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Sommer voller Erinnerungen

Bork Sommer voller Erinnerungen

Auch in Bork am Obersee sind die Ferientage nun wieder gezählt, zuletzt wurde dort aber noch mal ausgiebig gefeiert beim traditionellen Neptunfest, das ausnahmsweise ein Neptunafest war. Insgesamt hatten in diesem Jahr innerhalb von drei Durchgängen wieder weit mehr als 200 Kinder eine schöne Zeit.

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Ein Gruppenfoto, das im Album von so manchem Ferienkind erfahrungsgemäß auch später im hohen Erwachsenenalter noch gerne angesehen wird.

Quelle: Ronny Leßmann

Bork. „Als Kind fieberte ich darauf hin, endlich ins Ferienlager zu fahren. Dann wird man Betreuer und später sind es die eigenen Kinder, die ins Ferienlager kommen.“ Silvio Bülau, Leiter des nun gerade zu Ende gegangenen Ferienlagers in Bork am Kyritzer Obersee, beschreibt den typischen Werdegang eines Betreuers: „Wir sind Teil von etwas ganz Besonderem“, ist der Heilerziehungspfleger aus Papenbruch überzeugt. Jeder kennt hier jeden“, freut sich der 32-Jährige. Freundschaften wurden im Ferienlager geschlossen, die bis heute halten. Seit seiner Kindheit Mitte der 1990er fährt Bülau schon nach Bork. Er hatte sich schon damals in das Ferienlager verliebt, und es fasziniert ihn bis heute.

Als er einst 18 wurde, begann seine Zeit als Betreuer. Neun Jahre später wurde Bülau dann vom damaligen Lagerleiter Michael Baum, der seine Stellung abgeben wollte, als Nachfolger vorgeschlagen. Silvio Bülau willigte ein und übernahm ab diesem Zeitpunkt die Verantwortung für den jeweils dritten Ferienlager-Durchgang. 15 Jahre ist auch das nun schon wieder her, und wie am ersten Tag ist Bülau Feuer und Flamme, wenn es um sein Ferienlager in Bork geht.

Ausflüge führten bis nach Potsdam und Germendorf bei Oranienburg

74 aufgeregte Kinder waren dieses Mal im dritten und letzten Durchgang dabei, um 13 spannende Tage zu verleben. Für die Lagerleiter, neben Bülau ist das auch Kathrin Krüger die ebenso seit 25 Jahren im Ferienlager Bork ihr Jahresurlaub hergibt, macht diese Aufgabe Freude: „Mit einem so tollen Team aus zehn Betreuern und Helfern und einem hervorragenden Küchenteam kann ja einfach auch nichts schiefgehen“ berichten beide. Den Kindern im Alter von 8 bis 17 Jahren wurde ein umfangreiches und abwechslungsreiches Programm geboten. Es reichte von Wasserspielen, Wanderungen, Fußball und Vollball spielen, einer Lagerolympiade bis hin zu Spielshows, Discos, Lagerfeuer. Auch Programmpunkte wie die Ausflüge ins Schwimmbad „blu“ nach Potsdam oder in den Freizeitpark Germendorf sorgten für begeisterte Gesichter.

Dank des Wusterhausener Schützenvereins konnte man sich im Bogenschießen probieren

Dank des Wusterhausener Schützenvereins konnte man sich im Bogenschießen probieren.

Quelle: Ronny Leßmann

Obwohl das Wetter sehr durchwachsen war, haben sich die Borker die Laune nicht vermiesen lassen: „Wir hatten jede Menge Spaß“, heißt es hier und da. So zum Beispiel sieht das auch der zehnjährige Louis Andy Haller:„Ich bin aus der Berlin angereist, um hier entspannen zu können. Ich komme seit drei Jahren und freue mich immer, meine alten Ferienlagerfreunde wiederzusehen.“ Einer dieser Freunde ist Felix Keßler aus Schleswig-Holstein. Drei Stunden Fahrt nahm der Zehnjährige dafür in Kauf. Genau wie Louis ist er das dritte Mal dabei. Ihm gefällt vor allem das leckere Essen und das abwechslungsreiche Programm, erzählt er und meint auch den Besuch vom Schützenverein aus Wusterhausen. Dieser erfreute die Kinder wie auch Betreuer mit Bogenschießen.

Die „Aktion Bogenschießen“ erwies sich als Volltreffer

Die „Aktion Bogenschießen“ erwies sich als Volltreffer. Hier begutachtet Silvio Bühlau die Zielscheibe.

Quelle: Ronny Leßmann

Eine die schon etwas länger in Bork dabei ist, ist Janice Karwath. Die 17-Jährige kam bereits zum 11 . Mal nach Bork und kennt den Tagesablauf im Lager auswendig. „Besonders gefällt mir die gute Stimmung hier“, sagt sie. Ein persönlicher Höhepunkt sei es für sie jetzt gewesen, mal in die Rolle der Neptuna zu schlüpfen. Sie kam in diesem Jahr stellvertretend für den erkrankten Neptun ,wie es in einen Brief an die Lagerleitung hieß. Und für nächstes Jahr hofft sie, als dann 18-Jährige auch endlich mal als Betreuerin eingesetzt zu werden.

Wie wertvoll solche Ferienlager für die Entwicklung von Kindern sind, zeigt nicht zuletzt daran, dass während der Lagerzeit die Kinder aufs Handy und andere elektronische Medien weitestgehend verzichten. Das hat Jennifer Appelt festgestellt, die das Lagerteam dieses Jahr als Helferin unterstützte: „Sie verbringen auf diese Weise eine viel intensivere Zeit miteinander und nehmen aktiv an gruppendynamischen Prozessen teil.“

Die Piraten im Schlepptau hatte beim Neptunfest der zehnjährige Louis Andry Haller

Die Piraten im Schlepptau hatte beim Neptunfest der zehnjährige Louis Andry Haller.

Quelle: Ronny Leßmann

Das Ferienlager Bork ist seit 41 Jahren für viele Kindergenerationen legendär und prägt seit dieser Zeit ein ganzes Dorf. Bis zu 218 Kinder in drei Durchgängen waren in diesem Jahr nach Bork gereist, zudem 21 Betreuer, 15 Helfer und fünf Küchenfeen. Sie kamen nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch aus Berlin, Hamburg, Potsdam, Brandenburg und auch aus der Schweiz ins Ferienlager nach Bork. „Alle mit dem einen Ziel, den Kindern unvergessliche Ferien zu bereiten“, sagt Silvio Bülau: „Alle zusammen sorgten wir dafür, dass es wieder einmal ein unvergessliches Abenteuer wurde.“

„Viele Tränen wurden in den letzten Tagen vergossen, weil die Zeit nun schon zu Ende geht und man von vielen liebgewonnenen Freunde für einen sehr langen Zeitraum Abschied nehmen muss“, berichtet Kathrin Krüger. Am Ende bekamen alle Kinder noch ein Lagerfoto mit allen Teilnehmern darauf von ihren Gruppenbetreuern überreicht. Und weil sie sich alle einig waren, großen Spaß zusammen gehabt zu haben, freuen sie sich nun natürlich schon auf das kommende Jahr, wenn es wieder heißt: „Allemann nach Bork!“

Von Ronny Leßmann

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