Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Regen

Navigation:
„Solanum“-Festival in Rheinsberg gut besucht

Knackfrisch, lecker und informativ „Solanum“-Festival in Rheinsberg gut besucht

Solanum heißt Nachtschatten – beim gleichnamigen Festival, das vom 26. bis 29. Mai seine Premiere in Rheinsberg hatte, dreht sich alles ums Essen. Was kaufen wir? Was essen wir? Wer stellt es her? – so die zentralen Fragen. Auf dem Markttreiben am Sonnabend konnten sich die Besucher durch die verschiedensten Angebote futtern und zugleich viel Neues erfahren.

Voriger Artikel
Neuruppin: Alt und Jung feiern zusammen
Nächster Artikel
Wildberger Bahnhofsträume

Für Gemüsegärtner und Kräuterfeen: Das Angebot an Grünzeug war groß.

Quelle: Regine Buddeke

Rheinsberg. Ob die Explodiergurken wohl halten, was ihr Name verspricht? Sophie ist sich da nicht ganz sicher, aber bald wird sie es herausfinden. Die Schülerin der Klasse 2b der Allende-Grundschule in Rheinsberg ist als erste Schule Brandenburgs am Projekt der Gemüse Ackerdemie Potsdam beteiligt. Gemeinsam mit ihren Klassenkameraden hat Sophie vor anderthalb Monaten aus einer Rasenfläche neben der Schule einen Acker umgegraben, der jetzt bepflanzt wird: mit 25 verschiedenen Gemüsesorten, streng nach Demeter-Richtlinien. Gemeinsam mit Lehrerin Annett Weltzien und Ackerdemie-Mentor Christoph Schmitz stellen die Kinder am Sonnabend in der Remise ihr Projekt bei der Eröffnung des „Solanum“-Festivals vor, das zum Thema passt wie die Möhre in den Hasen. Insofern hat Schmitz die orangene Plüschmöhre immer am Mann.

5f00f2e6-2528-11e6-b2d2-02184ebcfb6c

Kartoffelsorten und Pflanzgut, Leckerbissen a la Tapas für Verliebte oder Grundschüler, die ihren eigenen Acker bebauen: Wissen, wo es herkommt und wie es schmeckt – so die Devise des Kulinarisches Festivals „Solanum“, das vom 26. bis 29. Mai 2016 in Rheinsberg Premiere feierte. Hoffentlich mit Fortsetzung.

Zur Bildergalerie

„Solanum“ ist ein Kulinarisches Festival – aus der Taufe gehoben von Kulturmanagerin Cornelia Lambriev-Soost und Katrin Wagner, die in Rheinsberg eine Marmeladenmanufaktur innehat.

Ziel des Festivals, das von Donnerstag bis Sonntag stattfand, sei es – so Wagner – fürs Thema Essen zu sensibilisieren. „Was kaufe ich? Was esse ich? Und wie entsteht unser Essen?“ formuliert sie es knapp. Immerhin sind es die kleinen Erzeuger, die 70 Prozent der Lebensmittelerzeugung stemmen. Denen wolle man eine Plattform bieten. Und so sind es nicht nur die fantasievollen Frucht- und Karamell-Aufstriche Wagners, die am Sonnabend auf dem Markt guten Absatz finden, sondern auch allerlei andere leckere Dinge über libanesischen Hummus, wilde Tapas für Verliebte, Holunderlimonade, Sämereien für Hobbybauern, Storch-Bier oder Kräuter. Nicht zu vergessen Kartoffeln aller Couleur – denn Solanum heißt Nachtschatten – und zu denen gehört auch die Kartoffel. Die übrigens – so ­Rheinsbergs Bürgermeister Jan Pieter Rau bei der Festival-Eröffnung – schon zu Zeiten Friedrichs II. in aller Munde war. Indes nicht ohne sanften Zwang des Königs, der mithilfe von Tricks und Kartoffelbefehlen die Furore der Knolle beförderte, die in Hungersnöten das Überleben des Volkes sicherten.

Bürgermeister Jan Pieter Rau (3

Bürgermeister Jan Pieter Rau (3. v. r.) am Kartoffelstand von Reinhold Jacobs.

Quelle: Buddeke

Reinhold Jacobs aus Mellen hat sich nicht lange bitten lassen, nach Rheinsberg zu kommen. „Schon mal blaue Schweden probiert?“, fragt er die Standbesucher. Der Züchter kennt 125 verschiedene Kartoffelsorten – sein Wissen über fest- und mehligkochende und die besten Pommes-Kartoffeln gibt er gern weiter. Drei Sorten hat er selbst gezüchtet – schon zu DDR-Zeiten war er Kartoffelexperte.

Ein Stück weiter probiert sich Elke Lubenow gerade durch die „Tapas für Verliebte. Die wurden von den Kräuterpädagoginnen Nicole Böhme und Manuela Röhken kreiert: „Angelehnt an Tucholskys Rheinsberg-Bilderbuch für Verliebte“, so Röhken. Lubenow schmeckt es sichtlich. „Ich bin Ökofreak und Naturköstlerin“, so die Neuruppiner Heilpraktikerin. „Das ist genau mein Ding.“

Delikates aus Katrin Wagners süßer Marmelo-Manufaktur

Delikates aus Katrin Wagners süßer Marmelo-Manufaktur.

Quelle: Buddeke

Auch am Storch-Bier-Stand ist viel Andrang. Helles, Dunkles und Schwarzbier gibt es – alle drei benannt nach dem brauer Henning Storch. Der Treber, das sind die Braurückstände, werden gleichermaßen angeboten: als Treberfladen – lecker gefüllt mit Auberginenaufstrich oder „Sultans Freude“. Auch am Stand der Menzer Naturprodukte lassen sich die Besucher gern erzählen, wie man etwa Löwenzahnsirup braut oder der Holunderbowle den letzten Pfiff gibt. Alle Stände zu besuchen kostet Zeit – es gibt vieles zu erfahren und zu verkosten.

Auch Mitmach-Angebote stehen auf dem Plan. Der siebenjährige Victor hat sich ein Motiv ausgesucht, das er jetzt auf einen Stoffbeutel gedruckt haben möchte. Auch für seine erwachsenen Begleiter ist Siebdruck ein spannendes Thema – die Künstlerin Laura Polke erklärt geduldig. Und Zeichnerin Nina Heinke porträtiert, wer schon immer wissen wollte, welches Obst in ihm steckt: mit Apfelbäckchen oder Kirschenmund.

Wilde Dinger

Wilde Dinger: Tapas für Verliebte.

Quelle: Buddeke

In der Remise gibt es viel Wissenswertes: Themen über Regionalität, Stadt-Land-Symbiose oder die Frage, ob Essen politisch ist, wird beleuchtet. Schon die Lesung am Donnerstag war gut besucht (die MAZ berichtete) – auch der aufwühlende Dokumentarfilm am Freitag zum Thema „Landraub“ sei lange diskutiert worden, so Katrin Wagner, die mit dem Zuspruch sehr zufrieden ist. So wie Timo Kühn aus Heinrichsdorf: „Das müsste jede Woche sein“, wünscht er sich.

Von Regine Buddeke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg