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Silvesterball im Schloss Rheinsberg

Klangvoller Wettstreit Silvesterball im Schloss Rheinsberg

"Tschüss, Richard Wagner - willkommen, Carl Philipp Emanuel Bach!" Unter diesem Motto stand der Silvesterball der Rheinsberger Musikakademie. Zum 13. Mal hat das Team um Gastgeberin Ulrike Liedtke ein üppiges Gänge-dinner gezaubert - in Form von musikalischen Cocktails, Hauptgerichten und Desserts.

Rheinsberg. Zwischendurch blieb den fast 200 Gästen natürlich auch noch Zeit, vom leckeren Speisen-Büfett zu naschen, etwa Kartoffelstock mit Bratwurst, dem nachgesagten Leibgericht von C. P. E. Bach, dessen 300. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Er war der Cembalist der Hofkapelle von König Friedrich II., seine Musik wird 2014 in Rheinsberg wohl ebenso gewürdigt wie sein Instrument.

Schon der Auftakt des Balles ist furios. Am Flügel brilliert Ausnahmemusiker Lukas Natschinski mit einem Mix aus Klassik und Jazz. "Haben Sie die dreieinhalb klassischen Einlagen erkannt?", fragt er die Gäste, die immerhin den "Hummelflug" heraushörten. Markus Ahme gibt zum Ausklang des Wagnerjahres einen tongewaltigen Siegmund aus der "Walküre", bevor das Publikum das Tanzbein schwingen darf - das Detmolder Blue Moon Quartett sorgte für den richtigen Musikmix, in Nullkommanichts gab es kein freies Plätzchen mehr auf der Tanzfläche.

Später erschließt sich der Menge, was es mit dem am Einlass ausgehändigten Geschenk auf sich hat. Die überreichten Seifenblasen dürfen in konzertierter Aktion, mit Percussions untermalt, auf die Tanzfläche gepustet werden - eine Uraufführung, wie Ulrike Liedtke versichert. Nachdem der Rheinsberger Haus-und-Hof-Choreograph Uwe Czebulla eine Einführung in "Walzer linksherum" gab, stellt sich die Rheinsberger Hofkapelle vor - mit einer kurzen Generalprobe vor dem offiziellen Debüt beim Neujahrskonzert.

Der Höhepunkt des Abends ist das Konzert für drei Cembali und drei Nähmaschinen. "Was braucht man im Jahr des Hofcembalisten des Königs?", fragt Liedtke, die zu jeder Moderation ein anderes Kleid trug. "Ein Cembalo, zwei, drei?" Es müssen sechs sein, befindet die Akademiechefin und erklärt, dass in Musikerkreisen der Klang des Cembalos oft abwertend mit einer Nähmaschine verglichen wird. "Kein Cembalist versteht das", sagt sie und lässt es auf den Beweis ankommen. Drei Cembali und drei ebenso antike Nähmaschinen werden in den Saal gerollt - an den "echten" arbeiten sich Lukas Natschinski, Nadezda Tseluykina und der "neue" Hofkapell-Cembalist Tilmann Albrecht ab, während an den Nähmaschinen Tänzerin Marie Heinicke, Coco Pritschow und Carl Philipp Emanuel angekündigt werden. Letzterer entpuppt sich als Ulrike Liedtke. Die Gäste sind entzückt ob des ungewöhnlichen Kammerorchesters und spenden reichlich Applaus. Noch ein tänzerisches Dessert, schon naht der Jahreswechsel, der mit einem Feuerwerk vor der Schlosskulisse begrüßt wird - so farbenprächtig wie das Programm des Abends.

Von Regine Buddeke

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