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Sole statt Streusalz für den Winterdienst

Rheinsberg Sole statt Streusalz für den Winterdienst

Die Stadt Rheinsberg beschreitet neue Wege beim Winterdienst: Für frostfreie Flächen setzt sie dabei auf Thermalwasser statt auf das traditionelle Streusalzgemisch. Zwar muss sie dafür vorerst investieren. Auf lange Sicht soll das Modell aber eine Ersparnis bringen.

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Sole soll für Frostfreiheit sorgen – zunächst vor allem auf gemeindeeigenen Flächen.

Quelle: foto: Heim

Rheinsberg. Ob Rheinsberger jemals ins eigene Thermalbad steigen werden, um sich im Winter aufzuwärmen, steht in den Sternen. Denn das Projekt liegt seit geraumer Zeit auf Eis. Immerhin soll das salzhaltige Warmwasser aus den Tiefen unter der Prinzenstadt aber einem anderen Zweck dienen: Die Rheinsberger wollen mit der Sole den Winterdienst verrichten.

Da bundesweit nur wenige Kommunen zum Thermalwasser greifen, um ihre Straßen von Eis und Schnee zu befreien, hat Rheinsberg in der vergangenen Kälteperiode einen Testbetrieb gestartet. Die Ergebnisse haben die Prinzenstädter soweit überzeugt, dass sie die Idee nun in die Tat umsetzen. Die ersten Hürden dafür sind schon genommen: Die Stadtverordneten haben in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, entsprechende Technik anzuschaffen. Für rund 31 500 Euro soll die Stadt nun ein Solesprühgerät, einen Heckstreuer und ein Schiebeschild kaufen. Der Heckstreuer ist notwendig, weil bei Temperaturen unter minus sieben Grad Celsius und bei starkem Schneefall keine Sole eingesetzt werden soll und die Stadt auf ein Salz-Sand-Gemisch zurückgreifen muss.

Das sei auf den ersten Blick zwar viel Geld, so Kämmerer Fred Hofmann. Er hofft aber auf langfristige Ersparnis. Schließlich sei das Fördern der Sole günstiger als der Kauf von Streugut. Hofmann geht außerdem davon aus, dass durch den Kauf der neuen Technik die Arbeitszeit im Bauhof sinken wird, da der Winterdienst schneller erledigt werden kann. Hofmann rechnet damit, dass sich der Kauf bereits nach drei Jahren amortisiert – und denkt, dass die Stadt auf den Winterdienst von Fremdanbietern später ganz verzichten könnte, wenn sich das Modell bewährt.

Aus Sicht der Stadt gibt es auch noch andere Vorteile beim Verwenden der Sole, wie es im entsprechenden Konzept heißt. So taut das Eis schneller beim Einsatz von gelöstem Salz als bei herkömmlichen Streugut. Zudem wird bis zu 60 Prozent weniger Salz für denselben Effekt benötigt und so die Umwelt geschont. Die versprühte Flüssigkeit haftet außerdem an der Oberfläche, verzögert das erneute Anfrieren und kann so die Bildung von Blitzeis verhindern.

Von Celina Aniol

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