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Sommermusiken beendet

Lindow Sommermusiken beendet

Das renommierte Klenke Quartett beendete am Sonnabend die Konzertsaison 2017 in der Lindower Kirche. Mit zwei Streichquartetten von Haydn und Ravel erspielten sich die vier Musikerinnen einmal mehr die Gunst des Publikums. Im nächsten Jahr stehen die 40. Sommermusiken an, drei Termine gibt es schon.

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Annegret Klenke, Beate Hartmann, Yvonne Uhlemann und Ruth Kaltenhäuser (v. l.) sind schon oft zu den Sommermusiken aufgetreten.

Quelle: Regine Buddeke

Lindow. Es ist ein würdiger Abschluss: Mit dem Konzert des Klenke-Quartetts sind am Sonnabend die diesjährigen Lindower Sommermusiken zu Ende gegangen. Die vier Musikerinnen um Annegret Klenke haben sich seit ihrer Gründung an der Musikhochschule Weimar einen internationalen Ruf als Streichquartett erarbeitet. Und auch in Lindow haben die vier bereits des Öfteren gastiert. Um die 100 Zuhörer sind am Samstag in die Lindower Kirche gekommen, um dem Quartett zu lauschen.

Das Motto lautet „Treffpunkt Paris“ – gespielt werden zwei Streichquartette: eines von Joseph Haydn, eines von Maurice Ravel. „Das überrascht vielleicht – schließlich hat Haydn nie einen Fuß nach Paris gesetzt“, erklärt Annegret Klenke. Er sei aber dort der meistgespielte Komponist seiner Zeit gewesen, ist weiter zu erfahren. Und auch das gespielte Streichquartett Opus 20 No. 6 – eines der sechs sogenannten „Sonnenquartette“ – habe in Paris große Erfolge gefeiert. Haydn, der von Paris fasziniert war, ohne je dagewesen zu sein, hat mit seinen insgesamt 68 Streichquartetten neue Dimensionen erklommen: er setzte auf Kontraste – einfach und komplex, witzig und tragisch, elegant und schroff zugleich. Das Klenke Quartett weiß das spannend und pointiert umzusetzen.

Zwei Quartette stehen im Programm – Haydn und Ravel

Die eigentliche Überraschung des Abends ist jedoch der Ravel: das Streichquartett in F-Dur. Maurice Ravel, der etwa 130 Jahre nach Haydn Musik komponierte, lebte in Paris und gilt neben Claude Debussy als Hauptvertreter des musikalischen Impressionismus. Auch er betrat musikalisches Neuland. Das Streichquartett etwa stieß in Paris zuerst auf Ablehnung. Nur dem lobenden Zuspruchs Debussys ist es zu verdanken, dass der enttäuschte Ravel das Quartett nicht änderte.

Mit einem süß-wehmütigen Violin-Motiv beginnt der erste Satz, geheimnisvoll-unheilschwanger umrahmt von einem wild-wütenden Cello. Da braut sich etwas zusammen, der Spannungsbogen hält. Energisch gezupft treiben die Streicher ihre Instrumente im zweiten Satz voran, flirrend wie ein impressionistisches Gemälde erscheint die Musik, die so ganz anders klingt als der Haydn: moderner, mit ungewöhnlichen Harmonien. Der dritte Satz ist die atemlose Ruhe vor dem Sturm, bevor sich der vierte in einem Miniatur-Inferno Bahn bricht, in dem immer wieder das süße Anfangsmotiv durchschimmert. Das Publikum ist fasziniert und bekommt als Zugabe noch einmal den zweiten Ravel-Satz.

Im nächsten Jahr werden bereits die 40 Sommermusiken stattfinden

Die Organisatorin Karin Baum dankt allen Sponsoren und Gästen: „Dreiviertel der Kosten für die Sommermusiken generieren wir aus den Kollekten.“ Für die 40. Sommermusiken im nächsten Jahr habe sie bereits drei Termine klargemacht, sagt sie und lädt im Anschluss zum Feiern in die Jugendscheune ein.

Von Regine Buddeke

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