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Ostprignitz-Ruppin Solarparks haben es entlang der Bahn schwer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Solarparks haben es entlang der Bahn schwer
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12:47 19.02.2018
Viel Platz für einen 100 Meter breiten Streifen: Auch entlang der Bahnlinie des RE 2 bei Breddin wird derzeit versucht, alle Voraussetzungen für den Bau einer Solaranlage zu schaffen. Quelle: Matthias Anke
Breddin

In Nordwestbrandenburg gibt es keine Bahnstrecke mehr, an der entlang Solarparkinvestoren es noch nicht versuchten, ihre Anlagen zu errichten. Doch wogegen an Autobahnen viele Projekte in den vergangenen Jahren umgesetzt wurden, etwa östlich und westlich der Anschlussstelle Meyenburg, im Putlitz-Berger Gebiet oder an der Anschlussstelle Pritzwalk, bleiben Erfolge entlang von Bahnlinien bislang weitestgehend aus.

Die Bundesregierung wollte solche Vorhaben eigentlich dank Fördergeld erleichtern, hatte den Platz nicht nur auf Gewerbeflächen, Konversionsflächen, ehemaligen Mülldeponien oder an den Autobahnen, sondern eben auch entlang von Bahnlinien im Blick und damit überall, wo ohnehin schon störend in die Natur eingegriffen wurde. Wie begehrt auch jene Flächen an Bahnstrecken sind, zeigt eine Vielzahl von Versuchen, dort zu bauen. Erfolg aber hatte zuletzt nur ein Projekt, und zwar an der Bahnlinie Kyritz-Pritzwalk bei Dahlhausen. Diese Anlage ist nun seit gut einem Jahr am Netz.

Solaranlage soll das Dorfbild nicht schädigen

In der zu Amt Neustadt gehörenden Gemeinde Breddin könnte es bald zu einer weiteren Realisierung kommen. „Vom Grundsatz her spricht nichts dagegen. Wenn unser Dorfbild erhalten bleibt, warum nicht?“, sagt Breddins Bürgermeister Reinhard Neumann mit Blick auf eine Fläche entlang des RE 2. Sie würde sich als 100 Meter breiter Streifen nördlich der Gleise in Richtung Stüdenitz erstrecken und dort also für das Dorf an sich so gut wie nicht wahrnehmbar sein. Eine Grundsatzentscheidung dazu trafen die Gemeindevertreter bei ihre Sitzung am Montagabend allerdings noch nicht, weil einige Mitglieder fehlten. Stimmen sie beim nächsten Mal dafür, kann bei entsprechender Änderung des Flächennutzungsplans das Bauplanverfahren starten, wie Neustadts Bauamtsleiter Wolfgang Burau sagt. „An Autobahnen und entlang der Bahn, das sind ja die wenigen Möglichkeiten, die es noch gibt für solche Anlagen“, so Burau.

Dass damit aber trotzdem landwirtschaftliche Fläche für einen Zeitraum von etwa 25 Jahren überbaut wird, stimmt Bürgermeister Neumann nachdenklich. Allerdings könne er es im Sinne des Verpächters nachvollziehen. Die Rede ist von einem viermal höheren Preis.

Weil wegen des Planungsrechts einbezogen, führte die Kommunalpolitik schon vielerorts ähnliche Diskussionen. Derzeit ist ein Vorhaben in den Ausschüssen der Kyritzer Stadtverordnetenversammlung Thema. Dort geht es ebenso um einen 100 Meter breiten und 1,4 Kilometer langen Streifen, und zwar entlang der Bahnlinie Kyritz–Pritz­walk. Genauer: von der Querung der B 103 an nordwärts entlang der Gleise. „Heutzutage, so denken wir, sollte man Energie möglichst regenerativ gewinnen“, erklärte ein Vertreter der Firma Inventus Energie aus Schönefeld unlängst den Kyritzern. Die Photovoltaik sei dafür eine der verträglichsten Methoden. „Der Gesetzgeber möchte, dass das Ganze auf möglichst vorbelasteten Flächen entsteht.“

In der gesamten Region scheiterten Investoren bereits

Vor Ort aber sieht man das meist skeptisch. Denn selbiges Unternehmen hatte auch in der Gemeinde Wusterhausen sein Glück schon versucht – entlang der Bahngleise zwischen Neustadt und Neuruppin bei Metzel­thin. Angesichts erheblicher Vorbehalte von Anliegern und Kommunalpolitikern wurde bislang nichts aus dem Projekt. Ebenso gaben die Wusterhausener voriges Jahr kein grünes Licht für die Planung, die das Unternehmen Eon Energie an der Bahnlinie Neustadt–Kyritz bei Plänitz vorsah. Von der „Zersiedlung der Landschaft“, dem „Verlust wertvollen Ackerlandes“ und der „Verringerung der Barrierefreiheit für verschiedene Tierarten“ angesichts auch des nahen Naturschutzgebiets „Bärenbusch“ war die Rede.

Auch entlang des RE 6, des Prignitz-Expresses, sollten Photovoltaikanlagen gebaut werden. Hohe Wellen schlug dieses Vorhaben zwischen dem Neuruppiner Ortsteil Radensleben und dem Fehrbelliner Ortsteil Wall nicht nur wegen naturschutzrechtlicher Bedenken. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte vorigen Sommer entschieden, dass nirgendwo in Ostdeutschland mehr ehemalige volkseigene Landwirtschaftsflächen für den Bau von Photovoltaikanlagen geopfert werden dürfen – Bahnstrecke oder Autobahn hin oder her.

Ein weiteres von einem kommunalpolitischen Gremium abgelehntes Vorhaben betraf zuletzt die Bahnstrecke Pritzwalk–Meyenburg. Die Firma Enerparc aus Hamburg wollte östlich der Gleise zwischen Penzlin und Bergsoll ebenso auf einer parallel liegenden Fläche Solarmodule errichten. Dafür den Flächennutzungsplan Meyenburgs zu ändern, lehnten die Stadtverordneten ab. Bei ihnen jedoch überwog generelle Skepsis mit Blick auf einen folgenden Planungsverlauf, auf den die Kommune womöglich keinen Einfluss mehr gehabt hätte.

Von Matthias Anke

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