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Sonnenenergie statt russischer Kampfjets

Alt Daber Sonnenenergie statt russischer Kampfjets

Wo bis in die 1990er-Jahre russische Kampfjets starteten, wird heute Energie aus der Sonne gewonnen. Der ehemalige militärische Flugplatz bei Alt Daber ist ein Hotspot in der regenerativen Energieerzeugung, ein gutes Beispiel für gelungene Konversion und prädestiniert für die Abschlussveranstaltung des Konversionssommers.

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Dieses neue Photovoltaik-Feld besteht aus 35 000 Modulen und soll demnächst ans Netz gehen.

Quelle: Björn Wagener

Alt Daber. Die Wandlung ist fast perfekt: Noch in den 1990-er Jahren starteten Kampfjets vom ehemaligen russischen Militärflugplatz bei Alt Daber. Heute wird dort Energie aus der Sonne gewonnen. 126 Hektar Fläche sind mit Photovoltaikanlagen der Firma Belectric belegt. Kürzlich ist ein weiteres etwa 15 Hektar großes Feld der Firma Enerparc fertiggestellt worden. Es soll demnächst ans Netz gehen. Und im nächsten Jahr möchte Enerparc noch ein weiteres Photovoltaikfeld am östlichen Ende der Landebahn errichten. Es befinde sich noch in der Genehmigungsphase, berichtete Hendrik Schramm von Enerparc am Donnerstag auf dem Flugplatzgelände bei Alt Daber.

Mit dieser Bilanz steht das Gelände als beispielhaftes Projekt für eine gelungene Konversion, also die Umwandlung von alten Militär- in zivil genutzte Flächen. Der gesamte Prozess schloss den Rückbau der ehemaligen Militärunterkünfte mit ein. Allein darin wurden rund zehn Millionen Euro investiert.

Markus Hennen an Schautafeln auf dem Gelände vor Ort

Markus Hennen an Schautafeln auf dem Gelände vor Ort.

Quelle: Björn Wagener

Damit war das Areal der perfekte Ort für die Abschlussveranstaltung des Konversionssommers 2017, der diesmal unter dem Motto stand: „Fokus – 20 Jahre Netzwerk für Konversion in Brandenburg.“ Das Netzwerk für Konversion und Stadtentwicklung (Fokus) gründete sich 1997, um verlassene ehemalige militärisch genutzte Flächen in eine sinnvolle Nachnutzung zu überführen. Schließlich übernahm das Land Brandenburg 1994 rund 100 000 Hektar solcher Areale vom Bund. Heute sind dort Wohngebiete, Schulzentren, Kulturstätten, Räume für Natur und Erholung oder eben Wind- und Photovoltaikparks entstanden. Inzwischen seien nur noch etwa 7000 Hektar ungenutzt. Für diese Bilanz zog Fokus an einem Strang mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, dem Land Brandenburg und den örtlichen Kommunen. „Der Solarpark mit seinem angeschlossenen Stromspeicher leistet einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende in Deutschland“, sagte Hendrik Fischer, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes. Mittlerweile würden mehr als 5000 Hektar märkischer Konversionsfläche für den Ausbau erneuerbarer Energien genutzt.

Staatssekretär Hendrik Fischer

Staatssekretär Hendrik Fischer: „Wichtiger Beitrag zum Gelingen der Energiewende in Deutschland.“

Quelle: Björn Wagener

Neben Fischer waren zahlreiche Vertreter verschiedenster Bereiche nach Alt Daber gekommen – unter anderem Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann und Martin Bünning, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, sowie Grundstücksverwalter, Planer, Landschaftsarchitekten, Vertreter der Bima und weitere Politiker. Markus Hennen, Vertreter von Fokus, begrüßte die Gäste zunächst direkt am Photovoltaikfeld und gab einen Überblick über das, was dort in den vergangenen Jahren erreicht werden konnte. Danach wurde die Veranstaltung im Daberturm fortgesetzt, wo Grußworte gehalten wurden und es Gelegenheit für Diskussionen gab.

Bürgermeister Jörg Gehrmann nutzte die Gelegenheit und forderte in der Runde einen Ausgleich für Kommunen, in denen wesentlich mehr Strom erzeugt als verbraucht wird. „Es muss eine Regelung gefunden werden, die dafür sorgt, dass solche Kommunen einen Vorteil bekommen, denn sie tragen schließlich die Last“, sagte er.

Auch wenn die Konversion im Land inzwischen sehr weit fortgeschritten sei, so sieht Herold Quick, Sprecher von Fokus, dennoch genügend Betätigungsfelder. So könnten künftig auch städtebauliche Missstände jenseits der Konversion buchstäblich in den Fokus rücken. Schon jetzt habe das Netzwerk seine „zukunftsfähige Neuausrichtung im Blick“, sagte er.

Von Björn Wagener

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