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Solaranlagen auf dem Flugplatz Heinrichsfelde?

Hohe Pachtzahlungen möglich Solaranlagen auf dem Flugplatz Heinrichsfelde?

Ein Teil des Verkehrslandeplatzes in Heinrichsfelde bei Kyritz ist als Standort für eine Photovoltaikanlage im Gespräch. Ein Investor hat eine entsprechende Anfrage an die Stadt gestellt und verspricht jährliche Pachtzahlungen im fünfstelligen Bereich.

Heinrichsfelde, Kyritz 52.9138436 12.434806
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Zum Solarfeld werden soll der bislang ungenutzte gelb-bräunliche Bereich parallel zur Landebahn rechts.

Quelle: Matthias Anke

Heinrichsfelde. Teile des Kyritzer Verkehrslandeplatzes in Heinrichsfelde sind als Standort für eine große Photovoltaikanlage im Gespräch. Im Auftrag eines Investors hat sich ein Planungsbüro aus Erfurt mit einer Pachtanfrage an die Stadt gewandt.

Es geht um den Streifen zwischen dem eigentlichen Flugfeld und der Bahnlinie. Das bislang ungenutzte Gelände umfasst etwa elf Hektar. Eine entsprechende Nutzung war bereits 2010 im Entwicklungskonzept für den Verkehrslandeplatz vorgeschlagen worden.

Das Investitionsvolumen beträgt 5,5 bis 7 Millionen Euro

Am Donnerstagabend informierte Christian Lüdke vom Erfurter Architekturbüro die Mitglieder des Kyritzer Bauausschusses über die Pläne der Firma Wattner, die die Anlage nicht nur errichten, sondern auch selbst betreiben wolle. Das Investitionsvolumen betrage etwa 5,5 bis 7 Millionen Euro. Die Stadt Kyritz würde über die Gewerbesteuer und vor allem über die Flächenpacht von dem Unternehmen profitieren. Im Gespräch sind derzeit 2500 Euro je Hektar und Jahr – Geld, das der Stadt angesichts des defizitären Flugplatzbetriebes nur recht käme.

In der Einwohnerfragestunde äußerte ein Kyritzerin Bedenken hinsichtlich der Folgen für die Natur. Die Bebauung der Brache werde den Lebensraum für Vögel und Niederwild weiter verringern. Christian Lüdke beschwichtigte: „Die Untere Naturschutzbehörde wird auf jeden Fall verlangen, dass eine Kartierung der Lebenräume dort erfolgt.“ Den daraus resultierenden Forderungen nach Ausgleichsmaßnahmen werde der Investor nachkommen. Außerdem werde das Gelände ja nicht versiegelt, sondern nur etwa zur Hälfte überbaut. Unter und zwischen den Modulen bleibe „extensives Grünland“ bestehen.

Könnten Solarmodule blenden?

Ausschussmitglied Adrian Krüger (Linke) fragte nach eventuellen Beeinträchtigung für Flug- und Bahnverkehr: Könnten Solarmodule nicht blenden?

Prinzipiell sei das möglich, gestand Christian Lüdke ein. „Aber es gibt inzwischen Module, die entspiegelt sind. Und es wird mit Sicherheit von der Bahn gefordert werden, dass wir ein Blendgutachten machen.“ Lüdke stellte klar, dass so ein Genehmigungsverfahren auch scheitern könne. „Es kann immer zu Anforderungen kommen, die das ganze Projekt zerschießen. Es gibt da keinen sicheren Ausgang.“ Allerdings gebe es durchaus schon Anlagen an vergleichbaren Standorten.

„Warum investiert die Stadt da nicht selbst?“, wollte Jörg Dullin (CDU) wissen. „Die Investoren werden sich ja auch was dabei denken.“

Ein enormes wirtschaftliches Risiko

Christian Lüdke erklärte das mit den jüngsten Regelungen des Energieeinspeisegesetzes. Vorhabenträger seien jetzt beispielsweise gezwungen, Gebote abzugeben, um eine Einspeiseerlaubnis und damit eine Einspeisevergütung zu erhalten. „Daraus resultiert ein enormes wirtschaftliches Risiko.“ Unter Umständen stecke man viel Geld in die Vorbereitung eines Vorhabens, das dann an dieser Hürde scheitert. „Die Entwicklung ist ganz klar die, dass sich die Zahl der Akteure am Markt reduziert.“ Nur die Großen könnten sich noch behaupten.

Wie schon der Wirtschaftsausschuss so empfahl auch der Bauausschuss, dass die Stadt Verhandlungen mit dem Investor aufnehmen möge. Das letzte Wort haben die Stadtverordneten. Zu den nächsten Schritten würde dann die Aufstellung eines Bebauungsplanes und eine Änderung des Flächennutzungsplanes für das Baugebiet gehören. Beides müsste der Investor bezahlen.

Von Alexander Beckmann

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