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Solo für Neuruppiner Trompeter

Musikschüler spielt mit Staatsorchester in Kulturkirche Solo für Neuruppiner Trompeter

Ein 14-jähriger Musikschüler hat am Sonntag beim Klassikkonzert in Neuruppin für Furore gesorgt. Erik Plöse, der seit seinem sechsten Lebensjahr Trompete spielt, durfte, begleitet von der 13-jährigen Fiona Schult am Cembalo, beim Konzert des Brandenburgischen Staatsorchesters in der Neuruppiner Kulturkirche ein Solo spielen und bekam dafür tosenden Applaus.

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Erik Plöse spielte das Händel-Concertino für Trompete, Basso continuo und Streichorchester.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Im Alter von sechs Jahren bekam Erik Plöse zum ersten Mal Trompetenunterricht in der Neuruppiner Musikschule. Nun bereitet er sich gemeinsam mit der 13-jährigen Fiona Schult auf den Regionalwettbewerb „Jugend musiziert vor. Die Pianistin begleitete den 14-jährigen Trompeter am Sonntag auf dem Cembalo. Gemeinsam mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt (Oder) unter Leitung von Takao Ukigaya führten beide am Sonntagabend in der Neuruppiner Kulturkirche das Händel-Concertino für Trompete, Basso continuo und Streichorchester auf.

Bereits seit einigen Jahren bekommen die Schüler der Kreismusikschule die Möglichkeit, gemeinsam mit Profis zu musizieren und auch in großen Konzerten aufzutreten. Fiona Schult war bereits bei den Äequinox-Musiktagen im März dabei, wo sie mit der Lautten-Compagney spielte. Am Sonntag erlebten sie wohl den Höhepunkt ihrer Musikschulkarriere – der Applaus nach ihrem Auftritt in der voll besetzten Kulturkirche galt allein ihnen.

Auch einst ein Ausnahmetalent, heute eine gefragte Konzertmeisterin

Auch einst ein Ausnahmetalent, heute eine gefragte Konzertmeisterin: Elisabeth Glass an der Violine.

Quelle: Peter Geisler

Zum Ende des Jahres erlebten die Musikliebhaber in Neuruppin noch einmal ein ergreifendes, herausragendes Konzert, zu dem der Neuruppiner Musikverein eingeladen hatte. Elisabeth Glass, die bereits mit 16 Jahren als jüngste Teilnehmerin den „Internationalen Yehudi Menuhin Wettbewerb“ in England gewann und seit 2004 Konzertmeisterin im Orchester der Deutschen Oper Berlin ist, begeisterte die Zuhörer als Soloviolinistin in Antonin Dvoraks einzigem Violinkonzert. Slawisch, temperamentvoll und zündend - typisch Dvorak und für die Instrumentalistin ein Hochleistungssport, der ihr noch im Finalsatz alles Können abverlangte. Mit tosendem Beifall honorieren die Zuhörer die künstlerische Leistung.

Kitsch-Vorwürfe und Exibitionismus-Anschuldigungen musste sich Peter Tschaikowski einst für einige seiner Kompositionen gefallen lassen. Als Neurotiker, der sich hemmungslos seinen Gefühlen hingibt, wurde er von Kritikern charakterisiert. Seine 6. Sinfonie, auch Pathétique genannt,war sein letztes großes Werk, inspiriert von Leben und Tod, Liebe, Trauer und Verzweiflung.

Dirigent Takao Ukigaya lebt selbst in Kerzlin nahe Neuruppin und ist der Vorsitzende des Neuruppiner Musikvereins, der hochkarätige Klassikkonze

Dirigent Takao Ukigaya lebt selbst in Kerzlin nahe Neuruppin und ist der Vorsitzende des Neuruppiner Musikvereins, der hochkarätige Klassikkonzerte in Neuruppin veranstaltet.

Quelle: Peter Geisler

Die 450 Konzertbesucher, die am Sonntag die Aufführung der Sinfonie in der Neuruppiner Kulturkirche erlebten, waren zutiefst ergriffen, von dieser Musik, die zu beschreiben wohl kaum mit Worten möglich ist. Das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt (Oder) unter seinem Dirigenten Takao Ukigaya schien noch einmal die Seele Tschaikowskys wiederbeleben zu wollen und das bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Es war zu spüren und für die Zuhörer kaum möglich, sich tiefer Ergriffenheit zu erwehren. Die bewegende Klage über die Vergänglichkeit alles Irdischen gipfelt schließlich im 4. Satz, dem Lamentoso. Ein schmerzvolles Ende mit dissonanten Klängen und seufzenden Streichern, die in dumpfe Trommelschläge übergehen. Tiefe Streicherbässe künden vom Abschied - Traurigkeit bleibt zurück. Seine 6. Sinfonie in h-Moll war sein letztes großes Werk. Neun Tage vor seinem Tod wurde die Sinfonie unter seiner Leitung in St. Petersburg uraufgeführt.

Kein triumphaler Ausgang und kein feierliches Finale schicken die Zuhörer wieder in die Welt hinaus. Eher schweigsam verlassen die Musikliebhaber nach lang anhaltendem Beifall die Kirche angesichts dieser geballten Kraft menschlicher Gefühle. Es war sicher kein Ohrwurm-Konzert, doch eine äußerst gute Wahl für die Adventszeit.

Von Cornelia Felsch

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