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So groß wie eine Fußballmannschaft

Familie Bürger aus Sieversdorf hat elf Kinder So groß wie eine Fußballmannschaft

Von den acht Kinderzimmern sind erst fünf fertig. Es gibt auch erst ein Badezimmer. Kein Problem für Enrico und Annett Bürger und ihre elf Kinder. Dann rückt die Großfamilie aus Sieversdorf bei Neustadt eben noch ein bisschen enger zusammen. Immerhin wohnen sie schon im neuen Haus, nachdem das alte vor zwei Jahren abgebrannt ist.

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Die Großfamilie Bürger aus Sieversdorf.

Quelle: André Reichel

Sieversdorf. Die Vögel im Garten vor dem Haus zwitschern schon eine ganze Weile, als um 5 Uhr morgens bei Enrico und Annett Bürger in Sieversdorf der Wecker klingelt. Viel Zeit zum Herumdösen bleibt nicht. Denn Enrico und Annett Bürger sind Eltern von elf Kindern. Da gibt es jede Menge zu tun.

Vor einer Woche erst zog die Großfamilie in ihr neu errichtetes Haus. Ihr altes Heim brannte vor zweieinhalb Jahren nieder. Ganz fertig ist das neue Haus bis jetzt noch nicht. Das Baugerüst steht noch immer, und von den acht Kinderzimmern konnten bis jetzt nur fünf bezogen werden.

Die Großeltern packen mit an, hier wird die kleine Mathilda (anderthalb) gefüttert

Die Großeltern packen mit an, hier wird die kleine Mathilda (anderthalb) gefüttert.

Quelle: André Reichel

Nun kommt Leben ins Haus. Jan, mit 16 Jahren der älteste Spross der Familie Bürger, ist aufgestanden, und fast zeitgleich mit ihm Julian (15), Lucas (13), Lars (12), Jasmin (10) und Lara (8). „Das mit dem Aufstehen funktioniert bei den Großen meistens ohne Probleme. Sicherheitshalber schaue ich trotzdem nach, ob alle wach sind“, sagt Familienvater Enrico Bürger.

Von den geplanten Bädern ist nur eines fertig. Darauf haben sich die Kinder problemlos eingestellt, so dass es keine lange Warteschlangen an der Badtür gibt. Die drei Kita-Kinder Enrico (7), Arne (5) und Sascha (3) könnten eigentlich noch eine Weile in ihren Betten bleiben. Doch bei all dem hektischen Gewusel im Haus hält es auch sie nicht länger in den Federn.

Das neue Haus ist noch nicht ganz fertig

Das neue Haus ist noch nicht ganz fertig. Das alte war vor zwei Jahren abgebrannt.

Quelle: André Reichel

Derweil bereitet Annett Bürger unten in der großzügig gestalteten offenen Küche das Frühstück vor. Gemeinsam zu Frühstücken ist ein Luxus, den sich Familie Bürger kaum leisten kann. Dafür sind die Abfahrtzeiten der Kinder zu verschieden. Die Schulkinder sind rasch versorgt, und schon müssen sie das Haus verlassen.

Der Weg bis zur Bushaltestelle ist lang und führt sie bis ganz an das andere Ende des Dorfes. Der Schulbus fährt von dort um 6.40 Uhr ab.„Es ist auch schon mal vorgekommen, dass die Kinder nicht rechtzeitig am Bus waren“, berichtet Annett Bürger. „Dann bringen wir sie selbst zur Schule, wenn wir die Kleinen in die Kita bringen.“

Kurz nach 7 Uhr bringen die Eltern die Kleinen Enrico, Arne und Sascha nach Neustadt in die Kita. Die beiden jüngsten, die anderthalb-jährige Mathilda und die erst vier Monate alte Anne, bleiben so lange bei den Großeltern, die im Haus nebenan wohnen. Annett und Enrico Bürger sind froh, die Großeltern so dicht bei sich zu haben. Beide Familien teilen sich einen Hof.

Arne und Sascha beim Spielen im Garten

Arne und Sascha beim Spielen im Garten.

Quelle: André Reichel

Kaum aus Neustadt zurückgekehrt, steht jede Menge Arbeit im Haushalt an. Saugen, wischen und aufräumen. Annett Bürger macht sich daran, das Mittagessen vorzubereiten. Es gibt Schweinebraten. Den essen alle Kinder gern. „Manchmal koche ich aber gleich drei verschiedene Gerichte, weil nicht jeder alles mag. Das berücksichtige ich schon, wenn es geht“, sagt die Mutter. Obwohl die 37-jährige selbst in einer Großfamilie aufgewachsen ist – sie hat sechs Geschwister – hätte sie nie daran gedacht, selbst einmal elf Kinder zu haben.

Ihren ein Jahr älteren Mann Enrico lernte sie vor 20 Jahren im Lehrlingswohnheim in Friesack kennen. Ihren erlernten Beruf als Landschaftsgärtnerin gab sie ihren Kindern und dem Haushalt zuliebe auf. Ehemann Enrico konnte nach einem Unfall vor sieben Jahren seinen Beruf als Maurer nicht mehr ausüben. Doch auch in seiner Rolle als Hausmann fühlt sich Enrico Bürger sichtlich wohl.

Gegen 11 Uhr fahren die beiden Eltern mit dem Transporter nach Neustadt, holen die Kinder aus der Kita und aus der Grundschule ab. Brot fehlt in der heimischen Küche, das wird noch rasch gekauft, bevor es wieder nach Hause zurück geht. Den Großeinkauf nehmen sie sich für Freitag vor. Mit dem Essen wollen Bürgers heute ausnahmsweise warten, denn auch die Größeren werden früher als sonst aus der Schule kommen, sie haben wegen der Hitze verkürzten Unterricht.

Bei der Nachbarin gibt es immer mal was Süßes, hier kriegt die sechsjährige Lara ein paar Bonbons

Bei der Nachbarin gibt es immer mal was Süßes, hier kriegt die sechsjährige Lara ein paar Bonbons.

Quelle: André Reichel

Den Kleinen kann es nur recht sein. Die Sonne lacht und da lockt der Garten, der als Abenteuerspielplatz herhalten muss. Die zehnjährige Jasmin hat keine Lust zu toben oder Radzufahren. Sie macht erst einmal Hausaufgaben bei ihren Großeltern. Während Arne und Sascha mit dem Tretroller hin und her fahren, geht die sechsjährige Lara zu ihrer Nachbarin Renate Greifert, die immer ein paar Süßigkeiten für die Kinder im Haus hat.

Dann sind auch die größeren Geschwister aus der Schule zurück. Essenszeit. Und weil diesmal ausnahmsweise alle nicht erst nach 16 Uhr beisammen sind, genießen Bürgers es auch ganz besonders, gemeinsam Mittag zu essen. „Den Luxus haben wir sonst nur am Wochenende“, sagte Enrico Bürger. Nach den Essen nutzen die Kinder die verbliebene Zeit zum Hausaufgaben machen und Spielen.

Das gemeinsame Mittagessen in der Woche ist eine Seltenheit

Das gemeinsame Mittagessen in der Woche ist eine Seltenheit. Aber heute haben die Großen früher schulfrei, dann kommt die ganze Familie zusammen.

Quelle: André Reichel

Spätestens um 19 Uhr gibt es Abendbrot. Ab 21 Uhr sind die Eltern dann auch mal unter sich, haben aber immer ein wachsames Auge auf ihre große Kinderschar. Abschalten können Annett und Enrico Bürger ohnehin nicht. Schon wird der nächste Tag geplant, damit alles glatt geht. Der Familienvater überlegt noch, welches Zimmer er als nächstes fertigstellen kann und ob dann vielleicht noch etwas Zeit bleibt, im Garten liegengebliebene Arbeiten zu erledigen. Dann müssen auch die Eltern ins Bett, denn am nächsten Morgen wird der Wecker wieder um 5 Uhr klingeln.

Von André Reichel

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