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Ostprignitz-Ruppin Singschwan bei Zarenthin ausgewildert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Singschwan bei Zarenthin ausgewildert
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00:17 15.02.2016
Aus so geringer Entfernung wie bei der Auswilderung bekommen auch ausgewiesene Vogelexperten Singschwäne nur selten zu sehen. Quelle: Alexander Beckmann
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Zarenthin

Ausgiebiges Fauchen, heftiges Gepolter und schließlich minutenlange Unbeweglichkeit – bei Singschwandame „7R52“ hielt sich die Begeisterung über die Auswilderung am Freitag im Dannenwalder Luch bei Zarenthin (Gemeinde Gumtow) in Grenzen.

Vielleicht war es aber auch eher der Unmut über den sechswöchigen Aufenthalt in der Wildtierauffangstation in Struck nördlich von Pritz­walk. Schließlich hatte der Vogel seinen dortigen Genesungsaufenthalt nicht freiwillig angetreten.

Verletzte Schwäne bei Laaske und Ponitz

Anfang Januar hatte ein Fall von Wilderei in der Region für Aufsehen gesorgt. Zwei Singschwäne waren mit schweren Schussverletzungen bei Laaske und Ponitz (Prignitz) gefunden worden. Das eine Tier verendete kurz darauf. Das andere erholte sich langsam. „Über zweieinhalb Wochen lang musste die Wunde jeden Tag behandelt werden“, berichtet Angie Löblich von der Wildtierauffangstation. „Das ist nicht angenehm für einen Schwan. Aber es hat geholfen.“ Das vermutlich kleinkalibrige Geschoss hatte Hals und Brust des Vogels durchschlagen, aber offenbar keine wichtigen Organe verletzt. „Die Heilung hat eine Weile gedauert“, sagt Angie Löblich. Immerhin: Einmal aus der Transportkiste heraus, zeigte der Schwan am Freitag schnell, dass die Sache mit dem Fliegen noch funktioniert.

Wintergast

Der Singschwan nutzt das nördliche Brandenburg nur als Winterquartier. Rapsäcker locken die Tiere an. Die Nacht verbringen sie auf stehenden Gewässern.

Die Brutreviere befinden sich weiter nördlich von Island bis weit in die sibirische Tundra.

Die Art gilt nicht als akut gefährdet, steht aber unter Schutz.

„Der hatte unheimliches Glück“, schätzt Ornithologie Jürgen Kaatz ein. Er hatte es sich gemeinsam mit weiteren Vogelfreunden aus der Region nicht nehmen lassen, bei der Auswilderung dabei zu sein.

Das Dannenwalder Luch gilt als beliebter Rastplatz für Singschwäne und viele andere Vögel. Die Experten hoffen, dass „7R52“ dort etwas Ruhe und Erholung findet. Viel wissen sie nicht über das Tier. „Die Herkunft Lettland ist sehr wahrscheinlich“, sagt Jürgen Kaatz. „Das kann aber auch weit bis Westsibirien gehen.“ Doch in Brandenburg überwinterten vor allem lettische Singschwäne und einige aus Litauen. Das hätten die bisherigen Beobachtungen gezeigt. Singschwäne unterscheiden sich laut Kaatz nicht nur im Aussehen – zierlicher und mit gelbem statt orange-rotem Schnabelansatz – von den weit verbreiteten Höckerschwänen, sondern auch im Verhalten. „Es gibt ganz intensive Sozialbeziehungen bei ihnen“, erklärt der Ornithologe. „Wir können nur hoffen, dass unser Schwan hier seine Gruppe wiederfindet.“

Linumer Vogelschutz-Komitee setzt Belohnung aus

So oder so wird „7R52“ zumindest ein Andenken behalten: seine Registriernummer auf der Halsmanschette aus Kunststoff. Die behindere das Tier nicht, versichert Kaatz, biete aber einen wichtigen Vorteil: „Den Ring kann man noch gut aus 300 oder 400 Metern ablesen.“ Das Gelb stehe für Deutschland. Vögel aus dem Baltikum oder Skandinavien seien blau beringt. Im Übrigen gelinge es nur selten, Singschwäne so zu markieren. Dazu seien die Tiere einfach zu scheu.

Die Auswilderungsaktion war so etwas wie ein Happy End – ein halbes. Nur einer der beiden angeschossenen Vögel hat überlebt. Und nach wie vor ist unklar, wer geschossen hat. Das Vogelschutz-Komitee aus Linum (Ostprignitz-Ruppin) hat 500 Euro Belohnung für Hinweise ausgelobt. „Das Angebot steht immer noch“, betont Uwe Löblich von der Wildtierauffangstation Struck.

Wer Hinweise auf den Schützen geben kann, sollte sich an die Polizei wenden oder an das Komitee in Linum:  0176/78 97 66 16 Hinweise entgegen.

Von Alexander Beckmann

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