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Ostprignitz-Ruppin Ein Film, der Jugendliche ernst nimmt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ein Film, der Jugendliche ernst nimmt
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16:29 20.04.2018
Der DEFA-Film "Sieben Sommersprossen" war vielen Kinobesuchern noch gut in Erinnerung. Quelle: Veranstalter
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Wittstock

Dass auch 12- oder 14-Jährige schon mit der ersten Liebe in Berührung kommen und sich folglich für das Thema interessieren, wusste Christa Kozik schon vor 40 Jahren. Damals war der Film „Sieben Sommersprossen“, zu dem die Kinder- und Jugendbuchautorin das Drehbuch geschrieben hatte, gerade in die Kinos der DDR gekommen. „Die Gesichter haben die Kinoscheiben eingedrückt“, sagte die inzwischen 77-Jährige bei ihrem Filmgespräch am Mittwochabend im Wittstocker Kino Astoria.

„Sieben Sommersprossen“ aus dem Jahr 1978 hat nichts an Aktualität eingebüßt. Nach der Filmvorführung beantwortete Drehbuchautorin Christa Kozik Fragen des Publikums.

Dort war der Film erneut einem interessierten Publikum auf der Leinwand präsentiert worden. 44 Besucher hatten die Gelegenheit genutzt, beim Zuschauen in Erinnerungen zu schwelgen oder den Film gar das erste Mal zu verfolgen. Die Veranstaltung war Teil der Reihe „Brandenburger Filmgespräche“, die der Filmverband Brandenburg seit über zehn Jahren organisiert. „In diesem Jahr ist auch Wittstock dabei“, informierte Verbandssprecherin Katharina Riedel.

Über 1,2 Millionen Kinobesucher in der DDR

Nach der etwa 90-minütigen Filmvorführung war Katharina Riedel dann mit Christa Kozik ins Kino gekommen, um mit dem Publikum über „Sieben Sommersprossen“ und andere Werke der Schriftstellerin zu sprechen. „Die Darsteller waren hauptsächlich Schüler aus Berlin, die vorher noch nie vor einer Kamera gestanden hatten“, erklärte Christa Kozik. Gegen die Nacktszenen in einem Badesee nahe der Hauptstadt hätten die Eltern der beteiligten Jugendlichen wenig gehabt, weil viele selbst der Freikörperkultur nahegestanden hätten.

Die Darsteller seien häufig nach der Buchvorlage ausgesucht worden. Christa Kozik, die als Kind übrigens selbst viele Sommersprossen hatte, wollte mit der Protagonistin „Karoline“ eine „Außenseiterin“ darstellen. Gleichzeitig habe ihr die Reinheit der ersten Liebe am Herzen gelegen, auf die sie bei der Inszenierung durch Regisseur Herrmann Zschoche großen Wert gelegt hätte. „Wir mussten darum kämpfen, dass die Altersfreigabe auf zwölf Jahre heruntergesenkt wurde“, berichtete die 77-Jährige. Immerhin sei der Film gerade für Jugendliche interessant gewesen. Über 1,2 Millionen Kinobesucher des Films allein in der DDR hätten gezeigt, dass die Entscheidung richtig gewesen sei.

Beim Filmgespräch berichtete Christa Kozik auch von ihrem Wirken in der DDR, von der Fortführung der Liebesgeschichte im Film „Grüne Hochzeit“ mit Anja Kling in der Hauptrolle. Und dass die Autorin nach der Wende nur noch ein Drehbuch habe schreiben können, das tatsächlich verfilmt worden sei. „Sicher haben wir Künstler die Möglichkeiten genutzt, das System auch mal zu kritisieren.“, sagte sie am Mittwoch. Zu Fall habe sie die DDR aber nie bringen wollen oder können. Sie schreibe nach wie vor Kinder- und Jugendbücher.

Extra aus Ludwigslust war an dem Abend Gerd Krenzer nach Wittstock gekommen. „Ich bin bekennender Defa-Fan und regelmäßig zur Filmwoche in Wittstock“, sagte er. Autoren wie Christa Kozik verehre er. Der Film sei immer noch sehenswert.

Das bestätigte auch Heidi Schäfer aus Sewekow. Als sie in den späten 70er Jahren in Wittstock für die Jugendarbeit verantwortlich gewesen sei, habe „Sieben Sommersprossen“ auch eine große Rolle gespielt. „Es ist ein Film, der Jugendliche erst nimmt“, sagte die Sewekowerin. Deshalb sei er auch noch so aktuell wie vor vierzig Jahren.

Von Christian Bark

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