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Ostprignitz-Ruppin Siegfried Westfahl züchtet Brieftauben
Lokales Ostprignitz-Ruppin Siegfried Westfahl züchtet Brieftauben
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00:17 16.07.2016
Nach einem kurzen Pfiff vom Besitzer kommen die Tauben nach und nach zur Fütterung. Quelle: Christamaria Ruch
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Christdorf

Nur ein kurzes und unscheinbares Pfeifen liegt in der Luft. Immer wieder schickt Siegfried Westfahl diesen Ruf über seinen Hof in Christdorf. Dann heben die Tauben zum Flügelschlag an, gleiten fünf Meter durch die heiße Sommerluft und landen auf dem Rasen.

Ein kühles Bad bei Sommerhitze tut jeder Taube gut. Quelle: Ruch

Brieftauben sind das Hobby von Siegfried Westfahl. Der 64-Jährige ist noch immer „von dem Heimkehrvermögen der Brieftauben fasziniert.“ Und das, obwohl er sich seit mehr als 40 Jahren intensiv mit diesem Phänomen auseinandersetzt. „Es ist bislang wissenschaftlich noch immer nicht geklärt, wie und woran sich die Tauben orientieren“, sagt Westfahl. Denn Brieftauben finden auch mehrere hundert Kilometer von ihrem Zuhause entfernt problemlos die richtige Route. Siegfried Westfahl trat 1983 dem Verein Reisevereinigung Kyritz bei; dort treffen sich Brieftaubenzüchter von Wittenberge bis Wittstock regelmäßig. In Vorwendezeiten und auch noch Anfang der 1990er Jahre schickte Westfahl seine Brieftauben immer wieder auf die Reise. „Ich habe mich intensiv an Wettflügen beteiligt“, erinnert er sich. Später wollte er das Hobby eigentlich zu den Akten legen, hatte schon seinen Bestand stark reduziert, doch dann hatten die Vereinsmitglieder die besseren Argumente und er setzte die Zucht fort. „Sechs Brieftauben waren dann der Grundstock für die neue Zucht – jetzt sind es 40 Tiere“, sagt Siegfried Westfahl.

Siegfried Westfahl ist leidenschaftlicher Brieftaubenzüchter. Quelle: Ruch

Bevor Jungtauben das erste Mal ausfliegen dürfen, hält er die Tiere in einem gesonderten Käfig. Dort bereitet er sie langsam auf den Ausgang vor. „Das ist wie mit kleinen Kindern, wo der Radius immer mehr ausgeweitet wird.“ Lässt er die Jungtauben erstmals fliegen, fährt er mit ihnen nur zehn Kilometer weit. Schon das ist aber eine gehörige Herausforderung. „Die ersten zwei- bis dreimal stellen sie sich noch etwas dumm an, aber dann kommt das Phänomen zum Vorschein, dass sie den Weg finden.“ Schrittweise dehnt er die Entfernungen aus. Und dann kommt der immer wieder aufregende Moment, wo sich Siegfried Westfahl mit den Tauben ein Wettrennen wie bei Hase und Igel liefert. Bei dem er den Kürzeren zieht. „Dann sind die Tauben vor mir wieder auf dem Hof angekommen“, berichtet er. Mehr als 100 Stundenkilometer beträgt bei guten Witterungsverhältnissen die Fluggeschwindigkeit der Brieftauben.

Die Spreu trennt sich vom Weizen, das bedeutet, dass die geeigneten Tauben immer nach Christdorf zurückfinden, während Tauben von geringerer Qualität auf der Strecke bleiben. Der Züchter bedauert, dass seine Brieftauben nun von Herbst bis Frühjahr im Schlag bleiben müssen. „Greifvögel wie Habicht oder Wanderfalke haben es auf die Tauben abgesehen und wir wissen nicht, wie wir uns zur Wehr setzen sollen“, sagt er.

Ein besonders prägendes Erlebnis begleitet Siegfried Westfahl bis heute. 1981, zu Zeiten des Eisernen Vorhangs zwischen Ost und West überwand eine Brieftaube aus Frankreich alle Grenzen, flog bei ihm ein und blieb für mehrere Monate. Er konnte auf Grund der Ringnummer den Besitzer ausfindig machen, und trat mit ihm in einen kurzen Briefwechsel. „Sieben Monate später erhielt ich wieder Post aus Frankreich, denn die Brieftaube hatte von Christdorf den Weg nach Hause im Elsass gefunden“, sagt Siegfried Westfahl.

Von Christamaria Ruch

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