Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin So lebt eine Schaustellerin im Wohnwagen
Lokales Ostprignitz-Ruppin So lebt eine Schaustellerin im Wohnwagen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 12.11.2017
Ein echtes Schmuckstück, das so heute nicht mehr hergestellt wird: der zehn Meter lange Wohnwagen der Schaustellerin Anett Katschmann. Quelle: Peter Geisler
Anzeige
Neuruppin

Zur Eingangstür von Ane­tt Katschmanns Wohnwagen führt ein kleines Treppchen, fast wie bei einem richtigen Haus. Herein darf man nur ohne Schuhe – der Matsch vom Braschplatz soll draußen bleiben. Drinnen ist es warm und gemütlich. Die Küche dient als zentraler Raum, von hier aus geht es in zwei Richtungen entweder ins Bad oder ins Wohnzimmer. Hinter dem Bad befindet sich noch das Schlafzimmer. Die einzelnen Zimmer sind durch Türen getrennt. Der Wohnwagen wirkt richtig geräumig, 25 Quadratmeter Wohnfläche langgestreckt auf zehn Metern.

In ihrem Wohnwagen sitzt Anett Katschmann in ihrem gemütlichen Wohnzimmer. Quelle: Peter Geisler

Anett Katschmann, die Bewohnerin des Hauses auf Rädern, betreibt auf dem Martinimarkt ein Karussell und einen Schießstand. Sie erklärt den Unterschied zwischen einem normalen Campingwagen und ihrem Wohnwagen: „Im Camper kann man Ferien machen, aber in meinem Wagen kann man auch länger richtig wohnen.“ Was nicht in allen Campingmobilen üblich ist, ist in Katschmanns Wagen selbstverständlich: aufrechtes Gehen. Die Decke ist mehr als zwei Meter hoch. Viel Zeit verbringt Katschmann allerdings nicht in ihrem lauschigen Wagen. Je nach Art des Jahrmarkts ist von Mittags bis in die Nacht Betrieb. Am Vormittag wird schon für den Nachmittag vorbereitet. „Wir Schausteller sind bei jedem Wetter draußen“, sagt Katschmann.

Die Küche in dem Schaustellerwagen ist sehr gut ausgerüstet: Es gibt sogar eine Spülmaschine. Quelle: Peter Geisler

Von März bis November ist Katschmann als Schaustellerin in ganz Deutschland unterwegs. Sie hat zwar auch ein Haus bei Chemnitz in Sachsen, aber in ihrem mobilen Heim muss sie auf nichts verzichten. Die Küche ist mit Herd, Ofen und Spülmaschine ausgestattet. Im Bad steht sogar eine große Waschmaschine. Ob ihr etwas in dem Wagen fehlt? „Ein Dachboden. Man muss immer Ordnung halten, weil viel Stauraum gibt es nicht.“Den Wohnwagen hat Anett Katschmann vor 17 Jahren einem Schaustellerkollegen abgekauft, der sich zur Ruhe gesetzt hat. Wagen dieser Bauart werden heutzutage nicht mehr hergestellt. Katschmanns Modell stammt aus der DDR, Baujahr 1986 von der Firma Pfaff in Buchheim, Sachsen. Seit der Wende baut die Firma keine Holzmobile mehr, man verwendet jetzt Kunststoffe oder Aluminium, das ist leichter und günstiger. Die Außenfassade aus Holzstreben und das Dach mit Oberlichtern hat Katschmann vor ein paar Jahren komplett renoviert und die Wände hat sie dämmen lassen. „Nur mit Elektrik und mit dem Schweißen tue ich mich etwas schwer, aber sonst mache ich eigentlich jede Arbeit am Wagen“, sagt sie. Schausteller seien immer auch gute Handwerker. „Man hilft sich gegenseitig. Im Winter ist Zeit, alles zu reparieren und für die neue Saison vorzubereiten.“

Das Karussell gehört zu Anett Katschmanns Firma. Es wurde im Jahr 1926 von ihrem Großvater gebaut und seitdem immer wieder liebevoll renoviert. Quelle: Peter Geisler

Anett Katschmann ist in eine Schaustellerfamilie geboren worden. Ihre Urgroßeltern waren bereits mit einer großen Schiffsschaukel auf Jahrmärkten, ihr Großvater baute im Jahr 1926 das Kinderkarussell, dass sich bis heute leicht renoviert auch auf dem Martinimarkt dreht. Katschmann selbst ist sogar in Neuruppin zur Schule gegangen. „Als Schaustellerkind geht man dort zur Schule, wo man gerade ist. Ich bin mein ganzes Leben lang umhergefahren“, sagt Katschmann. Nur für drei Jahre ist sie dem Rummelbetrieb fern geblieben, als sie ihre Ausbildung zur Kauffrau absolviert hat. „Ich habe da jeden Tag aus dem Fenster geschaut und mich gefragt, was ich hier eigentlich mache“, sagt Katschmann. Nach ihrer Ausbildung kehrte sie sofort in den Familienbetrieb zurück.

Im Badezimmer ist Platz für eine Waschmaschine. Quelle: Peter Geisler

Die Schaustellersaison ist zu Ende, wenn die letzten Weihnachtsmärkte abgebaut sind. Dann kann Katschmann ihren Wohnwagen in die Garage stellen und zur Ruhe kommen. In ihren Ferien genießt sie dann einfach nur die Ruhe. „Ich brauche dann jedenfalls keine Unterhaltung mehr“, sagt sie. Den jährlichen Rhythmus hat Katschmann schon im Blut. „Im Frühjahr freue ich mich schon auf die neue Saison und fahre gerne wieder raus. Bis ich eines Tages mit meinem Wagen in Rente gehen werde.“

Von Jonas Nayda

Finanzminister Christian Görke sagte am Donnerstag bei seinem Besuch in Neustadt 4,5 Millionen aus dem Landeshaushalt für die Schulsanierung zu. Eigentlich war er zum Vorlesetag in die Prinz-von-Homburg-Schule gekommen.

12.11.2017

Weiterhin ist offen, mit wie viel Geld die einzelnen Sportvereine in der Gemeinde Wusterhausen von der Kommune unterstützt werden. Die Linke macht nun einen Vorstoß, die Fördersumme von 5200 auf 10 000 Euro zu erhöhen. Für diesen Vorschlag gab es im Kultur- und Sozialausschuss eine Mehrheit.

12.11.2017

Die Fischzucht Zippelsförde gab es schon zu DDR-Zeiten als Forellenmastanlage. Andreas Hoesl war damals schon da. Er jobbte mit 14 Jahren dort, lernte mit 16 Fischwirt. Auch heute noch arbeitet der 54-Jährige im mittlerweile erweiterten Betrieb, in dem es neben den Zuchtbecken einen florierenden Fischimbiss und Teiche für Hobby-Angler gibt.

12.11.2017
Anzeige