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Sieversdorf will die alte Schule umnutzen

Verzicht aufs Bürger- und Vereinshaus Sieversdorf will die alte Schule umnutzen

Auf der Suche nach einer anderen Nutzung für die seit Jahren als Bürger- und Vereinhaus dienende alte Schule glaubt man in Sieversdorf fündig geworden zu sein. Hoffnungsträgerin ist die Betreiberin einer Hauskrankenpflege in Rhinow, die einen neuen Standort für eine Seniorenwohngemeinschaft samt Tagespflege sucht.

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Die ehemalige Sieversdorfer Oberschule „Geschwister Scholl“ bietet viel Platz und schon einige Modernisierungen.

Quelle: Matthias Anke

Sieversdorf. Sensible Gemüter könnten das Sieversdorfer Bürger- und Vereinshaus gerade bei Dunkelheit etwas gruselig finden. Die leeren Flure erzeugen hallende Echos. Es ist einsam und recht kühl. Nur in einem Raum herrschte am Mittwochabend Leben: Dort tagte die Gemeindevertretung. Und der Tagungsort war zugleich das wichtigste Thema.

Von seiner Eröffnung 1968 bis Mitte der 90er Jahre war das Gebäude Schule. Doch dann blieben die Kinder aus. „Wir haben sogar den Neustädtern angeboten, das Haus zu nutzen. Da herrschte damals Platzmangel“, erzählt der Bürgermeister Hermann Haacke. Schließlich habe man sich entschlossen, das Gebäude als Treffpunkt für Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten zu nutzen. Neun ehemalige Klassenzimmer mit jeweils rund 45 Quadratmetern, einen Turnraum, Büros, Küchen- und Wirtschaftsräume hat der Flachbau zu bieten – viel zu viel für die Ansprüche von Sieversdorf und Hohenofen. „Es wiegt finanziell sehr schwer“, schätzt Hermann Haacke ein. „Das können wir uns nicht mehr leisten.“ Außerdem stünden ja noch andere Versammlungsplätze bereit: das neue Sporthaus oder das kaum noch genutzte Feuerwehrgerätehaus.

Hoffnungsträger ist nun eine Hauskrankenpflege

Auf der Suche nach einer anderen Nutzung für die alte Schule glaubt man in Sieversdorf nun fündig geworden zu sein. Hoffnungsträgerin ist Petra Friedrich, die in Rhinow eine Hauskrankenpflege betreibt. Sie sucht einen neuen Standort, der sich auch für eine Seniorenwohngemeinschaft und ein Tagespflegeangebot eignet.

In Sieversdorf ist man überzeugt, dass das Bürger- und Vereinshaus dafür die ideale Lösung bietet. „Das Konzept, das uns Frau Friedrich vorgelegt hat, ist eigentlich sehr schlüssig“, sagt der Bürgermeister. Die Gemeinde ist sogar bereit zu investieren, um das Gebäude dann für die entsprechenden Zwecke vermieten oder verpachten zu können. Aber schnell muss es gehen, das wurde bei der Sitzung am Montag betont.

Der Bürgermeister hat sich schon mit einem Ingenieurbüro in Verbindung gesetzt, um eine erste Einschätzung des baulichen Aufwandes zu erhalten. „Allzu aufwendig soll das nicht werden. Wir wollen einen zweckmäßigen Bau haben, in dem sich die Leute wohlfühlen – und er muss bezahlbar sein.“ Mit 850 bis 900 Euro je Quadratmeter Nutzfläche rechnet man in Sieversdorf.

Bis Mitte 2017 soll das Projekt umgesetzt werden

Zwar sei die Gemeinde nicht reich, aber Geld sei durchaus vorhanden. Schließlich habe man im vergangenen Jahr das ehemalige Sieversdorfer Arzthaus verkaufen können. Ein Teil des Erlöses – zuerst rund 50 000 Euro für Planungsleistungen – soll nun für das neue Vorhaben reserviert werden. Außerdem hofft die Kommune auf Fördermittel. Einstimmig sprachen sich die Gemeindevertreter dafür aus, die Sache so anzugehen.

Natürlich seien noch eine Menge Dinge zu prüfen und zu klären. Das Projekt stehe ganz am Anfang. Beispielsweise müssten Zahlen zu den zu erwartenden Einnahmen aus der Vermietung oder Verpachtung her. Sobald mehr Details vorliegen, will man auch die Bürger bei einer Veranstaltung offiziell darüber informieren.

Aber grundsätzlich hält man es in Sieversdorf für möglich, den Plan bis Mitte 2017 zu realisieren. Voraussetzung sei allerdings, dass die Amtsverwaltung mitzieht. „Es wird nicht ganz einfach, aber das Sporthaus haben wir auch hingekriegt“, fasste Bürgermeister Hermann Haacke zusammen.

Gemeindevertreter Jörg Hildebrandt hielt noch eine Ergänzung hinsichtlich des künftigen Versammlungsraumes für Sieversdorf für wichtig: „Wir sollten darauf achten, dass wir möglichst einen nahtlosen Übergang ins Feuerwehrhaus hinbekommen, damit vorhandene Aktivitäten nicht abreißen.“

Von Alexander Beckmann

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