bestehen ‒ und niemandem beim Karussellfahren ein Ast ins Gesicht schlägt.

Der traditionelle Neuruppiner Martinimarkt ist am Donnerstag eröffnet worden. Elf Tage lang erwarten mehr als 150 Schausteller, Fahrgeschäfte, Gastronomen und Händler bis zu 200.000 Besucher in der Neuruppiner Innenstadt. Der Martinimarkt zählt damit zu den größten Volksfesten im Land Brandenburg.

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Immer wieder sind sie seit Dienstag übers Rummelgelände gelaufen. Nur wenn die Kontrolleure nichts zu beanstanden haben, dürfen die Betreiber ihre Fahrgeschäfte anschalten. Fast alle Schausteller brauchen ihre Erlaubnis. Ausgenommen sind nur wenige, zum Beispiel langsam fahrende Kinderkarussells.

Jedes Geschäft nehmen König und Rothermund unter die Lupe. "Wir können natürlich nur Sichtkontrollen machen", sagt Gunnar König. Er und sein Kollege überprüfen, ob Sicherheitsabstände stimmen, Absperrungen stehen. Die eigentliche Technik überprüfen sie nicht. "Das könnten wir gar nicht", sagt König. Dafür sind Spezialisten vom Tüv zuständig. Die Männer vom Bauamt schauen aber nach, ob jeder Schausteller sein Geschäft ordnungsgemäß prüfen lässt und wann die nächste Kontrolle fällig ist. Mittwochvormittag versammeln sich die Schausteller am Festzelt auf dem Braschplatz. Jeder hat ein dickes Buch unterm Arm, manche auch mehrere. Zu jedem Karussell, Laufgeschäft und Riesenrad gehört so eine Mappe, in der besondere Vorschriften vermerkt sind, Kontrollen und eventuelle Mängel aus anderen Städten. "Das ist so was wie der KFZ-Brief für Fahrgeschäfte", sagt Anett Katzschmann. "Bei mir gibt’s aber keine Mängel", die Schaustellerin lacht. Wie lange sie schon nach Neuruppin kommt, weiß sie nicht so genau. "Vielleicht seit 41 oder 42 Jahren", noch mit ihren Eltern. "Ich bin hier schon in die 1.Klasse gegangen." Gunnar König und André Rothermund kennt sie schon lange. Die beiden überprüfen den Martinimarkt jedes Jahr. "Stichprobenartig", wie Rothermund hinzufügt. Jede Ecke können sich die Prüfer nicht ansehen. "Aber nach 22 Jahren weiß man schon, worauf es ankommt", sagt Gunnar König. Und worauf nicht.

Auf eine Testfahrt zum Beispiel. Auf die verzichtet König liebend gern. Irgendwann vor Jahren hat er mal eine gemacht. "Da bin ich mit einer kleine Achterbahn gefahren", erinnert er sich. "Mir war danach so was von übel." Seitdem bleibt es bei der Sichtprüfung von außen. Zur Sicherheit aller.

Nur, wo es Zweifel gibt, muss ein Schausteller schon mal vor der offiziellen Eröffnung einen Testlauf starten ‒ ohne Fahrgäste, versteht sich. Beim "No Limit" brauchte es am Mittwoch noch mehr: ein paar Spanngurte, um Äste zur Seite zu ziehen und eine Gartenschere, um etliche Zweige zu kürzen. Erst dann presste André Rothermund den grünen Stempel ins Bordbuch, der bescheinigt, dass nichts zu beanstanden war. "Hier ist zum Glück noch nie was Größeres passiert", sagt der Kontrolleur. Das soll auch so bleiben.

Info: Der Neuruppiner Martinimarkt ist bis 10.November geöffnet, in der Regel von 14bis 22Uhr, am Freitag und Sonnabend bis Mitternacht.

Von Reyk Grunow

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