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Ostprignitz-Ruppin Sonnengelbes Wind-Wahrzeichen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Sonnengelbes Wind-Wahrzeichen
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00:17 07.11.2016
Auch die Solarzellen hat der Elektriker selbst zusammenbaut. Quelle: Claudia Bihler
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Blesendorf

Als Horst Grabow Anfang der 1980er Jahre bei der örtlichen Baubehörde seine Pläne für ein Windrad mit zehn Metern Durchmesser vorlegte, wurde ihm zwar eine Baugenehmigung erteilt. Doch der Rat des Kreises stellte auch gleich fest: „Eine korrekte Berechnung ist nicht möglich.“ Die Befürchtungen waren unnötig: Das heimliche Wahrzeichen von Blesendorf mit seinem orangegelben Rotor dreht sich immer noch im Wind: Seit mehr als 30 Jahren.

Vom Erneuerbare Energien Gesetz war zur Bauzeit des Windrades weder im Osten noch im Westen die Rede. Der Elektriker hatte sich einfach so daheim an seinen Schreibtisch gesetzt und das Rad entworfen. Zehn Meter Durchmesser hat der Rotor, 64 Flügel ernten die Kraft des Windes: Selbst nachdem die Bäume rund um Grabows Grundstück immer höher wurden, liefert das Rad noch fünf Kilowatt Leistung – genug, um einen Haushalt zu bedienen. Früher konnte die Familie sogar ihre Fußbodenheizung damit betreiben: 25 Kilowatt Leistung lieferte das Selbstbaurad.

Zu Rotoren hatte Grabow alte Badeöfen zertrennt und zusammengeschraubt: „64 waren es. Als die Leute mitbekommen haben, was ich vorhabe, haben sie mir immer mehr gebracht.“ 32 Tonnen Zement für das Fundament waren zu DDR-Zeiten nicht leicht zu beschaffen. Als der Tüftler sie endlich auftreiben konnte, wurden sie einfach im Hof abgekippt: „Ich habe geschaufelt wie verrückt, denn am Himmel zogen Gewitterwolken auf.“ Mit einer einfachen Mischmaschine und Schubkarren hat Grabow mit Freunden das Fundament gesetzt.

Das Getriebe des Windrades mit einem sellbst gebauten Windmesser aus Suppenkellen. Quelle: Claudia Bihler

Ehefrau Renate Grabow erinnert sich noch an regelmäßige Besuche auf dem Schrottplatz, um die Rohre zu beschaffen, die den Rotor zusammenhalten: Mehr als 300 Meter wurden verarbeitet. „Um das Rad zu montieren und aufzurichten, habe ich einen Gabelstapler gebraucht“, sagt Grabow. Auch diesen hat er selbst gebaut. Bis heute hilft das elektrisch betriebene Arbeitsgerät bei den Wartungsarbeiten des Windrades. „Aber ich werde das Windrad wohl verkaufen müssen“, meint der Grabower Erfinder: „Ich werde älter, und die Arbeiten werden mir langsam zu viel.“

Nicht nur das augenfällige Windrad hat das Leben im Elektrikerhaushalt bestimmt. „Ich konnte meine Besucher immer damit erschrecken, dass ich elektrische Gardinen hatte“, sagt Renate Grabow, die sich nach der Wende sogar im selbstständigen Elektrounternehmen ihres Mannes betätigte. „Dabei war ich mal Erzieherin.“ Schmuckstück des Hauses ist bis heute der Fahrstuhl ins Obergeschoss. „Eine Raumspartreppe nach oben wollte mein Mann nie“, sagt sie: „Und weil wenig Platz war, wurde der Fahrstuhl eingebaut.“ Ein Gabelstaplermotor treibt den Lift an, im Notfall kann er manuell nach unten gelassen werden. Nicht mal das Notfalltelefon fehlt in seinem Inneren.

Blick in den selbstgebauten Lift. Quelle: Claudia Bihler

Nicht immer hat alles geklappt, meint Grabow schmunzelnd: „Ich habe mal einen Hühnerfutterautomaten gebaut. Aber der hat immer dann gefüttert, als die Hühner draußen waren und die Türen zur falschen Uhrzeit geschlossen.“ Daran, dass ihr Ehemann die Basteleien nicht immer ganz unbeschadet überlebt hat, erinnert sich Renate Grabow: „Mal ist er vom Dach gefallen, dann ist ihm eine Trennscheibe an den Kopf geflogen.“ Dass er sich beim Schweißen öfter mal die Augen verblitzt hat, gehört dagegen eher zu den Familienanekdoten, die mit einem Lachen erzählt werden. „Wenn Besuch kam, lag er oft mit Kartoffelscheiben auf den Augen auf dem Sofa“, sagt Renate Grabow.

Horst Grabow stellt das sonnenblumenfarbige Windrad vor einem malerisch blauen Himmel per Knopfdruck in den Wind. Dann hält er inne und sagt versonnen: „Hm, endgültig entschlossen habe ich mich noch nicht zum Verkauf.“

Von Claudia Bihler

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