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Sommer lässt die Muskeln spielen

Große Hitze auch in Neuruppin Sommer lässt die Muskeln spielen

Die Hitze hatte Neuruppin in den vergangenen Tagen fest im Griff. Der Allzeitrekord aus dem Jahr 1959 wurde zwar verpasst, trotzdem flüchtete, wer konnte, ins kühle Nass. Vielen Arbeitern und älteren Menschen machten die hohen Temperaturen zu schaffen.

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Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Ab ins kühle Nass oder zumindest in den Schatten, so lautete für viele Neuruppiner in den vergangenen Tagen die Marschroute. Auch am Freitag waren die Badestellen am Neuruppiner See schon ab dem Vormittag gut gefüllt. Das Jahnbad sowieso. Um 9 Uhr morgens, als die Badeanstalt öffnete, zeigte das Thermometer bereits 24 Grad Lufttemperatur an. Im Laufe des Tages kletterte die Quecksilbersäule auf 33 Grad, im Wasser wurden 24 Grad gemessen. Entsprechend voll war die Liegewiese.

Klaus und Monika Pommerening hatten sich ein Plätzchen gesichert. „Eigentlich verbringen wir den Sommer gerne im großen Garten, aber selbst da war es zu heiß“, sagte Klaus Pommerening. So ging es mit dem Fahrrad ins Jahnbad. Für das Ehepaar eine bekannte Tour. Seit 65 Jahren besuchen sie Neuruppins Seebadeanstalt und zählen damit zu den treuesten Gästen. „Die Badeanstalt ist wichtig für die Stadt“, sagt Klaus Pommerening, „wo gibt es denn sonst noch bewachte Badestellen, die so ordentlich und gepflegt sind?“

Bei den überwiegend jungen Besuchern des Kiosks waren gekühlte Leckereien der Renner, ganz vorn in der Gunst lagen „Calippo Shots“ und „Tornado“.

Eis war auch im Café Ruppiner Feingebäck der Verkaufsschlager. Manja Backoff und ihre Kolleginnen verkauften mehr Eisbecher als sonst – „dafür geht Torte nicht so gut“, sagte Backoff. Viele Kunden suchten sich mit ihrer Erfrischung ein schattiges Plätzchen im Innern, die Terrasse war nahezu verwaist. „Da steht die Hitze“, sagte Backoff, „und der Sonnenschirm bringt auch nichts mehr.“

Bei den Supermärkten Brehme war Crushed Eis sogar ausverkauft. „Das ist derzeit bei der Edeka nicht lieferbar“, sagte Chefin Orta Brehme. Vielen Kunden entschieden sich auch deshalb für frisches Obst. „Melonen sind der Hit“, so Brehme.

Während Urlauber und Ferienkinder der Hitze auf angenehme Weise begegnen konnte, war für die arbeitende Bevölkerung Schwerstarbeit angesagt. Bei Imbissbetreiber Paulo Saleh herrschen „85 Grad“, wie der Imbissbetreiber mit einem Augenzwinkern und einigen Schweißperlen auf der Stirn sagte.

Auch auf vielen Baustellen in der Stadt wurde trotzt der Temperaturen gearbeitet – allerdings eingeschränkt. Die beiden Eisenflechter Georg Uhl und André Storey von der Firma Krasniqi beispielsweise legten viele Trinkpausen ein. Extra früh, bereits um 6 Uhr, hatten sie ihren Arbeitstag auf der Baustelle an der Regattastraße begonnen, trotzdem sei die Wärme ab 9 Uhr schon unangenehm gewesen.

„Bei Kälte kannst du dich warm anziehen und bist in Bewegung, gegen die Sonne kannst du nichts machen“, sagte Storey. Entsprechend härter wurden die Bedingungen mit dem weiteren Tag. „Die Berufsgenossenschaft sollte mal die Großbaustellen kontrollieren und kostenlos Sonnencreme verteilen“, sagte Storey. Immerhin machten ihnen die Aussichten für den heutigen Sonnabend Mut. „Da gibt es ja einen regelrechten Temperatursturz auf 31 Grad“, ergänzte Uhl mit einem Schmunzeln.

Gerade für viele ältere Menschen hatte die große Hitze gesundheitliche Probleme zur Folge. In den Ruppiner Kliniken registrierte man in den letzten Tagen durch die hohen Temperaturen zehn bis zwanzig Prozent mehr Fälle als sonst, sagte Chefarzt Erik Weidmann. Probleme mit dem Kreislauf und Schwindel seien auf zu wenig Flüssigkeit zurückzuführen. Außerdem ein Problem: Wespenstiche beziehungsweise allergische Reaktionen darauf.

Bezogen auf das Wetter sagte Weidmann: „Die Situation ist allerdings nicht ganz so schlimm wie im Sommer 2003, als es ununterbrochen so viele heiße Tage gab.“

Von Mischa Karth

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