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Soja-Experimente auch in Brandenburg

Landwirtschaft Soja-Experimente auch in Brandenburg

Tofu-Hersteller aus Freiburg und die Landessaatzuchtanstalt Hohenheim gehen jetzt mit einem Soja-Projekt gemeinsame Wege. Sie wollen unter Mithilfe von Landwirten und Gärtnern Soja in Brandenburg heimisch machen. Dazu müssen neue, an das raue Klima angepasste Sorten entwickelt werden.

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In Bayern werden bereits Sojabohnen geerntet.

Quelle: dpa

Neuruppin. Sojapflanzen, die auf den Feldern im rauen Norden Deutschlands gedeihen, sind bisher eine utopische Vorstellung. Eine Freiburger Firma will Bio-Soja jetzt in Deutschland heimisch machen. Der Bio-Tofuhersteller und Demeter-Partner Taifun startet in diesem Jahr eine ganz besondere Initiative. Gemeinsam mit der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim wollen die Produzenten die Sojazüchtung in Deutschland voran treiben.

Die Sojabohne ist eine einjährige subtropische Pflanze, die aus China stammt. Sie wächst am besten bei Temperaturen zwischen 24 und 34 Grad Celsius und bevorzugt feuchtwarmes Klima. Bisher wird die Hülsenfrucht deshalb in Deutschland nur in süddeutschen Gebieten mit optimalen klimatischen Bedingungen angebaut. Dazu gehören die Oberrheinische Tiefebene und das Neckartal.

Die Sojabohne gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Über Japan verbreitete sie sich schließlich in ganz Ostasien. Nach Europa und Amerika kam die Sojapflanze recht spät. Im 18. Jahrhundert fand man sie hier nur in Botanischen Gärten, erst im 19. Jahrhundert begannen europäische Forscher, sich ernsthaft mit der Frucht zu beschäftigen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erobert die eiweißreiche Bohne die Neue Welt. Anfangs zur Ölgewinnung angebaut, beginnt schließlich auch die Karriere von Sojamehl als Futtermittel. Auch in Europa wird mittlerweile experimentiert. In Schweden entwickelte ein Forscher Sorten, die auch in nördlichen Gefilden gedeihen. Auch in der DDR wurden Sojabohnen gezüchtet. Das Material wurde nach der Wende an einen Züchter in Österreich verkauft.

Inzwischen breitet sich der Sojaanbau in Deutschland aus. Gentechnikfreie, heimische Ware ist gefragt. Waren es 2012 noch 5000 Haktar, so wurde 2015 auf einer Nutzfläche von 17 000 Hektar Soja angebaut. Der steigende Fleischkonsum lässt auch den Bedarf an Soja als Tierfutter in die Höhe schnellen. Monokulturen und herbizidresistente Sorten sind die Folge.

Die Baden-Württemberger Initiatoren des neuen Sojaexperiments wollen nun gemeinsam mit 1000 Gärtnern und Landwirten neue Soja-Stämme und -Sorten testen, die auch auf verschiedenen Böden im rauen Norden und somit in ganz Deutschland gedeihen. Sie sollen an möglichst vielen verschiedenen Orten angebaut und wissenschaftlich ausgewertet werden . Gesät wird von April bis Mai, erntereif werden die Bohnen schließlich Ende September, Anfang Oktober sein.

Interessenten, die etwas Neues in ihrem Garten wagen wollen, können sich auf der Internetseite www.1000Gärten.de für die Teilnahme am Soja-Experiment registrieren. Anmeldeschluss ist der 28. Februar.

Von Cornelia Felsch

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